Nach Todesfall: Trainer Jascha Keller will für Betreuer Uwe Heimsoth viele Punkte holen

hzBV Brambauer

Der BV Brambauer hat eine solide Vorbereitung hinter sich - wenngleich der plötzliche Tod des BVB-Betreuers Uwe Heimsoth den Spielern zusetzte. Jetzt hat sich Trainer Jascha Keller geäußert.

Brambauer, Lünen

, 07.08.2019, 16:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Ergebnisse, die der Fußball-Bezirksligist BV Brambauer in der Vorbereitung erzielt hat, stimmten. Von ihren angesetzten Testspielen verloren die Brambaueraner keines, schlugen unter anderem zwei Mal den Bezirksligisten Teutonia SuS Waltrop mit 3:1. Dennoch werden sich die Brambaueraner Spieler nur extrem ungern an die jüngste Zeit zurückerinnern. Der plötzliche Tod des BVB-Betreuers Uwe Heimsoth (Spitzname Orte, Anm. d. Red.) setzt auch jetzt noch dem Verein und der Mannschaft schwer zu. Mit Trainer Jascha Keller (33) haben wir über die vergangenen Wochen gesprochen und einen Ausblick auf die Saison gewagt.

Die Generalprobe ist geglückt: Der BV Brambauer hat mit 5:0 gegen den A-Ligisten VfL Kemminghausen II gewonnen. Die Arbeit gegen den Ball haben Sie schon gegen Waltrop gelobt. Inwieweit haben Ihnen jetzt die Aktionen in Ballbesitz gegen Kemminghausen gefallen?

Wir haben uns im Spiel am Ball und im Passspiel deutlich verbessert gezeigt und konnten eine Vielzahl an Chancen kreieren. Von daher war ich mit der Leistung absolut einverstanden.

Der Saisonstart ist in Reichweite - am Sonntag geht es los. Trotz der guten Leistung zuletzt - was fehlt Ihrer Mannschaft noch, damit sie gegen Wethmar bei 100 Prozent ist?

Durch den Todesfall von Orte haben wir eine Woche „Rückstand“ in der Trainingsarbeit. Wir haben Urlauber und Verletzte und müssen noch in vielen Bereichen an der Feinabstimmung arbeiten. Wir werden uns sicher erst im September den 100 Prozent annähern können.

Sie sprechen die Feinabstimmung an. Was genau meinen Sie damit?

Konditionell sind wir gut aufgestellt. Es geht tatsächlich eher um Grundlagen im Passspiel und Torschuss, die Harmonisierung des Zusammenspiels der Mannschaftsteile und Integration der Neuzugänge sowie taktisches Verhalten in wiederkehrenden Situationen.

In der Vorbereitung gab es auch ein paar neue Gesichter, die zuletzt in den Testspielen ebenfalls zum Einsatz kamen. Wie ist Ihr Eindruck?

Alle Neuzugänge sind gut aufgenommen worden und zeigen sich sehr engagiert und interessiert, Hilfestellungen und unsere Spielidee aufzunehmen. Es braucht natürlich noch etwas Zeit, bis wir das dann auch sonntags umsetzen können.

Inwieweit helfen die Neuen denn weiter? Wie verbessern beispielsweise die Coerdt-Brüder oder ein Mark Fluder die Mannschaft?

In allen Neuzugängen steckt viel Potential. Sie werden uns hoffentlich auf Dauer variabler und vielseitiger machen. Vor allem erhöht sich der Konkurrenzdruck auf allen Positionen, da alle Neuzugänge auf mehreren Positionen einsetzbar sind.

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Hat sich durch den Tod von Uwe Heimsoth etwas an Ihren Saisonzielen verändert?

Die Liga ist sehr stark. Es bleibt dabei, dass wir Abstand zu den Abstiegsrängen gewinnen möchten. Wenn das gelingt, streben wir eine ordentliche Mittelfeldposition an. Davon losgelöst wollen wir für unseren Freund Orte natürlich so viele Punkte wie möglich sammeln und streben eine zumindest sportlich sorgenfreie Saison an.

Glauben Sie denn, dass der Tod von Uwe Heimstoh die Spieler noch nachhaltig negativ beeinflussen könnte - oder könnte es auch sein, dass sein Tod Kräfte freisetzen kann?

Sein Tod hat uns sicherlich als Mannschaft nochmal enger zusammengeschweißt und natürlich spielen wir in den nächsten Wochen und Monaten auch für Orte. Nichtsdestotrotz kann es natürlich auch sein, dass sein Tod den einen oder anderen Spieler auch mittel- oder langfristig mal aus der Bahn wirft. Das ist nicht schlimm und absolut menschlich. Trauer verarbeitet jeder anders und diesen Freiraum werden wir den Spielern natürlich zugestehen.

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Zum Saisonbeginn erwarten Euch mit Wethmar und dem Lüner SV II direkt zwei sehr packende, emotionale Spiele. Wie förderlich ist das für das Team?
Das werden wir erst nach den Spielen bewerten können. Natürlich ist die Mannschaft bereits durch Ortes Tod emotionalisiert - das wird sich sicher nochmal intensivieren, da Ortes Beisetzung noch diese Woche stattfindet. Auch die beiden Derbys heizen emotional ein. Die Jungs stehen vor der schweren Aufgabe, zu versuchen, ihre Gefühle in positive Energie auf dem Platz umzumünzen. Gefühle kann man aber eben nicht immer steuern oder ihnen Herr werden. In so einer Situation auch mal zu „versagen“ ist eben auch nur menschlich und ist jedem zugestanden. Wir werden sehen, wie uns das gelingt.

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