Coronavirus: Lüner Fußballer warten weiter auf eine Entscheidung - Trainer diskutieren mehrere Ideen

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Der Spielbetrieb im Amateurfußball pausiert weiterhin. Noch hat der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen nicht entschieden, wie es weitergeht. Die Lüner Trainer haben verschiedene Ideen.

Lünen

, 29.03.2020, 18:35 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bis auf Weiteres werde der Spiel- und Meisterschaftsbetrieb im deutschen Amateurfußballbereich ausgesetzt. Diese Nachricht verkündete am Freitag der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) in einer Pressemitteilung. Auf diese Entscheidung habe sich der Deutsche Fußball Bund mit seinen Landesverbänden verständigt.

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Mit einer Vorlaufzeit von 14 Tagen sollen die Vereine von einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs informiert werden“, teilte der FLVW in einer Mitteilung mit. Bedeutet: Die Fußballer müssen sich weiter gedulden. Eine Wiederaufnahme zum 19. April scheint fast ausgeschlossen. So stehen auch die Fußballer aus der Lippestadt weiter vor einer ungewissen Zukunft.

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Dass die Saison noch wirklich fortgesetzt wird, daran glauben auch in der Lippestadt nur noch die wenigsten Fußballer. „Ich denke, dass es fast ausgeschlossen ist, dass man diese Saison noch ohne Wettbewerbsverzerrung oder ohne es billigend in Kauf zu nehmen, dass sich viele Spieler verletzen oder einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt werden, beenden kann. Ich hoffe, dass der Verband sich das vor Augen führt und die Saison nicht noch auf Biegen und Brechen ausspielen lassen will“, sagt beispielsweise Jascha Keller, Noch-Trainer beim Fußball-Bezirksligisten BV Brambauer.

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In eine ähnliche Richtung argumentieren auch Christian Hampel, Trainer vom Westfalenligisten Lüner SV und Dennis Gerleve, Noch-Coach beim B-Ligisten BV Lünen. Hampel: „Wir wissen alle, dass die Saison nicht weitergespielt wird. Alles andere wäre total hirnverbrannt. Ich erwarte, dass es nach Ostern eine Entscheidung gibt. Ich verstehe aber auch den Verband. Das ist keine Entscheidung, weil man ja noch den Aufstieg und Abstieg klären muss“, so der LSV-Trainer.

Dennis Gerleve ist allmählich genervt von der Zeit ohne Fußball. Dennoch ist auch er der Auffassung, dass die Spielzeit auf keinen Fall zu Ende gespielt werde.

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So einig sich Keller, Hampel und Gerleve ob der Beendigung der Saison sind, so unterschiedlich sind ihre Vorschläge für eine Wertung. Jascha Keller, der für einen sofortigen Abbruch der Saison plädiert, bevorzugt das Modell, das der Westfälische Basketballverband gewählt hat.

„Ich würde mir eine Regelung wie im Basketball wünschen. So dürften alle Vereine zufrieden sein und niemandem entsteht ein Nachteil durch den vorzeitigen Saisonabbruch“, sagt Keller. Tabellenführer hätten demnach das Anrecht, in die nächst höhere Liga aufzusteigen, vom Abstieg bedrohte Klubs könnten eine Wildcard beantragen und so die Klasse halten.

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Christian Hampel hält eine komplette Annullierung der Saison für sinnvoll, wenngleich er auch betont, dass es keine zu 100 Prozent faire Entscheidung gebe. „Dennoch ist das die fairste Lösung“, sagt er. Aktuelle Tabellenführer würden damit den Aufstieg verpassen, Kellerkinder die Klasse halten, sodass die Ligen unverändert blieben.

Gerleve spricht sich für Hinrundentabelle aus

Dennis Gerleve sieht das anders. Der BV05-Coach, der im neuen Spieljahr für BW Alstedde kickt, spricht sich dafür aus, dass die Hinrundentabelle als Maßstab genommen wird. „Eine Saison ohne Wertung wäre eine Vollkatastrophe. Es gibt ja auch Vereine, die viel Geld in die Hand genommen haben. Die fairste Lösung wäre, wenn man die Hinrundentabelle nimmt. Da hat jeder gegen jeden einmal gespielt. Die Tabellenführer hätten es sich verdient, aufzusteigen“, so Gerleve.

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Der von Gerleve besprochene Fall würde auf den Tabellenführer der Kreisliga A2 Dortmund - BW Alstedde - zutreffen. Tim Hermes, Coach der Blau-Weißen, sagt dazu: „Es wäre schön, wenn wir fast drei Viertel einer Saison nicht umsonst gespielt haben. Aufsteiger ja, Absteiger nein, das wäre mein Vorschlag und Wunsch“, sagt Hermes, der damit eine ähnliche Lösung wie Jascha Keller mit den Wildcards nennt.

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Paul Mantei ist seit dem Winter Trainer beim TuS Westfalia Wethmar II. Die Grün-Weißen liegen abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der Kreisliga A2 Unna/Hamm. Mantei wünscht sich zwar auch eine schnelle Lösung, kann die Beteiligten aber auch verstehen, weil es sich um eine ganz neue Situation handele.

Gesundheit steht im Fokus

Der Wethmarer Coach ist froh, dass er die Entscheidung bezüglich der Saisonwertung nicht treffen muss. „Da wird man keine richtige oder perfekte Lösung finden. Es ist ein schwieriges Thema. Man muss die Entwicklungen des Coronavirus beobachten. Das ist erstmal Priorität Nummer eins, dass ich mir wünsche, dass möglichst alle Leute gesund bleiben“, so der Wethmarer abschließend.

Rolf Nehling, Sportlicher Leiter beim TuS Westfalia Wethmar, hatte bereits angekündigt, dass der TWW für seine zwei Mannschaften, die sich beide im Abstiegskampf befinden, im Fall der Fälle Wildcards beantragen würde.

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