Ein Comeback wie aus einem Bilderbuch

Fußball: Bezirksliga

Drei Monate durfte er nur zusehen, verfolgte vom Rand, wie seine Wethmarer in die neue Spielzeit der Fußball-Bezirksliga 8 taumelten. Seit Sonntag ist Till Kowalski zurück und hat gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt.

WETHMAR

, 11.10.2017, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach drei Monaten stand Till Kowalski wieder auf dem Platz - und war direkt erfolgreich.

Nach drei Monaten stand Till Kowalski wieder auf dem Platz - und war direkt erfolgreich.

Drei Monate zum Vergessen liegen hinter Till Kowalski, Fußballspieler des Bezirksligisten Westfalia Wethmar. Rund 90 Tage voller Verzweiflung, voller Hoffnungen und auch Ängsten begleiteten den 20-Jährigen, der im rechten Mittelfeld beheimatet ist. Kowalski war lange verletzt.

Kein Ausgleich

Immer und immer wieder reizten ihn die Adduktoren, machten den Trainings- und Spielbetrieb in den vergangenen Monaten unmöglich. Comeback-Versuche scheiterten kläglich. Und wieder musste der ehrgeizige Fußballer eine Pause einlegen. „Es war natürlich eine schwere Zeit für mich. Ich wollte unbedingt, dass die Schmerzen verschwinden. Das hat sehr lange gedauert und das hat mich schon hin und wieder verzweifeln lassen“, sagt Till Kowalski.

Es waren aber nicht nur die Schmerzen, die Kowalski so sehr quälten. Der junge Wethmarer durfte seinem liebsten Hobby nicht nachgehen – dem Fußballspielen – und das belastete Kowalski umso mehr. „Mir fehlte auch der Ausgleich zu meiner Arbeit. Dann noch zu sehen, wie das Team nicht richtig in Tritt kam, hat mich sehr mitgenommen“, sagt Kowalski, der aktuell ein duales Studium im Bereich Versicherungswirtschaft absolviert.

Langer Weg zum Comeback

In der Tat: Der Saisonbeginn der Westfalia darf durchaus als Stolperstart bezeichnet werden. Nach zunächst sieben Spielen ohne Sieg glückten zuletzt allerdings zwei überzeugende Erfolge beim FC Overberge (7:1) und gegen den VfR Sölde (5:2). Am vergangenen Sonntag gegen Sölde durfte Kowalski dann endlich sein 15-minütiges Comeback feiern.

Der Weg dorthin war jedoch lang. Kowalski musste nicht nur auf den Sport verzichten und pausieren, er musste sich auch in medizinische Behandlung begeben. „Die Muskeln und Verspannungen mussten gelöst werden“, sagt er. Dann war es aber soweit. Nach gut zwei Wochen Trainingsbetrieb gab Kowalski am vergangenen Freitag im Gespräch mit Wethmars Chefcoach Simon Erling grünes Licht für einen Einsatz. Nach langer Zeit stand der 20-Jährige erstmals wieder im Kader seiner Westfalia. Ein besonderes Gefühl für den jungen Mittelfeldmann. „Ich war am Sonntag schon ein bisschen aufgeregt, aber dennoch sehr fokussiert. Ich brannte auf einen Einsatz“, sagt er.

Querleger ins Glück

Zunächst musste er aber zuschauen. 75 Minuten lang. Und verfolgte von Außen, wie die Westfalia dem VfR Sölde die Grenzen aufzeigte. Als es endlich zur Einwechslung kam, Kowalski trat für Kevin Klink auf den Platz, stand es nach dem Dreierpack von Tim Heptner und dem Treffer von Dennis Anderson schon 4:2 für die Westfalia.

Dann ging alles ganz schnell. Kowalski stand gerade einmal drei Minuten auf dem Platz, als sich die Westfalia den Ball erkämpfte und schnell umschaltete – Überzahlsituation für Wethmar. Im Drei-Gegen-Zwei stürmte die Westfalia auf das Tor der Gäste zu. Kowalski schickte Dennis Anderson auf den linken Flügel. Von dort aus legte Anderson, der von Gästeschlussmann Dustin Kossmann bedrängt wurde, noch einmal auf Kowalski quer.

Aus der Zeit gelernt

Der ließ es sich nicht nehmen und schoss den Ball ins leere Tor – 5:2, ein Comeback wie aus dem Bilderbuch. „Das Tor zu erzielen, war einfach unglaublich. Es war so befreiend für mich. Das macht hoffentlich die lange Leidenszeit schnell vergessen“, sagt der Wethmarer, der seine Mannschaft nach den beiden Erfolgen zuletzt auf einem guten Weg sieht.

Auch wenn Kowalski die Leidenszeit schnell vergessen will, hat sie ihm auch genutzt: „Ich habe gelernt, geduldig zu sein und auf den eigenen Körper zu hören“, sagt er. Der Körper will nun aber erst einmal lange beschwerdefrei Fußball spielen können.

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