Luca Bernoth (weiß) stand in zehn möglichen Oberligaspielen des TuS Haltern am See in dieser Saison neun Mal in der Startelf. Im Sommer verlässt er den Verein. © Blanka Thieme-Dietel
Fußball: Oberliga

Von Haltern in die USA: Für Luca Bernoth (20) eine „Win-win-Situation“

Es sei eine Chance, die er einfach nutzen muss, sagt Luca Bernoth über seinen Wechsel vom TuS Haltern in die USA. Der 20-Jährige erklärt, wie der Wechsel auf den anderen Kontinent ablief.

Fünf Sommer-Abgänge stehen beim TuS Haltern am See bislang fest. Der von Stefan Oerterer ist wahrscheinlich der schmerzhafteste, doch der augenscheinlich ungewöhnlichste ist der von Luca Bernoth (20). Ihn zieht es in die USA – mit der Hilfe einer Agentur, die schon einen anderen jetzt ehemaligen TuS-Spieler nach Nordamerika brachte. Für Bernoths Wechsel gab es derweil mehrere Gründe.

„So ungewöhnlich ist das jetzt gar nicht mehr“, sagt Luca Bernoth über seinen Wechsel ans Florida Southern College. Denn immer mehr Fußballspieler zieht es mittlerweile in die USA.

Luca Bernoth möchte „den Profi-Traum in den USA wiederbeleben“

Agenturen wie „Soccerships“, für das der Halterner Lukas Große-Puppendahl, der derzeit als Co-Trainer in Tennessee tätig ist, arbeitete, werden immer bekannter. Luca Bernoth hingegen arbeitete mit der Agentur „Mind Game Sport“ zusammen, um den Schritt über den Nordatlantik wagen zu können.

Die etwas kleinere Agentur brachte beispielsweise auch Julian Büscher, Ex-Spieler des TuS Haltern am See und Ex-USA-Profi, auf den anderen Kontinent. Nun ist Bernoth an der Reihe, im Sommer geht es nach Florida.

„Ich hatte schon länger von der Option gehört“, erzählt der Mittelfeldspieler. Freunde hätten ihm davon erzählt und auch in den sozialen Medien habe er viel über die Möglichkeit, mit einem Stipendium in die USA zu gehen, gelesen.

„Ich hatte mich dann mit dem Thema auseinandergesetzt und für mich selber gemerkt, dass das eine Win-win-Situation ist“, sagt der 20-Jährige. In den USA habe er die Chance, noch mal etwas höherklassiger zu spielen und vielleicht auch „irgendwie den Profi-Traum wiederzubeleben“, erklärt er.

Bernoth will in Florida an seine fußballerische Leistungsgrenze gehen

Das sei ein Grund für seine Entscheidung, ein neues Abenteuer zu starten, gewesen. Ein weiterer war die Ausbildung. „Nirgendwo ist die Abstimmung zwischen der Uni-Ausbildung und dem Fußball so perfekt wie in den USA.“

Luca Bernoth wechselte 2018 aus der Jugend von Fortuna Düsseldorf zum TuS Haltern am See.
Der TuS Haltern am See feierte einen etwas glücklichen 3:0-Sieg gegen SuS Olfen. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Am Florida Southern College, wo Bernoth Business Administration, was dem deutschen BWL-Studiengang nahe kommt, studieren wird, bekommt er die Möglichkeit, trotz seines Studiums etwa acht bis zehn Mal pro Woche zu trainieren „und an meine fußballerische Leistungsgrenze zu gehen“.

Bis es soweit ist, dass er auf einem US-amerikanischen Fußballplatz steht, werden aber noch einige Monate vergehen. Wann genau Luca Bernoth nach Florida ziehen wird, steht noch nicht fest. Die Vorbereitung auf die kommende Saison werde aber – genauso wie in Deutschland – im Sommer beginnen.

„Bei mir war schnell klar, dass es das Florida Southern College wird“

Um den Schritt gehen zu können, musste der TuS-Stammspieler erst noch einige Hürden nehmen. Während die Agentur „Mind Game Sport“ einige Vorschläge machte, welche Unis passen würden, musste Bernoth ein Video mit Spielszenen von ihm selbst zusammenschneiden. „Das war für die Coaches da drüben, die können einen ja sonst gar nicht einschätzen“, erklärt er.

Später folgte unter anderem ein Sprachtest, den auch die High-School-Schüler in den USA absolvieren. Erst danach sei er mit Universitäten in Kontakt getreten. „Das macht dann alles die Agentur“, so Bernoth.

Anhand der Prüfungsergebnisse und der fußballerischen Eindrücke machen die interessierten Universitäten dann Angebote. Dabei gehe es dann um die Art des Stipendiums. Denn ein Studium in den USA ist nicht günstig.

Den Spielern werde angeboten, wie viel der Studiengebühren die Uni übernimmt, erklärt Luca Bernoth. „Bei mir war relativ schnell klar, dass es das Florida Southern College wird“, sagt er. In den Semesterferien oder bei Heimatbesuchen werde er dann zusätzlich noch in einem Wirtschaftsunternehmen erste praktische Erfahrungen sammeln, erzählt er.

Timo Ostdorf riet Luca Bernoth zum Wechsel in die USA

Mit einem seiner zukünftigen Mitspieler, der ebenfalls aus Deutschland kommt, habe er schon Kontakt gehabt. Im Sommer kommt neben ihm noch ein weiterer Deutscher ins Team. „Was man da so über die Uni, den Trainer und die Mannschaft hört, ist alles positiv“, sagt der 20-Jährige.

Natürlich sei die Entscheidung, das Heimatland sowie die Familie und Freunde zu verlassen, nicht einfach gewesen, so Bernoth. „Aber ich habe mir gesagt, wenn ich die Chance nicht nutze, werde ich irgendwann denken, ‚hätte ich das mal gemacht‘“, sagt er, „oder ich werde es bereuen“. Und das, betont er, soll nicht geschehen.

„Ich will später nicht bereuen, dass ich es nicht gemacht habe.“ Ähnliches hatte ihm auch schon sein aktueller Trainer Timo Ostdorf, der ihm zum USA-Wechsel geraten hatte, gesagt.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert
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