Alstedde-Trainer Andreas Bolst: "Priorität hat für mich das Feld"

ALSTEDDE Blau-Weiß Alstedde: Geheimfavorit auf die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A Lüdinghausen, aber der Versager bei der 36. Lüner Hallen-Stadtmeisterschaft? Mit Trainer Andreas Bolst sprach Sportredakteur Bernd Janning über den Fall in der Halle und das Hoffen auf die Rückkehr in die Bezirksliga.

von Von Bernd Janning

, 01.01.2009 / Lesedauer: 3 min

Haben Sie das Aus in der Halle verkraftet? Bolst: Gut, insgesamt war es eine Enttäuschung für uns. Und das insbesondere als einer der Mitausrichter. Aber das Aus war verdient.

Sie haben gegen das Futsal-Team von Atletico 9:1 im ersten Spiel gewonnen, sind aber trotzdem am Ende an dieser Mannschaft gescheitert, weil die Konkurrenz mehr Tore erzielte. Alstedde wirkte zum Auftakt wie ein Hühnerhaufen, bei Atletico war gar nichts? Bolst: Ich betone hier noch einmal. Wir waren schlecht. Meine persönliche Meinung zu diesem Geschehen wird aber auf keinen Fall durch unser Ausscheiden beeinflusst. Mit Atletico, das war ein schöner Versuch. Aber man sollte ihn nicht fortsetzen. Das war Wettbewerbsverzerrung. Die hatten im dritten, vierten Spiel nichts mehr drauf.

Also sollte auf die schwächeren Teams verzichtet werden? Bolst: Atletico ist ein Futsal-Team, gehört nicht dem DFB an. Damit wäre ein Teil der Frage beantwortet. Wenn mit schwächeren Teams Beckinghausen gemeint ist, die gehören dem DFB-Spielbetrieb an, haben das Recht, dazu zu gehören.

Was sollte geschehen? Bolst: Der Modus müsste geändert werden. Die Vorrunde sollte nur an einem Tag gespielt werden. Dann müsste eben morgens angefangen werden.

Schlechtes Niveau und große Unterschiede Ist der Hallen-Fußball noch attraktiv? Bolst: Leider geht das Niveau immer weiter nach unten. Das ist bei der Ballannahme und der Ballmitnahme zu sehen. Die Unterschiede werden sogar schon sehr deutlich, wenn B- und C-Ligisten aufeinander treffen.

Woran liegt das? Bolst : An der Ausbildung der Spieler. Die haben in ihrer Kindheit nicht, wie wir damals, Sport im Freien, nicht den Sport, so wie wir, in der Schule kennen gelernt.

Ist es wirklich so schlimm? Bolst: Ich habe einen Bericht von der Sporthochschule Köln gesehen, wie schwer sich künftige Sportlehrer bei der Aufnahmeprüfung tun. Wie sollen solche Leute Kindern Sport beibringen?

Eine letzte Frage zum Aus in der Halle. Ärgert es nicht besonders, wenn eine Mannschaft wie Atletico ausgerechnet gegen Alstedde sein erstes Stadtmeisterschaftstor schießt? Bolst: Das muss man abhaken. Dieses Tor hätte auch Gahmen kassieren können.

Gibt es ein All-Stars-Team der Vorrunde? Bolst: Ein solches zu benennen, fällt von Jahr zu Jahr schwerer.

Haben Sie die Lust am Hallen-Fußball verloren? Bolst: Nein, das ist eine schöne Sache, besonders, wenn man erfolgreich ist. Wir müssen noch bei der Kreismeisterschaft Lüdinghausen und den Warsteiner Masters ran. Aber, ich habe nie einen Hehl daraus gemacht - in der Halle, das ist Bewegungstherapie. Priorität hat für mich das Feld. Aber der Vorstand und ich machen sich schon Gedanken über den Auftritt der Mannschaft in der Halle.Wie Bolst die Chancen seines Teams im Aufstiegskampf einschätzt und wie der BW-Coach auf die Frage antwortet, ob sich das Team in der nächsten Saison verstärken wird, können Sie im ausführlichen Interview in der Freitagsausgabe (2. Januar) der Lüner Ruhr Nachrichten nachlesen.

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