Die Discgolf-Anlage in Lünen empfängt wieder Besucher. Unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen darf die Sportart unter freiem Himmel wieder ausgeübt werden - sogar ohne Maske.

Lünen

, 23.05.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Grundsätzlich war die Situation so, dass wir jetzt komplett nicht spielen durften, weil alle Spiel- und Sportanlagen geschlossen waren“, sagt Hartmut Wahrmann, der den Parcours der Discgolfanlage in Lünen zusammen mit der Stadt konzipiert und gebaut hat. Mittlerweile sind die Auflagen allerdings auch hier gelockert worden.

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Maximal drei Personen dürfen im Seepark und in der Ziegelei ohne Maske, aber unter Einhaltung des Mindestabstandes (1,5 Meter), spielen. Verzichten müssen die Spieler und Spielerinnen auf Rituale, wie beispielsweise auf das Abklatschen bei Punkten oder Siegen.

Laut Wahrmann ist der Parcours in Lünen mit 25 Bahnen „wahrscheinlich der größte in Europa“, sicher aber der Größte in Deutschland. Für ihn als Solo-Selbstständigen ist die Wiedereröffnung aus sportlicher Sicht eine tolle Neuigkeit, wirtschaftlich hat die Corona-Krise den Diplom-Sportlehrer dennoch hart getroffen. Denn die Nutzung des Parks ist komplett kostenlos.

„Das Jahr ist gelaufen“

Wahrmanns Selbstständigkeit fußt auf zwei wesentlichen Säulen. Zum einen das Thema Discgolf: Hier plant der mehrfache Europa- und Weltmeister ganze Discgolf-Anlagen sowie Firmen-Events, gibt Workshops, Seminare oder veranstaltet Shows.

Die Sportart stammt aus den vereinigten Staaten. Das wesentliche Ziel dabei ist es, die Scheibe mit möglichst wenigen Würfen in den Korb zu befördern, der als Pendant zum Loch beim normalen Golf zu verstehen ist. Zwölf Events hätte Wahrmann dieses Jahr noch vor der Brust gehabt, die wegen der Pandemie allesamt abgesagt worden sind.

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Unter anderem stand das Musikfestival „Juicy Beats“ auf seinem Programm. „Wir hätten dort Workshop-Stationen und Infostände gehabt“, sagt Wahrmann, der jedes Jahr mit dem Dortmunder Jugendamt zusammenarbeite. „Dieses Standbein ist komplett weggebrochen - null Prozent.“ Sein zweites Standbein hat mit dem Freizeitvergnügen für Jedermann, das gleichzeitig weltweit auch unter Wettkampfbedingungen gespielt wird, wenig gemein.

4 von 6 Auftraggebern „insolvent“

Mit einem Laser bewaffnet, entfernt Wahrmann im Auftrag von verschiedenen Studios mobil Haare. Vier von insgesamt sechs Auftraggebern, für die Wahrmann unterwegs war, seien mittlerweile insolvent. Denn die Kosmetik-Branche hat während der Corona-Krise vor allem im übertragenden Sinne Haare lassen müssen.

„Jetzt habe ich nur noch zwei und muss mir neue Partner suchen - ein totaler Einbruch“, erklärt Wahrmann. Der Selbstständige muss Umsatzeinbußen „im fünfstelligen Bereich“ hinnehmen. Die Corona-Hilfe in Höhe von 9000 Euro kompensiert diesen Ausfall nicht. „Ich hatte das Geld direkt am ersten Tag beantragt, vier Tage später war es da“, sagt Wahrmann und ergänzt: „Am Anfang wurde gesagt, dass man das Geld auf keinen Fall zurückzahlen muss, dann hieß es, man darf es nicht für alles ausgeben.“

Mittlerweile haben Banken Antragsteller überprüft. Gegen einige Betrüger und unrechtmäßige Empfänger der Corona-Soforthilfe wurde sogar strafrechtlich ermittelt (wir berichteten). Dennoch sind weiterhin viele Solo-Selbstständige verunsichert, in welcher Höhe und wofür sie das Geld letztendlich ausgeben dürfen.

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