Laut neuer Corona-Schutzverordnung sind Wettbewerbe im Breiten- und Freizeitsport theoretisch wieder möglich, praktisch allerdings dann doch nicht. Die Stimmung in Lünen? Auf dem Tiefpunkt.

Lünen, Brambauer, Horstmar, Gahmen, Alstedde

, 01.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Widersprüche in der Corona-Schutzverordnung und eine Warnung des Verbandes sorgen für Verwirrung bei Lünens Fußballclubs. Einige Vereine bleiben bei der kontaktlosen Variante des Fußballtrainings, obwohl die Pressestelle des Landes NRW bestätigt hat, dass Fußballspielen mit zehn Spielern auch mit Körperkontakt wieder möglich ist.

„Es gibt Widersprüche in den Corona-Schutzverordnungen“, sagt Florian Dellbrügge, Geschäftsführer und Hygiene-Beauftragter beim B-Ligisten BV Lünen. „Wir bleiben beim kontaktlosen Training und warten auf ein Feedback von der Stadt, wie das laufen soll“, erklärt Dellbrügge weiter.

Denn laut der neuen Corona-Schutzverordnung sind Wettbewerbe im Breiten- und Freizeitsport möglich. Das gilt allerdings nur für Gruppen mit einer Maximalanzahl von zehn Personen.

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) schreibt in einer aktuellen Mitteilung dazu: „Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass nach wie vor kein regulärer Trainings- oder Wettkampfbetrieb im Amateur- und Jugendfußball möglich ist. Sportfeste wie zum Beispiel Fußball-Turniere, Freundschaftsspiele und ähnliche Sportveranstaltungen sind ferner bis mindestens zum 31. August 2020 untersagt (§ 9, Absatz 6).“

Verband hält Lockerungen nicht für sinnvoll

Manfred Schnieders und Holger Bellinghoff, Vizepräsidenten für Amateurfußball und Jugend, raten Vereinen sogar davon ab, wieder unter Einsatz von Körperkontakt Fußball zu spielen. „Für den Fußball halten wir die neuen Lockerungen für wenig sinnvoll – zumal bis mindestens zum 31. August keine Turniere, Freundschafts- oder gar Meisterschaftsspiele ausgetragen werden können“, so Schnieders und Bellinghoff unisono.

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„Das ändert sich ja stündlich“, sagt Hans-Jürgen Kahl vom A-Ligisten BW Alstedde und ergänzt: „Übernächste Woche stellen wir unser Hygienekonzept vor - bis dahin passiert hier überhaupt nichts.“ Trainiert wird hier aktuell nicht, weder mit, noch ohne Kontakt. Beim Westfalenligisten Lüner SV ist für Juni „das ein oder Training angedacht“, so Peter Marx, zweiter Vorsitzender. Zwar dürften laut neuer Corona-Verordnung auch wieder Umkleide- und Sanitäranlagen genutzt werden, „die Spieler sollen aber erstmal alle umgezogen kommen für die paar Einheiten“, erklärt Marx.

Er hofft auf weitere Lockerungen. Denn am Donnerstag, 4. Juli, ist ein Jubiläumsspiel zwischen dem BV Lünen und dem Lüner SV angedacht. Der BV feiert 115 Jahre Bestehen, der LSV 75. Ob das Spiel stattfinden darf? Völlig unklar...

Endlich wieder Präsenz zeigen

„Wir würden uns gern wieder in Lünen zeigen, wenn es erlaubt ist“, sagt Marx. Beide Vereine hoffen, dass der Termin stattfinden kann - im besten Fall unter weiteren Lockerungen hinsichtlich Zuschaueranzahl und Rahmenbedingungen. Dellbrügge: „Gegen einen Westfalenligisten spielt man als B-Ligist auch nicht alle Tage. Wir wollen uns auch ein bisschen bei den Zuschauern und Mitgliedern bedanken.“

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So sehen es auch die Verantwortlichen beim Bezirksligisten TuS Westfalia Wethmar, wo aktuell „Fußball“ gespielt wird. „Wir machen es ja eigentlich nur für die Jugend, die werden sonst noch verrückt - zurecht“, sagt Rolf Nehling, sportlicher Leiter. Auf Zweikämpfe wird in Wethmar allerdings weiterhin verzichtet. Nehling: „Wir hoffen, dass sich das über kurz oder lang weiter lockert, müssen aber abwarten.“

Fast Normalität ist indes bei den Reitern in Brambauer eingekehrt. Beim Reitverein sind seit vergangenen Freitag sogar wieder Zuschauer erlaubt - unter bestimmten Voraussetzungen. „Es geht hier besonders um die Eltern der Kinder“, erklärt Vorsitzender Gerd Oldenburg. „Wir haben hier ganz normalen Betrieb laufen - unter Erfüllung aller Voraussetzungen.“

Besucher müssen erfasst werden

Allerdings müssen sich alle Personen, die das Gelände betreten, mit Namen, Telefonnummer und Adresse auf Einzellisten eintragen. „Es geht vor allem darum, zurückverfolgen zu können, wenn einer positiv getestet wird“, sagt Oldenburg. Das Tragen einer Maske und die Einhaltung des Mindestabstandes bleiben auch hier weiterhin Pflicht.

Für ausreichend Desinfektionsmittel hat der Reitverein gesorgt, Wettbewerbe finden hier vorerst nicht statt. Der Reitertag, der Ende Juni stattfinden sollte, wurde bereits vor sechs Wochen abgesagt. „Wir bedauern das sehr und hoffen, dass unsere Sponsoren uns auch für nächstes Jahr erhalten bleiben“, so Oldenburg. Da in Brambauer nicht voltigiert wird, betrifft den Verein die Lockerung hinsichtlich der Ausrichtung von Wettkämpfen sowie der Wiederaufnahme von Kontaktsport nicht.

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