Florian Bartel (r.) wechselt zum ASC. © Holzwickeder SC
Fußball

Trotz Zusage: Co-Trainer Florian Bartel verlässt Holzwickeder SC – und geht zur Konkurrenz

Fußball-Oberligist Holzwickeder SC muss sich einen neuen Co-Trainer suchen. Florian Bartel verlässt den Verein nun doch - und schließt sich einem Konkurrenten an. Der Schritt überrascht.

Damit war nicht zu rechnen: Der Holzwickeder SC muss sich für die kommende Saison einen neuen Co-Trainer suchen. Florian Bartel (27) wird den Verein nach eineinhalb Jahren verlassen und schließt sich einem direkten Konkurrenten aus der Oberliga Westfalen an. Dieser Schritt überrascht – und wirft Fragen auf. Denn erst Anfang Februar hatten der HSC und Bartel verkündet, die Zusammenarbeit trotz des Abgangs von Erfolgs-Coach Axel Schmeing über den Sommer hinaus fortsetzen zu wollen.

Zusage an den Holzwickeder SC zurückgezogen

„Florian Bartel hat mich am Sonntag angerufen und seine Zusage für die kommende Saison zurückgezogen. Das hat uns überrascht“, bestätigt Holzwickedes Sportlicher Leiter Tim Harbott den Abgang des 27-Jährigen. Angesprochen auf mögliche Gründe für Bartels Entschluss warb Harbott um Verständnis. „Natürlich hat Florian uns seine Gründe genannt. Diese bleiben aber intern“, so Harbott.

Die Tatsache, dass Florian Bartel bereits einen neuen Verein gefunden hat und es sich dabei um einen direkten Konkurrenten der Holzwickeder handelt, bestätigte Tim Harbott nicht: „Dazu kann ich nichts sagen.“ Es ist aber Fakt, dass er sich dem Oberliga-Konkurrenten ASC 09 Dortmund anschließt. Er wird als Co-Trainer an der Seite von ASC-Coach Antonios Kotziampassis tätig sein.

Emre Konya (l.), neben Samir Habibovic Teil der sportlichen Leitung, begrüßt Florian Bartel (r.) beim ASC 09 Dortmund. © ASC 09 © ASC 09

Aplerbecks Sportlicher Leiter Samir Habibovic erklärt, wie es zu der Bartel-Verpflichtung gekommen ist. „Als wir vor sechs Wochen gehört haben, dass Axel Schmeing als Trainer von Holzwickede zum Lüner SV wechselt und Florian Bartel nicht mitgeht, da haben wir Florian angesprochen. Er hat uns sofort abgesagt“, sagt Habibovic, „dann hat er vor kurzem unserem Koordinator Uwe Kallenbach erzählt, dass er Holzwickede trotz seiner Zusage doch verlassen wird und zu einem Gespräch mit uns bereit sei. Dann ging alles sehr schnell.“

Warum der plötzliche Sinneswandel?

Bartels Schritt wirft Fragen auf. Woher rührt der plötzliche Sinneswandel des jungen Fußballlehrers? Schließlich hatte Bartel erst im Zuge seiner Zusage in Holzwickede vor Monatsfrist betont: „Für mich kam auch nur der HSC als Ansprechpartner für die kommende Saison infrage.“

Holzwickedes Sportlicher Leiter Tim Harbott war überrascht von dem plötzlichen Rückzug von Co-Trainer Florian Bartel. © HSC © HSC

Betrachtet man den Zeitpunkt seiner überraschenden Absage an den HSC, liegt – von außen betrachtet – die Vermutung nahe, dass Bartel vielleicht nicht mit der Wahl von Marc Woller als Cheftrainer zur kommenden Saison einverstanden sein könnte. Dessen Verpflichtung gab der Holzwickeder SC am 28. Februar bekannt. Nur eine Woche später meldete Bartel sich schließlich bei Harbott – und zog seine Zusage zurück.

Ein anderes Szenario könnte lauten, dass nicht Woller an sich der Grund für Bartels Abgang ist. Vielleicht hatte Bartel sich schlicht doch Hoffnungen gemacht, selber als Nachfolger für Axel Schmeing beim HSC infrage zu kommen. Wobei Bartel vermutlich selber klar gewesen sein dürfte, dass er mit seinen gerade einmal 27 Jahren womöglich über zu wenig Erfahrung verfügt, um schon jetzt als Cheftrainer in der Ober- oder sogar Regionalliga infrage zu kommen.

Ein jähes Ende der Holzwickeder Harmonie

Bartel stieß zur Saison 2019/20 in den HSC-Trainerstab, war vorher bereits als spielender Co-Trainer beim Bezirksligisten ETuS/DJK Schwerte im Einsatz. Mittelfristig möchte der Inhaber der B-Lizenz aber Cheftrainer werden.

„Es macht extrem viel Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich in meinen 24 Fußball-Jahren noch nie eine so charakterstarke Mannschaft erlebt wie in Holzwickede. Hier ist es super harmonisch“, sagte Bartel noch Anfang Februar im Gespräch mit dieser Redaktion. Einen guten Monat später scheint es, als habe die Harmonie beim Emscherklub ein jähes Ende erfahren.

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2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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