Johannes Zottl äußert sich zu seinem Wechsel: „Es war eine turbulente Zeit beim Lüner SV“

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Johannes Zottl (25) verlässt den Lüner SV und schließt sich dem Regionalligisten SV Lippstadt an. Für den LSV ergibt sich in der Offensive eine Baustelle. Wir haben Johannes Zottl interviewt.

Lünen

, 31.01.2020, 11:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Donnerstagabend ist der Wechsel von Johannes Zottl vom Fußball-Westfalenligisten Lüner SV zum Regionalligisten SV Lippstadt perfekt. Im Interview mit dieser Redaktion spricht der 25-jährige Angreifer über die Gründe seines raschen Abgangs, über seine Zeit beim LSV und seine Ziele mit dem SV Lippstadt.

Herr Zottl, das kam jetzt plötzlich: Sie haben den Lüner SV verlassen und sich dem SV Lippstadt angeschlossen. Warum hatten Sie es so eilig mit dem Wechsel?

Den ersten Kontakt gab es Anfang Januar. Der Verein hat bei mir angefragt. Es war eine Entscheidung für mich, weil ich den großen Wunsch hatte, im Raum NRW unter diesen guten Bedingungen zu trainieren und zu spielen. Am Ende kam es darauf an, dass sich die Vereine einigen.

Haben Sie sich in Lünen nicht mehr wohlgefühlt?

Nein, das hat damit gar nichts zutun.

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Sondern?

Die Westfalenliga kann man mit der Regionalliga nicht vergleichen. Die Regionalliga ist ein Schritt vor dem Profifußball. Ich bin sehr glücklich, dass der Wechsel auf den letzten Drücker geklappt hat. Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Die Jungs haben mich gut aufgenommen. Jetzt möchte ich mich darauf konzentrieren, dass ich Woche für Woche an mir arbeite.

Sie waren beim LSV ein ganz wichtiger Faktor und verlassen den Verein in einer schwierigen Phase. Haben Sie nicht daran gedacht, dass Sie die Mannschaft im Stich lassen?

Die Situation des Vereins ist mir durch die Gespräche mit dem LSV bewusst geworden. Die Lage war sicher auch ein Standpunkt.

Hat der Verein ohne Sie überhaupt eine Chance, den Klassenerhalt zu schaffen?

Definitiv.

Johannes Zottl grätscht und spielt künftig für den SV Lippstadt.

Johannes Zottl grätscht und spielt künftig für den SV Lippstadt. © Günther Goldstein

Woran machen Sie das fest?

Mit Milan (Sekulic, Anm. d. Red.) ist ein guter Spieler zurückgekehrt, bald kehrt auch Meris (Memic, Anm. d. Red.) zurück. Neuzugang Nikolas Friedberg kenne ich noch aus Iserlohner Zeiten, er ist ein flexibler Spieler. Außerdem ist mein Sturmpartner Fabian Pfennigstorf immer fitter geworden.

Wie betrachten Sie nun die Zeit beim LSV seit Juli?

Es war eine turbulente Zeit, in der ich viel erlebt habe. Ich habe mich beim LSV nicht unwohl gefühlt, sonst hätte ich nicht meine Leistung gebracht und auf mich aufmerksam gemacht.

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Welche Rolle hat Lippstadts Co-Trainer Marc Woller bei diesem Wechsel gespielt?

Er hat keine große Rolle gespielt. Er war in Lünen mein Trainer, jetzt ist er mein Co-Trainer. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, Spieler- und Trainerposten ändern sich schnell.

Der SV Lippstadt steckt in der Regionalliga ebenfalls im Abstiegskampf. Welche Rolle wollen Sie bei Ihrem neuen Klub annehmen?

Ich möchte mich definitiv nicht unter Wert verkaufen. Es zählt nur der Klassenerhalt, da schraube ich auch meine eigenen Ansprüche zurück. Ich gebe in jedem Training mein Bestes, damit wir gemeinsam den Klassenerhalt schaffen.

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Sie haben schon Trainingseinheiten beim SVL absolviert, beschreiben Sie mal die Unterschiede zwischen Westfalenliga und Regionalliga...

Die Trainingsbedingungen, Abläufe und das Tempo sind nicht miteinander vergleichbar. In der Regionalliga besitzt jeder Spieler einen eigenen Drive, noch mehr aus sich herauszuholen, weil es ja noch nach oben gehen könnte. Die Regionalliga ist der nächstmögliche Schritt in den Profifußball und steht medial viel mehr im Fokus. Das ist für mich aber auch nichts Neues, das kenne ich ja noch aus Rosenheim.

Was sagt eigentlich Ihr bester Freund Julian Weigl zum Wechsel?

Ich habe Jule nach seiner Meinung gefragt. Als der Wechsel am Donnerstagabend durch war, hat er mich sofort angerufen. Er hat mir alles Gute gewünscht und gesagt, dass ich die Zeit genießen soll und alles mitnehmen soll.

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