BW Alstedde gegen Westfalia Wethmar: Das letzte Lüner Fußball-Derby für unbestimmte Zeit

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Das Derby zwischen BW Alstedde und Westfalia Wethmar findet statt. Danach liegt der Fußball erstmal still. Trotzdem ist die Vorfreude auf beiden Seiten groß - genauso wie die Zuschauerzahl.

Alstedde, Wethmar

, 10.10.2020, 13:48 Uhr / Lesedauer: 3 min

Endlich wieder Altlüner Fußballderby! Nach acht Jahren des langen Wartens treffen Blau-Weiß Alstedde und der TuS Westfalia Wethmar endlich wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. Dabei geriet das Derby am Freitagabend für einige Stunden massiv ins Wanken.

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Der Kreis Unna verbietet ab Sonntag jeglichen Kontaktsport in Wettkampf- und Trainingsform. Das Altlüner Duell ist aber schon für den Samstag angesetzt – vor 500 Zuschauern. Die Frage, ob BWA da kurzfristig noch etwas an den Durchführungsbedingungen verändern sollte, stellte sich von selbst.

Zwischen 18 und 19 Uhr saß der Alstedder Vorstand zusammen und verkündete durch den zweiten Vorsitzenden Hans-Jürgen Kahl: „Das Spiel wird wie geplant vor bis zu 500 Zuschauern ausgetragen.“ Kahl schränkte allerdings ein: BW Alstedde hat für jeden eigentlich angemeldeten Zuschauer, der wegen persönlicher Bedenken doch nicht zum Spiel kommen möchte, Verständnis. Es würden keine Schäden durch nicht wahrgenommene Reservierungen entstehen und nicht genutzte Karten nicht zurück in den Verkauf gegeben.

Euphorie ist riesig im Norden Lünens

Die Euphorie vor dem lang erwarteten Derby im Lüner Norden ist trotzdem längst auf die Trainer beider Mannschaften übergeschwappt. „Riesengroß“ sei die Vorfreude, berichtet Tim Hermes, Spielertrainer der gastgebenden Alstedder. „Das war schon früher, als ich als Kind am Platz dabei war, immer ein Highlight“, sagt der ehemalige Regionalliga-Spieler, der seit diesem Sommer auch für BWA auf dem Rasen aktiv ist.

Steven Koch (l.) ist bei Anpfiff des Derbys fast genau ein Jahr lang Trainer von Westfalia Wethmar.

Steven Koch (l.) ist bei Anpfiff des Derbys fast genau ein Jahr lang Trainer von Westfalia Wethmar. © Timo Janisch

„Derbys sind immer etwas Besonderes, das steht außer Frage“, sagt Steven Koch. Wenn das Derby angepfiffen wird, ist Koch fast auf den Tag genau ein Jahr lang Trainer von Westfalia Wethmar. Zuvor lernte er als Coach des SV Preußen und des VfB Lünen das Derby gen Lüner Süden kennen.

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Die Vorfreude des gesamten Stadtteils, beinahe der gesamten Lüner Fußballszene ist spürbar. Würde die Corona-Pandemie nicht für Einschränkungen sorgen, hätten die Verantwortlichen wohl mit mehr als 700 Zuschauern gerechnet. Auf Facebook ruft die Alstedder Altherren-Abteilung dazu auf, unbedingt in blauer Kleidung an den Heikenberg zu kommen – egal, ob Shirts, Jacken oder Schals. Aufgrund der begrenzten Menge an Auswärtskarten dürften die Wethmarer da etwas weniger farbgewaltig daherkommen.

Während der vergangenen acht Jahre – letztmals trafen beide Mannschaften noch in der Kreisliga A des Altkreises Lüdinghausen aufeinander – wäre die Westfalia wohl stets als Favorit ins Rennen gegangen. Nach dem bis dato letzten Duell stieg Wethmar in die Bezirksliga auf und spielt seitdem ununterbrochen dort.

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Alstedde dagegen blieb viele weitere Jahre im Mittelmaß der A-Liga stecken – seit der Saison 2015/2016 dann im Kreis Dortmund. In der zurückliegenden, aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison glückte BWA dann mit riesigem Vorsprung der verdiente Aufstieg in die Bezirksliga.

Geht es nach Wethmars Coach Steven Koch, sind die Aufsteiger auch sofort der Favorit gegen die Gäste aus dem oft zitierten „Königreich“. „Alstedde ist besser in die Saison gestartet, spielt zu Hause und ist daher leichter Favorit“, so Koch.

Tim Hermes erinnert sich gerne an die Derbys, als er noch als Kind zuschaute.

Tim Hermes erinnert sich gerne an die Derbys, als er noch als Kind zuschaute. © Timo Janisch

Einfach so annehmen will Tim Hermes diese Rolle nicht. Zu mäßig waren die BWA-Leistungen zuletzt. Erst am Sonntag gab es ein verdientes 1:3 in Massen. Generell hat die überragende Alstedder Defensive aus der Aufstiegssaison in der höheren Liga noch nicht konstante Stabilität erreicht. „Ich würde uns die Favoritenrolle nicht zuschreiben“, so Hermes. Dazu sei es noch zu früh in der Saison. Fünf Spieltage, nach denen BWA mit sieben Punkten zwei Zähler besser dasteht als die Westfalia, sind bislang gespielt.

Dennoch käme das Derby zum genau richtigen Zeitpunkt, glaubt Hermes. „Letzte Woche haben wir eine nicht so gute Leistung gezeigt“, sagt er und verweist auf einen möglichen „Hallo-Wach-Effekt“, der seiner Elf verdeutliche, „dass wir zwei Schippen drauflegen müssen“.

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Neben den Punkten Heimspiel und leicht besserer Saisonstart hat Steven Koch einen weiteren guten Grund, um BW Alstedde die Favoritenrolle zuzuschreiben. Der Wethmarer Trainer scheint nämlich alles andere als glücklich mit der eigenen Personallage. „Leider sind wichtige Spieler angeschlagen und wir wissen noch nicht, ob es bis morgen klappt“, sagte Koch am Freitag. Leicht angeschlagen ginge die Westfalia daher ins Derby.

Westfalia Wethmar unterliegt SuS Oberaden

Mit Blick auf das wichtige Lokalduell war der TWW schon am Mittwoch in das Kreispokal-Spiel gegen den SuS Oberaden gegangen. „Wir haben uns unter der Woche beim Pokal geschont und unseren Fokus auf das Derby gelegt“, erklärt Koch. Er schickte eine aus allen drei Wethmarer Senioren-Mannschaften zusammengestellte Elf auf den Rasen.

Gegen den klassentieferen, aber ambitionierten A-Ligisten gab es eine anscheinend einkalkulierte 1:4-Niederlage. „Wir hoffen aber, dasss wir die richtigen Schlüsse ziehen und was zählbares mitnehmen“, so Koch. „Derbys haben eigene Gesetze“, sagt er.

Tim Hermes fehlt eventuell Mario Lindner

Deutlich entspannter sieht die Personallage bei den Blau-Weißen aus. „Sonst sind alle an Board“, sagt Hermes. „Sonst“? Hinter einem absoluten Alstedder Leistungsträger steht nach Aussage Hermes noch ein „großes Fragezeichen“.

Mario Lindner, zuletzt in der Regel als einer der beiden Zehner hinter der alleinigen Spitze Dominik Hennes eingesetzt, habe die gesamte Woche nicht trainieren können, so Hermes. Erst am Samstag könne ihm der erfahrene Akteur mitteilen, ob es zu einem Einsatz reichen wird. Zwei Treffer hat er in der aktuellen Saison bislang erzielt. Ein Ausfall Linders wäre bitter für BWA.

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