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Fristgerecht will der Fußball-Oberligist die Unterlagen zur Bewerbung für die Regionalliga einreichen. Die Halterner suchen nach Ausweichstadien, wollen aber auch in Haltern spielen.

Haltern

, 29.03.2019 / Lesedauer: 5 min

Bis zum Montag (1. April, 24 Uhr) müssen beim Westdeutschen Fußballverband (WDFV) die Unterlagen zur Bewerbung für die Regionalliga West eingehen. Nach 22 Spielen liegt der TuS Haltern auf Aufstiegskurs in der Fußball-Oberliga (Rang zwei). Auch wenn der Tabellenführer, die U23 des FC Schalke 04, mit 13 Punkten Vorsprung wohl für die Halterner nicht mehr einzuholen ist, befindet sich der TuS in einer komfortablen Situation. Zehn Punkte liegt das Team vor dem Tabellendritten Westfalia Rhynern. Planmäßig steigen am Saisonende der Erste und der Zweite in die Regionalliga auf.

„Zwei historische Möglichkeiten“

„Wir werden den Zulassungsantrag fristgerecht vorlegen“, erklärt Christoph Metzelder, Vorsitzender des TuS Haltern. „Es sind zweifelsohne zwei historische Möglichkeiten, die sich uns noch bieten.“ Denn sollten die Halterner den Tabellenplatz verteidigen, würde nicht nur der Aufstieg anstehen, sondern zusätzlich auch ein Duell gegen den besten Regionalligisten aus Westfalen. Aktuell ist das der SV Rödinghausen auf Rang drei, gegen den der TuS Haltern bereits im Halbfinale des Westfalenpokals verlor (0:3 n.V.). Der Gewinner des Spiels erhält ein Los für die erste Runde des DFB-Pokals.

„Zwei historische Möglichkeiten“: TuS Haltern beantragt die Lizenz für die Regionalliga

Die jetzige Version der Stauseekampfbahn ist in die Jahre gekommen. © Christopher Kremer

Doch wo könnten die Halterner in Zukunft ihre Heimspiele austragen?

Laut Metzelder sei es nicht geplant, alle Heimspiele in einer Spielstätte außerhalb von Haltern zu absolvieren. Vorausgesetzt der WDFV stimmt dem zu. Sonst würden „wir uns entfremden. Für die Refinanzierung der zu erwartenden Mehraufwendungen bei den Spieltagskosten ist es aus unserer Sicht zwingend erforderlich, dass wir einen Großteil unserer Heimspiele, insbesondere die Nicht-Risiko-Spiele, in Haltern austragen können“, sagt Metzelder. Ein Aufstieg in die Regionalliga sei für den TuS mit großen finanziellen Herausforderungen verbunden. Denn vorgeschrieben in den Statuten des WDFV sind - neben einer zu hinterlegenden Kaution von 35.000 Euro - ein abgetrennter Gästebereich mit 800 Plätzen und eine Tribüne mit 100 überdachten Sitzplätzen.

„Die Hürden sind groß“

Doch gegen Teams wie RW Essen, Alemannia Aachen oder RW Oberhausen, in so genannten Sicherheitsspielen, gelten noch einmal höhere Sicherheitsstandards. Der Verein habe sich laut Metzelder um geeignete Ausweichspielstätten in der Region bemüht. „Wir stehen dazu in engem und gutem Kontakt mit zwei umliegenden Kommunen. Die Hürden sind aber groß“, sagt Metzelder.

„Zwei historische Möglichkeiten“: TuS Haltern beantragt die Lizenz für die Regionalliga

Geht es nach den Halternern, sollen auch auch in der Stauseekampfbahn Spiele der Regionalliga gespielt werden. © Christopher Kremer

Nach unseren Recherchen haben die Halterner mindestens mit den Städten Recklinghausen und Herne Gespräche geführt. Infrage kommt in Recklinghausen das Stadion Hohenhorst mit knapp 3500 Sitzplätzen. Die Verwaltung bestätigt eine Anfrage und Gespräche mit dem TuS Haltern. „Risikospiele können hier nicht stattfinden“, so Martin Gohrke von der Stadt. Zudem müsste der TuS seine Termine mit den Nutzern aus Recklinghausen abstimmen.

Vier weitere Nutzer

Und das sind gleich vier: die Fußballklubs FC 96 (Kreisliga A) und 1. FFC (steigt wohl in die Frauen-Regionalliga auf), der Recklinghäuser Leichtathletik-Club sowie die Recklinghausen Chargers, die im Stadion Hohenhorst American Football spielen.

Auch die Stadt Herne bestätigt Gespräche mit dem TuS: „Der TuS Haltern hat angefragt und es hat Gespräche über eine Nutzung des Stadions im Sportpark Eickel gegeben. Auch ein weiterer Verein hat angefragt“, erklärte Michael Paternoga vom Pressebüro der Stadt Herne, der sich aber zu Details nicht äußern wollte. Im vergangenen Jahr hatten auch die Schalker in Herne für eine Nutzung der Mondpalast-Arena angefragt. Hier hatten die Königsblauen vor zwei Jahren schon ihre Heimspiele ausgetragen.

Entscheidung der Stadt

Langfristig hatte der TuS Haltern eigentlich andere Pläne: Auf dem Gelände der Stauseekampfbahn sollte nach den ersten Planungen eine Multifunktionstribüne entstehen. Diese sollte über vermietbare Flächen verfügen, aber auch Platz für eine Kindertagesstätte bieten. Im weiteren Verlauf der Planungen wurde die Kindertagesstätte dann aus der Tribüne ausgegliedert. Die Stadt Haltern allerdings entschied sich gegen die geplante Kita auf dem Gelände des TuS und entschied sich aus Kostengründen, Teile der ehemaligen Martin-Luther-Grundschule zu einem Kindergarten umzubauen.

„Zwei historische Möglichkeiten“: TuS Haltern beantragt die Lizenz für die Regionalliga

Investitionen in die Stauseekampfbahn seien laut dem Vorsitzenden Christoph Metzelder zwingend nötig. © Christopher Kremer

„Es ist eine politische Entscheidung, die wir akzeptieren müssen“, erklärte Metzelder nach der Entscheidung. Ausschlaggebend für die Stadt seien finanzielle Gründe gewesen. „Die große Idee der Stausee-Arena mit multifunktionaler Tribüne, vermietbaren Flächen, Kindergarten oder sogar einem Lernzentrum, ist nun gestorben“, sagte Metzelder. Denn für diese Tribüne sei der Kindergarten ein wichtiger Bestandteil gewesen. So versprach sich Metzelder davon ein steigendes Mietinteresse für die anderen Flächen und ein Projekt mit Leuchtturmcharakter, welches Chancen auf eine öffentliche Förderung durch das Programm Moderne Sportstätten 2022 gehabt hätte.

„Investition zwingend erforderlich“

Trotzdem: „Eine Investition in die Stauseekampfbahn ist weiter zwingend erforderlich“, sagt Metzelder. Auf 160.000 Euro schätzt der ehemalige Nationalspieler die Kosten für eine überdachte Sitzplatztribüne und einen Bereich für die Gästefans. „Eine Umsetzung dieser Maßnahmen ist übrigens ligaunabhängig notwendig, um dauerhaft leistungsorientierten Amateurfußball in Haltern anbieten zu können“, erklärte er.

Diese Pläne stellte Metzelder im Sportausschuss am 21. März erstmalig den Halterner Lokalpolitikern vor. Konkret habe sich die Verwaltung mit den Plänen noch nicht auseinandersetzen können, da sie noch nicht eingegangen seien, erklärt Georg Bockey, Pressesprecher der Stadt Haltern. „Wir wollen den TuS nicht im Stich lassen“, erklärte Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel nach der Ausschusssitzung.

Bis zum Montag (1. April, 24 Uhr) müssen die Unterlagen beim Verband vorliegen. Sollte es zu Unstimmigkeiten in den Papieren kommen, hat der TuS Zeit, noch einmal nachzubessern. Vier Wochen gewährte der Verband dem Verein im vergangenen Jahr, als er noch ein Sicherheitsgutachten nachreichen musste.

Das sagen die anderen Oberligisten zum Stand des Lizenzsverfahrens:

  • FC Schalke 04 U23 (Platz 1, 59 Punkte): Till Beckmann, der administrative Leiter der Knappenschmiede, hat bestätigt, dass die Unterlagen fristgerecht beim Verband eingereicht wurden.
  • Westfalia Rhynern (Platz 3, 36 Punkte): „Wir werden keinen Antrag stellen“, erklärte Dr. Arnulf Kleine, Vorsitzender des Vereins. „Wir planen in der kommenden Saison in der Oberliga.“
  • ASC 09 Dortmund (Platz 4, 35 Punkte): Der ASC beantragt die Lizenz. „Normalerweise sind Schalke und Haltern durch. Aber es wäre fahrlässig, die Lizenz nicht zu beantragen, sollte bei Schalke oder Haltern noch etwas passieren“, sagt Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC.
  • TuS Ennepetal (Platz 5, 35 Punkte): „Die Lizenzunterlagen werden wir nach einem Punkt aus sieben Spielen mit 99-prozentiger Sicherheit nicht einreichen“, sagt Alexander Thamm, Trainer des TuS.
  • SV Schermbeck (Platz 6, 35 Punkte): „Wir reichen die Unterlagen nicht ein“, sagt Michael Steinrötter, Vorsitzender der Fußball-Abteilung des SVS.
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So soll die Stauseekampfbahn des TuS Haltern für die Regionalliga fit werden

Das Großprojekt eines neuen Stadions ist für den TuS Haltern vom Tisch. Stattdessen stellt Christoph Metzelder bereits neue Pläne vor. 160.000 Euro werden aktuell einkalkuliert. Von Kevin Kindel

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