Kann es nur einen geben? „Der Echte“ feiert seinen 75. Geburtstag

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Der Lüner trainierte im Jugendfußball spätere Bundesliga-Akteure, einen Schüler-Nationalspieler und einen späteren USA-Legionär.

von Bernd Janning

Lünen

, 12.05.2020, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Lüner Fußball taucht seit Jahrzehnten ein Name zweimal auf. Oder zwei Namen in ein- und derselben Kombination - Vor- und Nachnamen nämlich. „Der Echte“ der beiden, der zugleich auch der Jüngere ist, feiert an diesem Dienstag seinen 75. Geburtstag.

Die Rede ist von Werner Krause. Der Ältere, genannt, der „Spanier“, weil er lange in Spanien lebte, ist im Jugendvorstand des Lüner SV. An diesem Dienstag jedoch steht der Jüngere im Mittelpunkt. Im Oktober 1961 trat das Geburtstagskind dem VfB 08 Lünen bei, spielte bis 1964 in der Jugend. Dann wechselte er die Seiten, war 19 Jahre C-Jugendtrainer. Walfried Bludau, damals Jugendleiter der 08er, wusste: „Krause macht etwas aus den Jungs!“

Hans Georg Liebern wird unter Krause Schüler-Nationalspieler

Unter Krause wurde Hans Georg Liebern zum Schüler-Nationalspieler, glückte Karl-Heinz Granitza, genannt „Ellis“, über Regionalligist Lüner SV der Sprung zu Hertha BSC in die Bundesliga und von dort in die USA zu Chicago Stings. Wolfgang Przygodda schaffte es zu Borussia Dortmund in die Bundesliga. Holger Gehrmann holte sich die Oberligareife, wurde ein guter Amateurtrainer.

Unvergesslich sind für Krause die Reisen mit dem VfB nach Österreich, England, Berlin und als „Krönung“ 1964 nach Russland – das Fernsehen berichtete damals deutschlandweit von dieser Premiere.

Lange Jahre Hallensprecher bei den Lüner Hallenfußball-Stadtmeisterschaften: Werner Krause, „der Echte“.

Lange Jahre Hallensprecher bei den Lüner Hallenfußball-Stadtmeisterschaften: Werner Krause, „der Echte“. © Günther Goldstein

Vereine spiegeln das Leben wider. Es kann auch kriseln. Krause wechselte zum neu gegründeten FC Lünen 74 an den Triftenteich, dem alten Platz des VfB, wurde dort sofort Jugendleiter, baute eine komplette Nachwuchsabteilung auf, wurde mit der B Meister und stieg in die Sonderliga auf.

1985 folgte er dem Ruf von Klaus Broda, kehrte zurück zum VfB, baute eine neue A-Jugend auf. Um sich als Eisenbahner weiterzubilden, pausierte er zwei Jahre. Er kehrte zum FC Lünen 74 zurück, war dort von 1988 bis 1994 Jugendleiter, später Stellvertreter. Dies auch, als FC Lünen und Lüner SV von 2000 bis 2007 als SG antraten. Als am 30. Juni 2010 der Platz am Triftenteich geschlossen wurde, war auch für Krause Schluss.

Über 30 Jahre Sprecher der Jugendfußball-Hallenstadtmeisterschaften

Ab 1987, damals als FCLer, war er mit Unterbrechungen über 30 Jahre Sprecher bei der Jugend-Hallenstadtmeisterschaft. In der Freizeit hatte er Zeit fürs Darten. Den Eisenbahner-Stammtisch besucht er noch regelmäßig. Für Rad- und Rennradfahren in Deutschland und Frankreich stieg er immer noch in den Sattel, sammelte an der Strecke eifrig Autogramme. „Das mir meine Frau Monika verobten!“, ulkte das Geburtstagskind, das immer noch unter drei seiner Räder auswählen kann.

Geburtstagskind Krause ist immer für einen Spruch gut. An dieser Stelle zwei davon zum Abschluss: „Man sollte nie anfangen aufzuhören und nie aufhören anzufangen!“ Und: „Im Falle eines Falles ist richtig fallen alles.“

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