Oguzhan Yilmaz und der TSC Kamen blieben in der Saison 2017/18 ungeschlagen. © Wagner
Fußball

Oguzhan Yilmaz‘ Neustart in Massen scheiterte – mit dem Kamener SC will er nun Oberaden ärgern

Ohne ein Pflichtspiel bestritten zu haben, wechselt Oguzhan Yilmaz von der SG Massen zum Kamener SC. Mit seinem neuen Klub hat er große Ziele. Eins davon betrifft den Ligakonkurrenten SuS Oberaden.

Oguzhan Yilmaz will es noch einmal wissen. Nach einer schweren Knieverletzung hatte der heute 26-Jährige schon im vergangenen Jahr sein Comeback angekündigt. Das wollte er bei der SG Massen geben. Ein Pflichtspiel absolvierte der Linksverteidiger für den Fußball-Bezirksligisten aber nicht. Stattdessen meldete er sich wieder ab. Nun heuert er bei dem Verein an, bei dem er mit dem Fußballspielen Ende der 90er Jahre angefangen hat: beim Kamener SC.

Mit vier Jahren lief Oguzhan Yilmaz bereits bei den Mini-Kickern des Kamener SC auf. In der Jugend folgten Stationen beim VfL Kamen und beim BSV Heeren, für den er seine ersten Seniorenspiele bestritt. „Ich war schon bei allen Vereinen in Kamen – außer beim SuS Kaiserau“, merkt Yilmaz an. Nach einem halben Senioren-Jahr beim BSV wechselte er zum Königsborner SV – und später für eine Saison zu Preußen Lünen.

Verlorenes Aufstiegsspiel mit einschneidendem Erlebnis verbunden

Dann folgte Yilmaz dem Ruf des TSC Kamen. Hier war er insgesamt sechs Jahre – wenngleich er nur in vier Spielzeiten wegen seiner schweren Verletzung mitwirken konnte. „Die Zeit beim TSC war super, vor allem die Meister-Saison, in der wir ungeschlagen waren.“ Das Ende der Saison 2017/18 hat jedoch für ein einschneidendes Erlebnis gesorgt, als TSC-Spieler Fatih Dündar kurz nach dem verlorenen Aufstiegsspiel gegen die IG Bönen verstarb.

„Das hat uns alle krass getroffen, dass er so früh gehen musste. Rückblickend war das der schwärzeste Tag. Da habe ich einen guten Freund verloren. Wir waren sehr dicke. Als Mannschaft hat uns das damals aber noch mehr zusammengeschweißt“, sagt der 26-Jährige.

Rückstand zu groß: Neustart bei der SG Massen ist missglückt

Trotzdem wollte Oguzhan Yilmaz seinen Neustart nicht beim TSC Kamen angehen. Stattdessen wechselte er zum Sommer 2020 zur SG Massen. „Ich habe beim TSC immer für lau gespielt und wollte mir mit meinem Hobby noch ein paar Euro dazu verdienen“, gibt Yilmaz offen zu. Und weiter: „SG Massen hat mir zudem super Möglichkeiten geboten und meine Reha finanziert, die ich letztes Jahr von März bis Juni durchlaufen konnte.“

Und trotzdem machte Yilmaz für die SGM nicht ein Pflichtspiel, meldete sich nach ein paar Wochen schon wieder ab. „Ich musste mir eingestehen, dass das Trainingspensum doch zu hoch war bei meinem Rückstand“, erklärt er, wieso er nicht in Massen geblieben ist.

Fenerbahce-Fan Oguzhan Yilmaz liebt die Farben Blau und Gelb

Über seinen Vater, der seit mehr als 25 Jahren beim KSC aktiv ist, kam der Kontakt zum ambitionierten A-Ligisten wieder zustande. „Ich bin ein Kamener Junge und war dem Verein immer verbunden. Dazu schätze ich Ahmet Kaya (Trainer der ersten Mannschaft, Anm. d. Red.) sehr. Und auch die Farben Blau und Gelb passen perfekt“, sagt der glühende Fenerbahce-Fan.

Oguzhan Yilmaz ist der erste Neuzugang für den Kamener SC für die kommende Saison. © KSC © KSC

Mit dem KSC peilt Oguzhan Yilmaz einen guten Platz in der Tabelle an. „Ich bin ehrgeizig und will jedes Spiel gewinnen. Mal sehen, vielleicht können wir den SuS Oberaden ja auch ärgern nächste Saison. Die haben ordentlich nachgerüstet und haben ganz andere finanzielle Möglichkeiten. Aber mit unserem Kader müssen wir uns nicht verstecken“, ist er optimistisch.

Sein persönliches Ziel: „Ich will natürlich verletzungsfrei bleiben – und noch einmal an einem Aufstiegsspiel teilnehmen.“ Dann soll es endlich auch mal mit einem Aufstieg klappen, hofft Yilmaz: „In drei Aufstiegsspielen habe ich mit dem TSC bisher Lehrgeld bezahlt. Auch absteigen kann ich gut. Ich will mich auch nochmal belohnen“, sagt er.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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