Justice Agyeman schießt nach Trennung mit dem Großkaliber gegen den Lüner SV

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Justice Agyeman hat sich bei dieser Redaktion gemeldet und wehrt sich mit harten Worten gegen die Vorwürfe, die der Lüner SV ihm macht. Stattdessen nimmt er selbst den Verein ins Visier.

Lünen

, 29.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Per Instagram hat sich Justice Agyeman am späten Freitagnachmittag bei dieser Redaktion gemeldet. Was der Lüner SV zu seinem Rausschmiss aus dem Westfalenliga-Kader gesagt habe, würde nicht stimmen. Agyeman schießt gegen den LSV - und erinnert sich dabei auch an sein erstes Intermezzo in Schwansbell.

Christian Hampel, Trainer und Sportlicher Leiter des LSV, hatte am Donnerstag verkündet, dass Agyeman nur wenige Wochen nach seiner Verpflichtung nicht mehr zur Mannschaft gehören würde.

Christian Hampel: Agyeman ist unabgemeldet nicht erschienen

„Unabgemeldet“, so Hampel, sei Agyeman am Dienstag nicht zum Testspiel der LSV-Reserve beim Werner SC II (1:9) erschienen. Daraufhin habe er ihn „rausgeschmissen“. Das Thema Agyeman war laut Hampel beim LSV damit erledigt.

Doch für Agyeman ist das Thema LSV noch nicht erledigt. „Das stimmt nicht“, sagt er zur Aussage, dass er unabgemeldet nicht erschienen sei. Dann holt er aus.

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Im ersten Halbjahr 2017 kickte der 23-Jährige schon einmal für die Rot-Weißen. Auch die Zeit damals hat Agyeman in keiner guten Erinnerung. Faxen hätten sie beim Lüner SV mit ihm gemacht, so der Linksverteidiger.

Dabei ging es um die geplante Mannschaftszugehörigkeit. „Ich komme von RW Essen und die lassen mich in der zweiten Mannschaft spielen. Mir wurde gesagt, ich spiele in der ersten Mannschaft, aber die haben mich nur in die zweite Mannschaft geschickt“, so Agyeman am Freitag.

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Eine Aussage, die nicht frei von großem Selbstbewusstsein ist. Dennoch hätte er das „gerne“ gemacht, so Agyeman. Allerdings entschied er sich nach Ende der Saison für einen Wechsel.

Lüner SV behält angeblich den Pass ein

Zum VfB Hilden in die Oberliga sollte es gehen. Doch der LSV habe ihm seinen Pass nicht zugeschickt. „Die wollten mich einfach nur schlecht machen“, wirft Agyeman den Lünern vor. In der Oberliga konnte er sich so jedenfalls nicht durchsetzen.

Diesen Sommer sah Agyeman als zweite Chance an, um in Lünen zu spielen. Wieder allerdings habe der LSV Versprechungen nicht eingehalten. In den Testspielen habe er nur gegen die Kreis- und Bezirksligisten gespielt.

Wenn es gegen die Landesligisten Hombrucher SV, SG Bochum-Hövel oder den Oberligisten ASC 09 Dortmund ging, musste Agyeman nach eigener Aussage trainieren, während seine Teamkollegen spielten.

Justice Agyeman beschwert sich, in den Testspielen nur gegen vermeintlich schwächere Gegner - wie hier B-Ligist BV Lünen - gespielt zu haben.

Justice Agyeman beschwert sich, in den Testspielen nur gegen vermeintlich schwächere Gegner - wie hier B-Ligist BV Lünen - gespielt zu haben. © Timo Janisch

„Das fand ich ein bisschen lächerlich“, sagt Agyeman selbstbewusst. Aufgrund der Corona-Einschränkungen dürfen derzeit allerdings ohnehin nur 15 Spieler pro Team eingesetzt werden.

Als er dann am Dienstag sogar bei der Reserve - die im Vergleich zu 2017 immerhin eine Liga höher spielt - mitspielen sollte, habe er die Notbremse gezogen. Zu schnell wurden die Parallelen zu seiner ersten Amtszeit beim LSV offenbar zu deutlich.

Justice Agyeman zieht die Reißleine

„Da habe ich gesagt: Nein, das mache ich nie wieder. Wenn ein Trainer nicht auf dich steht, muss er dir das klar sagen. Deswegen habe ich mir gesagt: Ich gehe nicht mehr dahin. Ich suche mir jetzt eine neue Mannschaft“, Agyeman. Angeblich habe er bereits ein Angebot aus Belgien vorliegen und stünde in Kontakt zu einem türkischen Verein.

Beim LSV ginge es jedenfalls so nicht weiter, so Agyeman, der sich erneut mit falschen Versprechen konfrontiert sah. „Wenn die etwas versprechen, müssen sie es halten. So geht das nicht weiter“, sagt er mit Blick auf den Lüner SV.

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