Joo Seung Oh (27): „In Deutschland fühle ich mich wohler als in Korea“

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Der koreanische Fußballer Joo Seung Oh (27) spielte bis vergangenen Winter beim Werner SC, wurde dann vom Militär seines Heimatlandes eingezogen. Wir haben mit ihm gesprochen.

von Marcel Schürmann

Wethmar, Werne

, 13.08.2019, 11:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben Stunden Zeitverschiebung liegen zwischen der mitteleuropäischen Sommerzeit und der Zeit in Südkorea. Um 22.05 Uhr Ortszeit in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas, erreichen die Ruhr Nachrichten den Fußballer Joo Seung Oh (27) für ein Telefon-Interview. Die überraschende Aussage Ohs: „Meine Rückkehr nach Deutschland verschiebt sich nach hinten.“

Herr Oh, seit Dezember sind Sie wieder in Ihrer Heimat Südkorea, wurden zum Militärdienst eingezogen. Wie geht es Ihnen heute?

Ganz gut, aber mein Militärdienst, den ich im März antreten sollte, hat noch gar nicht begonnen. Ich warte noch auf Post, wann es losgeht. Aber wahrscheinlich jetzt bald im September oder Oktober.

Wie vertreiben Sie sich dann aktuell die Zeit?

Ich trainiere seit einem halben Jahr in einer Fußballmannschaft, die Jungs sind alle total nett. Hier gibt es auch einen Ligabetrieb, an dem ich teilnehme. Darüber hinaus trainiere ich eine B-Jugendmannschaft bei Gwanjin FC. Die trainieren vier Mal pro Woche. Dafür spielen sie zwar nicht besonders gut, aber sie sind sehr ehrgeizig. Und da geht schon eine Menge Zeit für drauf.“

Der Militärdienst wird voraussichtlich 18 Monate andauern. Wann können wir mit Ihrer Rückkehr nach Deutschland rechnen?

Ich würde gerne schon nächstes Jahr wiederkommen. Wenn es nicht klappen sollte, dann bin ich aber spätestens 2022 wieder da.

Sie haben in Deutschland bereits eine Ausbildung zum Altenpfleger-Helfer absolviert. Welchem Beruf wollen Sie zukünftig nachgehen?

Ich habe ja auch mein FSJ bei Westfalia Wethmar gemacht und war so eine Art Sportlehrer in zwei Kindergärten. Die Zeit war schön, aber die Kinder hören mir einfach nicht zu (lacht). Ich würde gerne als Physiotherapeut arbeiten. Noch steht nichts fest, aber Altenpflege ist in meinen Planungen raus.

Und was machen die Fußballschuhe? Werden Sie die auch wieder mit zurück nach Deutschland nehmen?

Auf jeden Fall. Mir ist egal ob ich Kreisliga, Landesliga oder Westfalenliga spiele. Das spielt für mich keine Rolle. Ich weiß aber, dass der Werner SC mich immer noch haben will. Die haben mich nämlich noch nicht aus ihrer WhatsApp-Gruppe gelöscht (lacht).

Sie haben also noch Kontakt zum WSC?

Nicht nur zum WSC. Auch zu Westfalia Wethmar und Westfalia Wickede hab ich noch Kontakt. Medial verfolge ich die Spiele von den Klubs, bin bei Instagram und Facebook immer mit dabei und kriege so natürlich noch eine Menge mit.

Was sind in Ihren Augen die größten Unterschiede zwischen Korea und Deutschland?

In Deutschland ist alles viel entspannter, ganz klar. In Deutschland fühle ich mich auch wohler. Hier in Korea ist das Leben sehr hektisch, spielt sich verhältnismäßig viel draußen ab. In Deutschland kann man auch mal mit seinem Nachbarn gemütlich auf der Couch sitzen und ein Bierchen trinken.

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