Traum geplatzt: Der VfB Lünen scheitert in der Aufstiegsrelegation an Türkspor Dortmund

Aufstiegsrelegation

Die Aufstiegsträume beim VfB Lünen sind geplatzt. Nach starker erster Halbzeit verlieren die Lünen-Süder gegen Türkspor Dortmund mit 2:4. Fünf Schlüsselmomente haben das Spiel entschieden.

Lünen

, 29.05.2019, 23:02 Uhr / Lesedauer: 3 min
Traum geplatzt: Der VfB Lünen scheitert in der Aufstiegsrelegation an Türkspor Dortmund

Ex-VfB-Kepper Jörg Lemke (jetzt BV Brambauer) tröstet seinen Ex-Mitspieler Tim Gehrmann. © Timo Janisch

Die Bezirksligaträume sind für den VfB Lünen geplatzt. Im ersten Spiel der Aufstiegsrelegation hat der VfB Lünen am Mittwochabend mit 2:4 gegen Türkspor Dortmund verloren. Die Niederlage war unglücklich, weil der VfB über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft war.

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Türk. Dortmund – VfB Lünen 4:2 (1:2)

Tim Gehrmann sackte nach der Partie auf dem Spielfeld in sich zusammen, Philipp Scheuren strich sich die Tränen aus dem Gesicht. Die beiden Lüner waren am Mittwoch ein Paradebeispiel für die bittere Niederlage der Lüner. Fünf Schlüsselmomente kosteten dem VfB Lünen letztendlich den Sieg und alle weiteren Hoffnungen auf den Bezirksliga-Aufstieg.

Starker Beginn des VfB

Dabei fing alles so gut an. Die erste Halbzeit gehörte ganz klar dem VfB. Die von VfB-Coach Mark Bördeling taktisch gut eingestellten Lüner dominierten in der Anfangsphase. Der VfB zog teilweise ein mustergültiges Konterspiel auf, brachte Türkspor immer wieder in Verlegenheit. Allen voran Tim Gehrmann sorgte auf dem linken Flügel für Gefahr. Entweder bediente er seine Mitspieler mit gefährlichen Pässen – oder er zog selbst ab. In Führung ging Lünen allerdings durch Dennis Wagner. Eine knappe Viertelstunde war verstrichen, als der VfB-Angreifer eine Unachtsamkeit der Dortmunder ausnutzte. Nur fünf Minuten später ließ Oliver Hilkenbach die Aufstiegshoffnungen der Lüner so richtig aufflammen. Sein Schuss aus etwa 15 Metern landete im linken unteren Eck – 2:0. In diesen Momenten sprach schlichtweg alles für den VfB. Das sah auch Mark Bördeling so. „In der ersten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft, kassieren dann aber unnötig das 1:2“, so der Lüner Coach. Das 1:2 aus VfB-Sicht ging in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit auf das Konto des eingewechselten Ahmet Cosgun, der in der 36. Minute ins Spiel kam – Schlüsselmoment Nummer eins. Der VfB hatte direkt im Gegenzug allerdings die Chance, den Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen. Nach einer starken Vorarbeit von Gehrmann tauchte Maik Küchler frei vor Türkspor-Keeper Mehmet Akcay auf, schoss aber nur den Torwart an – Schlüsselmoment Nummer zwei. So ging Türkspor mit einem psychologischen Vorteil in die Kabine.

Traum geplatzt: Der VfB Lünen scheitert in der Aufstiegsrelegation an Türkspor Dortmund

Ahmet Cosgun (vorne) war am Mittwoch der Matchwinner bei Türkspor. © Timo Janisch

„Die ersten 15 Minuten in der zweiten Halbzeit haben wir dann leider völlig verschlafen. Ansonsten haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, stellte Bördeling klar.

In den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit ging beim VfB so gut wie alles schief. Nach einer Notbremse kassierte der untröstliche Philipp Scheuren, der ausgerechnet am Mittwoch auch noch Geburtstag hatte, die Rote Karte – der dritte Schlüsselmoment. Türkspor bekam einen Freistoß zugesprochen. Cosgun legte sich den Ball zurecht, zog ab – und der Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor – ein Sahnetreffer (51.). Der VfB war geschockt. Eine Minute später patzte Simon Weis im eigenen Strafraum, Nutznießer war Samir Zulfic, der Türkspor jetzt sogar in Führung schoss – Doppelschlag und der vierte Schlüsselmoment in dieser brisanten Partie.

Cosgun netzt zum dritten Mal

In der 67. Minute erhöhte Matchwinner Cosgun mit seinem dritten Treffer dann sogar auf das scheinbar sichere 4:2. Die Vorentscheidung? Noch nicht. Der VfB gab sich trotz Unterzahl nicht geschlagen, kämpfte gegen die drohende Niederlage mit Leidenschaft und Herzblut. Drei Minuten vor Schluss bekam Lünen tatsächlich noch einmal einen Strafstoß zugesprochen. Matti Bartsch war gefoult worden. Der sonst so sichere Schütze Tim Gehrmann trat an und vergab. Akcay parierte den schwach geschossenen Elfmeter – der fünfte Schlüsselmoment und nun die endgültige Entscheidung einer ereignisreichen Partie. Bülent Kara, Trainer der Dortmunder war nach dem Spiel überglücklich. „Nach dem 1:2-Anschlusstreffer haben wir wieder dran geglaubt. Wir wussten in der Kabine schon, dass wir wiederkommen. Insgesamt haben wir nachher verdient gewonnen“, so Kara.

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Rund 600 Zuschauer verfolgten die Partie. © Timo Janisch

Türkspor Dortmund: Akcay - Akdeniz, Ayaz, Kurgan, Kumac (5. Zulfic/55. Aktas), Bektas, Aydin, Bobokalonov, Buyruk, Caki (36. Cosgun), Secgel

VfB Lünen: Vorwick – Gehrmann, Bartsch, Küchler (55. Schulze Weiling), Scheuren, Weis, Hilkenbach, Garcia Rodriguez, Salmen (68. Kowalski), Wagner (70. Schulze Twenhöven), Harder

Tore: 0:1 Wagner (14.), 0:2 Hilkenbach (19.), 1:2 Cosgun (45.+1), 2:2 Cosgun (51.), 3:2 Zulfic (52.), 4:2 Cosgun (67.)

Bes. Vorkommnis: Rote Karte Scheuren (50.) wegen einer Notbremse

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