Eltern müssen draußen bleiben: Lüner Reitvereine fahren Betrieb langsam wieder hoch

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Endlich können in den Lüner Reitvereinen die Übungsstunden wieder losgehen. Durch die Corona-Lockerungen gibt es aber in der Halle sowohl für die Trainer als auch die Schüler einiges zu beachten.

Lünen

, 18.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein lautes Aufatmen geht in den vergangenen zwei Wochen wohl durch den Pferdesport in Nordrhein-Westfalen. Denn für die Reiter ist seit dem 7. Mai mit den neuen Corona-Lockerungen auch die Notversorgung der Tiere, die es aufgrund des Tierschutzgesetzes gab, zu Ende. Trotz der vielen Maßnahmen war es nämlich erlaubt, die Pferde zu bewegen. Nun sind wieder ausgiebige Trainingsstunden und Unterricht für Schüler möglich.

So groß die Freunde darüber bei den Lüner Reitklubs auch war, direkt von 0 auf 100 haben sie nicht gestartet. Sowohl der Horstmarer als auch der Brambauer Verein wollten den Betrieb langsam wieder hochfahren und erst einmal einen klaren Plan entwerfen, wie sie sich bestmöglich an die gelockerten Regelungen anpassen. Vier Reiter dürfen derzeit nur in die Hallen mit den Pferden, hinzu kommen Listen, in die sich jeder mit Name, Datum und Uhrzeit eintragen muss, der das Gelände betritt. Denn nur so können Kontaktpersonen von möglichen Infizierten auch genauestens zurückverfolgt werden.

Eltern müssen draußen bleiben

Auch die Eltern der Kinder, die Reitunterricht in den beiden Lüner Vereinen nehmen, müssen draußen bleiben und dürfen nicht wie sonst als Zuschauer dabei sein. „Wir haben viele E-Mails geschrieben, Aushänge gemacht und weisen immer wieder auf die Regelungen hin“, erklärt Melanie Hölscher, Sportlehrerin und Sportwartin des Reitvereins Lünen-Horstmar, das Vorgehen. Bisher funktioniere aber alles nach Plan, auch wenn viele sich noch unsicher sind.

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Mit dem reinen Reitunterricht ging es am 13. Mai dann wieder los. Der Longen- und Voltigierunterricht hingegen soll erst einmal noch nicht starten, weil dabei der Mindestabstand von 1,5 Metern oft nicht einzuhalten sei. „Wir müssen den Kinder und Anfängern viel helfen und zeigen, das geht nicht ohne Körperkontakt“ erklärt Hölscher. Trotz dieser Einschränkung merkt die Sportwartin aber, dass alle wirklich froh sind wieder auf dem Pferd sitzen zu dürfen, vor allem die Schulpferdreiter.

Abstand halten in der Halle ist kein Problem

Ähnlich beobachtet es auch die Sportwartin in Brambauer, Nicole Folle-Krulle, die selbst aktive Reiterin ist. Der Ansturm auf die Reithalle seit dem Tag der Lockerungen blieb bei ihr aber relativ gering. „Das liegt aber auch daran, dass ohnehin nie mehr als vier Reiter in der Halle zu finden sind. Die Gefahr sich hier mit Corona anzustecken, ist also ziemlich gering.“ Zunächst stand für die Trainer vor Ort der normale Reitunterricht auf dem Plan, dann kamen Springstunden hinzu. Vergangenen Freitag durften die Kinder zum ersten Mal wieder in die Halle für ihre Reitstunden. Auch dort war wegen der geringen Teilnehmerzahl das Abstand halten kein Problem.

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Aufgrund der überschaubaren Mitgliederzahl hat es den Reitsport im Allgemeinen in Brambauer nicht so heftig getroffen, findet Gerd Oldenburg, 1. Vorsitzender des Vereins. Ein viel größeres Problem wäre die Absage des Sommerturniers, dass eigentlich vom 26. Bis 28. Juni hätte stattfinden sollen und vor rund vier Wochen abgesagt wurde. Zwar hätte der Verein auch mit weiteren Lockerungen Reiter und Pferde auf den Platz bringen können, aber nicht wie eigentlich geplant. Zudem hätten Zuschauer und mögliche Sponsoren zu Hause bleiben müssen. „Da war uns das finanzielle Risiko einfach zu groß.“

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