Erstes Training nach Corona-Pause: BV Brambauers B-Junioren begeistert zurück

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Als eine von drei Mannschaften sind die B-Junioren des BV Brambauer zurück auf dem Platz. Das Training war anders als sonst, doch die Begeisterung groß. Trotz begleiteten Toilettengängen.

Brambauer

, 28.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auf dem Kunstrasenplatz der Glückauf Arena des BV Brambauer herrscht geschäftiges Treiben. In bunten Trikots bewegen sich 17 junge Männer um die südliche Hälfte des Spielfelds herum, Springen über eine Stange, tippeln, sprinten. Doch etwas ist anders als sonst.

Athletiktraining: Einer nach dem anderen. Wer nicht an der Reihe ist, steht in der Reihe - mit 1,5 bis zwei Metern Abstand.

Athletiktraining: Einer nach dem anderen. Wer nicht an der Reihe ist, steht in der Reihe - mit 1,5 bis zwei Metern Abstand. © Hendrik Nachtigäller

Es ist das erste Training der B-Junioren des BV Brambauer seit rund neun Wochen. Die Kontaktbeschränkungen hatten jegliche gemeinsamen Übungseinheiten unmöglich gemacht. Nachdem diese nun nach und nach gelockert wurden und werden, dürfen auch in Brambauer wieder erste Teams auf den Platz, unter Einhaltung des vom Verein vorgelegten Hygienekonzepts, versteht sich. Bislang sind das aber nur die Mini-Kicker, die E1- und die B-Junioren.

Und auch für die läuft das Training anders als gewohnt. Körperkontakt ist weiterhin tabu, Zweikämpfe und „richtiges“ Fußballspielen damit ebenso. Am Anfang stehen Athletik-Übungen, einer nach dem anderen, gestartet wird mit so viel Abstand, dass kein Spieler einen anderen einholen oder ihm nahe kommen kann. Der eine oder andere muss, vermeintlich eingerostet, dennoch mit dem spielerischen Spott seiner Teamkollegen leben.

Alle auf Abstand: Trainer Ralf Pichotta (v.) begutachtet das Lauftraining der B-Junioren.

Alle auf Abstand: Trainer Ralf Pichotta (v.) begutachtet das Lauftraining der B-Junioren. © Hendrik Nachtigäller

Erst später folgen Übungen mit dem Ball, beim Torschusstraining leuchten die Augen auf - auch, wenn auch nach der langen Pause mancher Versuch wieder für Erheiterung bei den Mitspielern sorgt. Dass den Spielern das Miteinander gefehlt hat, merkt man deutlich.

17 von 20 Spielern kommen zum ersten Training seit 9 Wochen

Trotz all der Einschränkungen stehen in dieser ersten Übungseinheit 17 der 20 Fußballer zählenden Mannschaft auf dem Feld. Die Freude, endlich wieder unter Anleitung trainieren zu dürfen, steht in die glücklichen Gesichter der jungen Sportler geschrieben.

Vorbildlich: Brambauers B-Junioren warten geduldig, bis sie an der Reihe sind.

Vorbildlich: Brambauers B-Junioren warten geduldig, bis sie an der Reihe sind. © Hendrik Nachtigäller

Doch trotz aller Freude über die Rückkehr an den Platz: Übermut kommt nicht auf, die Spieler halten Distanz voneinander, nehmen die Vorkehrungen ernst. „Zehn Minuten vor dem Training ist kein Treffen mehr hier, alle Spieler kommen einzeln mit Mundschutz runter zum Platz. Dann wird in eine Liste eingetragen, wer alles hier ist, inklusive uns Trainern. Der Stift wird natürlich nicht weitergereicht und alles wird desinfiziert“, berichtet Manuel Kieper, der im Trio mit Ralf Pichotta und Sascha Kosner die B-Junioren trainiert.

BV Brambauer setzt auf gründliches Hygienekonzept

Das ist allerdings noch nicht alles. Das Hygienekonzept der Brambaueraner ist gründlich. „Für den Toilettengang müssen sich die Spieler bei uns abmelden, damit wir zusammen zur Toilette gehen und auch sehen, dass die sich vernünftig die Hände waschen und desinfizieren“, erklärt Kieper. „Wir müssen auch vor Trainingsbeginn alle Trainingssachen desinfizieren, Bälle, Hütchen und so.“ Zudem müssen die Trainer darauf achten, dass kein Spieler den Ball in die Hand nimmt oder mit dem Kopf spielt. Der einzige, der den Ball in die Hand nehmen darf, ist der Torwart - mit Handschuhen. Die Trainer selbst verteilen die elf Bälle für die Einheit ebenfalls mit Handschuhen.

17 von 20 Spielern bei der ersten Einheit nach neun Wochen vor Ort: „Das ist eine gute Trainingsbeteiligung. Die haben auch darauf gewartet, dass sie endlich wieder loslegen können. Bei mir ist die Freude auch sehr groß, dass wir hier wieder anfangen“, sagt Sascha Kosner, während er mit einer Flasche Flächendesinfektionsspray einen Stapel bunter Hütchen reinigt.

In mühsamer Handarbeit desinfiziert Sascha Kosner jedes einzelne Hütchen, bevor es wieder auf den Stapel kommt, um später weggeräumt zu werden.

In mühsamer Handarbeit desinfiziert Sascha Kosner jedes einzelne Hütchen, bevor es wieder auf den Stapel kommt, um später weggeräumt zu werden. © Hendrik Nachtigäller

Für das Hygienekonzept gab es „eine Vorlage, was wir alles einhalten müssen, dann haben wir uns übers Handy abgesprochen. Das hat alles super funktioniert“, berichtet er. Die Umsetzung sei ungewohnt, habe aber geklappt. „Die Jungs haben sich daran gehalten, schön mit Maske zum Platz runter und die Abstände eingehalten“, so Kosner.

Arbeitsteilung hilft Trainer-Trio bei Umsetzung des Hygienekonzepts

Dass Pichotta, Kieper und Kosner die Einheiten der B-Junioren zu dritt leiten, hilft dem Trio massiv. „Sonst müssten wir unser Training früher abbrechen, damit wir auch rechtzeitig wieder vom Platz sind. So teilen wir uns dann die Aufgaben auf, das Desinfizieren der Hütchen ist dann schonmal erledigt, nachher kommen noch die Bälle dran, und dann gehen wir nachher alle rechtzeitig raus. Zehn Minuten, bevor die nächsten kommen, müssen wir runter sein von der Anlage.“

Am Samstag stehen weitere Lockerungen bevor - dann soll laut der Landesregierung auch Kontaktsport unter Einschränkungen wieder möglich sein.

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