Der Dortmunder Kreispokal - ein Horror-Wettbewerb für Lüner Vereine?

hzKreispokal Dortmund

Dieses Bild ist mehr als auffällig: Sechs Kreisligisten aus Lünen traten in der ersten Runde des Dortmunder Kreispokals an, alle Teams schieden aus. Woran liegt das? Wir haben nachgefragt.

Lünen

, 21.08.2019, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der vergangenen Saison scheiterte der Fußball-Westfalenligist Lüner SV völlig überraschend im Finale des Dortmunder Kreispokals gegen den Bezirksligisten und Underdog TuS Eichlinghofen, der sich im Elfmeterschießen gegen die Schwansbeller durchsetzte. Ein schlechtes Omen? Vielleicht.

LSV und BVB starten in Runde drei

In diesem Jahr greift der LSV wie gewohnt erst in der dritten Runde des Wettbewerbs an - ebenso wie der Bezirksligist BV Brambauer. Die erste Runde des Dortmunder Kreispokals ist allerdings schon ausgespielt - mit maximal schlechtem Ausgang für die sechs Lüner Klubs, die allesamt ausschieden. Der FC Brambauer unterlag dem SV Körne mit 1:2, Gahmen patzte beim FC Dortmund 18 mit 3:4, BW Alstedde verlor beim TuS Eving Lindenhorst mit 2:6, der BV Lünen schied gegen den TSC Eintracht Dortmund aus (1:2), Preußen Lünen gegen Eving Selimye Spor (3:6) und der VfB Lünen verlor in dieser Woche gegen den TuS Rahm mit 1:4.

Der Dortmunder Kreispokal - ein Horror-Wettbewerb für Lüner Vereine?

Dennis Gerleve hält den Kreispokalwettbewerb weiterhin für attraktiv. © Goldstein

„Teams befinden sich in der Findungsphase“

„Das ist natürlich schon auffallend. Ich glaube, dass es dem Termin geschuldet ist, weil sich die Vereine kurz vor dem Saisonstart noch in der Findungsphase befinden und nicht soviel riskieren wollen. Unattraktiv ist der Wettbewerb für mich aber nicht“, sagt beispielsweise Dennis Gerleve, Trainer des B-Ligisten BV Lünen. Semistan Tikici, Coach des A-Ligisten SG Gahmen, der gegen den C-Ligisten FC Dortmund aus dem Turnier flog, hat in seinem Spiel ein Motivationsproblem seiner Mannschaft ausgemacht. „Wir hatten eine gemischte Mannschaft bei der die Einstellung nicht gepasst hat. Ich möchte auch jedes Pokalspiel gewinnen und jede Runde weiterkommen“, so Tikici, der jedes Spiel als wichtig ansieht.

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Semistan Tikici würde jedes Spiel gerne gewinnen - auch im Kreispokal. © Günther Goldstein

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Als Pokaltypen bezeichnet sich auch Tim Hermes, Coach beim A-Ligisten SV BW Alstedde. In diesem Jahr haben die Blau-Weißen allerdings nicht auf den Wettbewerb gesetzt, weil der Fokus auf dem Meisterschaftsbetrieb liege. „Ich finde es immer interessant, sich mit Teams aus anderen Ligen zu messen. Es sind immer Spiele, in denen alles passieren kann. Gerade als klassentieferer Verein entwickelst du in solchen Spielen manchmal ganz besondere Kräfte. Trotzdem haben wir vor der Saison in Alstedde beschlossen, dass unser Fokus dieses Jahr ganz klar auf der Liga liegt. Deswegen sind wir auch nicht in Bestbesetzung zum Pokalspiel gefahren. Nächstes Jahr wählen wir vielleicht einen anderen Weg“, so Hermes.

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Tim Hermes und der SV BW Alstedde haben den Fokus in diesem Jahr auf die Meisterschaft gelegt. © Timo Janisch


Philipp Scheuren, Kapitän beim VfB Lünen, und sein Klub haben in dieser Pokalrunde nun als letzter Lüner Kreisligist die Erfahrung gemacht, in der ersten Runde auszuscheiden. Am Dienstagabend patzte der VfB gegen den TuS Rahm. Ähnlich wie Dennis Gerleve bestätigt auch Philipp Scheuren die Attraktivität des Wettbewerbs, hat aber eine mögliche Erklärung für das Lüner Dilemma. „Vielleicht sind die Dortmunder Vereine gegenüber Lüner Vereinen motivierter, weil die Lüner Klubs im vergangenen Jahr in den Tabellen weit oben standen“, sagt Scheuren.

Damit hat er der Lünen-Süder Recht: In der Kreisliga A2 Dortmund belegten nämlich der Lüner SV II, der VfB Lünen, BW Alstedde und der SV Preußen Lünen die ersten vier Plätze. In der Kreisliga B3 wurde die SG Gahmen Meister, der BV Lünen Vizemeister und der FC Brambauer Achter.

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