Flüchten die Dortmunder Teams vor den Lüner Vereinen?

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Viele Teams wollen kommende Saison im Fußballkreis Dortmund in der Kreisliga A1 spielen. Doch woran liegt das? Flüchten die Klubs aus Dortmund vor den Teams aus Lünen?

Lünen, Dortmund

, 18.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lüner Klubs aus der Kreisliga A haben sich klar ausgesprochen. Alle wollen weiterhin in einer Gruppe spielen, die A2, so wie sie bisher war, wäre dafür die beste Möglichkeit.

Nun haben sich nach Informationen unserer Redaktion 26 von den 36 berechtigten Klubs für A-Liga aber anders entschieden und sich für die A1 gemeldet. Ein Klub, der da keine Entscheidung gefällt hat: Der SC Husen-Kurl aus dem Dortmunder Osten, normal auch in der Kreisliga A2 beheimatet.

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„Der Fußballkreis geht da offen auf die Vereine zu“, erklärt Timo Lammert, Geschäftsführer des Sportclubs. Ein Wechsel stand für seinen Klub aber nicht zur Debatte: „Für uns stand das gar nicht so im Raum. Wir wollten die Spiele, die in unmittelbarer Nachbarschaft sind.“

Sollte es aber anders kommen, wäre das auch „nicht so schlimm“. Lammert persönlich hat Gründe ausgemacht, warum viele Vereine sich für die Kreisliga A1 im Fußballkreis Dortmund ausgesprochen haben. „Die Stimmung ist, dass die 1 sportlich einfacher scheint. Der ein oder andere Verein versucht das jetzt zu nutzen, um oben mitzuspielen.“

Eine Chance, die viele Teams nutzen möchten

Wahrlich ist es so, dass durch den Abgang der drei Aufsteiger aus der A1, Westfalia Huckarde, Blau-Weiß Huckarde und dem ASC 09 Dortmund II, die stärksten Teams die Liga verlassen haben. Zudem befindet sich der TuS Rahm, gleich hinter dem Top-Trio auf Rang vier in der vergangenen Spielzeit, in einem Umbruch.

Eine Chance, die viele Mannschaften nutzen möchten, um oben anzugreifen. Denn ein Blick auf die andere Gruppe verrät, dass die Machtverhältnisse auf den ersten Blick klar geregelt wirken.

Timo Lammert ist Geschäftsführer des SC Husen-Kurl.

Timo Lammert ist Geschäftsführer des SC Husen-Kurl. © Andreas Schröter

Gahmen peilt klar die Bezirksliga an, hat sich dafür auch exorbitant verstärkt. Dahinter spielte der VfB Lünen in der abgebrochenen vergangenen Spielzeit um den Aufstieg mit, während BW Alstedde das Lüner Trio an der Front der Kreisliga A2 perfekt machte und nächstes Jahr in der Bezirksliga spielen darf.

Doch flüchten die Dortmunder Teams vor den Lüner Lokalrivalen? „Flüchten ist es ja nicht vor den Lüner Vereinen selbst. Dass es Lüner Vereine sind, die oben standen, ist jetzt reiner Zufall“, erklärt Lammert, der mit dem SC Husen-Kurl einen Mittelfeldplatz anpeilt.

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Sein persönlicher Wunsch für die kommende Spielzeit: „Ich würde mir wünschen, dass es wieder spannender wird und die ersten drei Plätze nicht wieder von drei Lüner Teams belegt werden.“ Er betont aber gleich danach, dass die Tabellenplätze der Lüner Teams vollauf verdient waren. Lammert lobt die Lüner Teams, insbesondere Gahmen und Alstedde.

Seine Thesen: Alstedde wäre auch in der anderen A-Liga-Gruppe aufgestiegen. Und Gahmen hätte den Kampf um Platz eins in der A2 noch mal enger gemacht, hätte es den Saisonabbruch wegen der Corona-Pandemie nicht gegeben.

Lammert erwartet zwei Teams oben

Deshalb vermutet er auch: „Ich glaube, dass Gahmen auf jeden Fall oben zu erwarten ist.“ Zudem erwartet er die Dortmunder Löwen SF Brackel 61 mit im Aufstiegsgeschehen.

Eine völlige Veränderung und einen komplett neuen Mix der beiden Ligen erwartet er aber nicht. „Ich glaube nicht, dass es einen großen Wechsel geben wird. Es wird unter regionalen Aspekten betrachtet, dann wird es viele Diskussionen geben“, mutmaßt er. „Und spätestens nach dem ersten Spieltag ist das sowieso vergessen.“

In ein paar Wochen möchte der Fußballkreis die Einteilung bekannt geben. Wann genau, wollte der Kreis noch nicht verraten, aber bis zum Saisonstart am 6. September ist es ja auch noch etwas hin.

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