Ein Lüner Verein begibt sich definitiv nicht auf die Suche nach einem neuen Trainingsplatz

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Die neue Allgemeinverfügung gilt seit vergangenem Sonntag. Der Sport steht still. Was ein Teil von Lünens Kreisliga-Trainern dazu sagt, lest Ihr hier.

Lünen

, 14.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Erreichen der roten Corona-Warnstufe hat den heimischen Fußball erneut zum Erliegen gebracht: zwei Wochen lang kein Fußball in Lünen. Wir haben mit vielen Trainern aus Lünen gesprochen. Hier ist Teil zwei.

Bülent Kara (SG Gahmen): „Der Sport ist jetzt gerade nicht der große Corona-Auslöser und da jetzt wieder einen Lockdown zu fahren, finde ich nicht so gut. Der Kreis Dortmund spielt, aber der Kreis Unna nicht, aber wir sind ja irgendwo auch Misch-Misch. Wir spielen nächste Woche in Dortmund, dürfen dann aber im Kreis Unna nicht trainieren. Das ist alles irgendwo nicht fair und auch keine optimale Lösung. Ich weiß nicht, wie es so weitergehen soll. Ich würde als Trainer wollen, dass der Sport weitergeführt wird – natürlich geht die Gesundheit vor, aber es kann nicht sein, dass Nachbarkreise weiterspielen und der Kreis Unna nicht.“

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Stefan Urban (SV Preußen Lünen): „Wie es weitergeht, steht ja noch ein bisschen in den Sternen. Fakt ist: Wir dürfen im Kreis Unna nicht spielen. Meine Jungs brennen auch, wollen woanders trainieren, aber macht das überhaupt Sinn? Ich finde das bedenklich. Daher haben wir zusammen mit dem Vorstand entschlossen, nicht woanders zu trainieren. Klar, bei vielen steht jetzt Wettbewerbsverzerrung im Raum, aber dem müssen wir uns so stellen. Wenn bei uns die drei Spiele ausfallen, müssen wir insgesamt fünf Spiele nachholen.“

Stefan Urban ist Trainer des SV Preußen Lünen.

Stefan Urban ist Trainer des SV Preußen Lünen. © Timo Janisch

Patrick Botta (BV Brambauer II): „Für mich kam das nicht überraschend. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Saison unterbrochen wird.

Dadurch, dass man zwei Wochen nicht trainieren darf und im Anschluss wieder voll da sein muss, haben wir aus Lünen natürlich einen kleinen Nachteil gegenüber den Dortmunder Teams.“

Spielertrainer bei der Brambaueraner Reserve: Patrick Botta.

Spielertrainer bei der Brambaueraner Reserve: Patrick Botta. © Timo Janisch

Marco Fischer (BV Lünen): „Wir sehen die Corona-Zwangspause mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das Negative daran ist: Wir haben im Moment einen echt guten Lauf. Wir sind sehr gut in die Liga gestartet und haben jetzt am Mittwoch verdient Osmanlispor aus dem Pokal geworfen. Und wir haben uns jetzt alle auf das Derby gegen Alstedde II gefreut. Und das Positive: Wir haben seit dem ersten Tag der Vorbereitung immer ein hohes Tempo im Training und in den Spielen. Dadurch hatten wir zuletzt einige Verletzte oder angeschlagene Spieler, die die Pause jetzt nutzen können, um langsam wieder fit zu werden.“

Timo Hoischen (VfB Lünen II): „Als ich am Freitag das erste Mal davon gehört habe, war ich mir schon recht sicher, dass die Spiele abgesagt werden. Ich finde es dann aber merkwürdig, dass Vereine aus Lünen zum Beispiel in Dortmund spielen dürfen. Auswirkungen sehe ich darin, dass man jetzt für die ausgefallenen Spiele Ersatztermine finden muss, was aufgrund der kommenden Jahreszeit eventuell sowieso schon schwierig wird.“

Ahmet Elikalfa (FC Brambauer): „Als erstes war es ein kurzer Schock, danach habe ich es aber verstanden. Für uns kommt es nach dem Sieg einfach nicht gut, da die Dortmunder weiterspielen können und wir nicht spielen und auch nicht trainieren dürfen. Also entweder zieht Dortmund nach oder Unna verkürzt es. Den Kontaktsport zu verbieten ist die eine Sache, aber in der ARD gibt es Boxen ohne Maske in der Halle in der Öffentlichkeit – da fehlen mir die Worte.“

Ahmet Elikalfa ist der Mann für Alles beim FC Brambauer.

Ahmet Elikalfa ist der Mann für Alles beim FC Brambauer. © Timo Janisch

Amel Mesic (TuS Niederaden): „Es ist halt so. Man muss damit einfach jederzeit rechnen, dass so was jederzeit passieren kann, so lange es keinen Impfstoff gibt. Man geht immer davon aus, dass es jeden erwischen kann. Ich bin der Meinung, wir sollten uns daran halten. Die Zahlen steigen sowieso und wenn wir gucken, woanders zu trainieren, tun wir uns keinen Gefallen damit und würden dann das Risiko eingehen, uns zu infizieren. Ich wäre dafür, ein bisschen joggen zu gehen, jeder für sich selbst ein bisschen was tut und fit wird und bleibt. Schauen wir mal, wie es die nächsten Tage wird.“

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