Lüner SV übersteht Schockmoment in der Nachspielzeit und besiegt den TuS Sinsen

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Endlich hat der Lüner SV es geschafft, seine gute Form in Punkte umzuwandeln. Dabei hatte Sinsen die Chance auf einen artistischen Ausgleich im letzten Moment. Uneinig waren sich die Trainer.

Lünen

, 23.02.2020, 20:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Trikots vom Regen dunkel gefärbt, Matsch und Dreck an den Knien und Stutzen: Die Fußballer des Lüner SV haben alles Mögliche getan, um ihre gute Leistung in der Westfalenliga gegen den TuS Sinsen zu vergolden. Und mit dem 2:1 ist das am Sonntag auch gelungen.

Nur ganz selten gab es Momente, in der die Lüner im wichtigen Spiel gegen den Tabellenzwölften nicht die Kontrolle innehatten. Von Anpfiff an war es der LSV, der einen geordneten Spielaufbau betrieb und immer wieder in den richtigen Momenten das Tempo erhöhte. Noel Lahrs scharfe Flanke und Reis abgefälschter Versuch waren frühe Warnschüsse an die Gäste aus Marl.

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Offenbar nicht Warnung genug. Aus der Ecke, die aus Reis Abschluss resultierte, fiel das 1:0 für die Rot-Weißen. Matthias Drees zog aus rund 20 Metern ab, möglicherweise erneut abgefälscht schlug der Ball links unten ein.

Beim 2:0 zeigte der LSV trotz grenzwertiger Bedingungen seine fußballerische Klasse. Am Ende einer starken Kombination zeigte Sascha Ernst noch ein gutes Solo und schob aus wenigen Metern ans Sinsens Schlussmann Simon Werner vorbei – 2:0. Kurz darauf hatte Talha Temur die Chance, möglicherweise schon eine Vorentscheidung herbeizuführen. Torwart Werner, der gerne den einen oder anderen Ausflug unternahm, verschätzte sich, Temur brach durch. Doch aus spitzem Winkel rettete Werner seine Mannschaft doch noch vor dem 0:3. Die Gäste selbst entwickelten bis auf einen doppelten Abschluss durch Stürmer Lorenz Niedrig in Durchgang eins selbst kaum Torgefahr.

In der zweiten Halbzeit flachte das Spiel mehr und mehr ab. Das Geschehen verlagerte sich nun ins Mittelfeld. Der LSV behielt zwar zunächst die Kontrolle, schaffte es aber nun nicht mehr so kontrolliert vors Sinsener Tor wie noch im ersten Durchgang. Temur ließ mit einem vielversprechenden Konter erneut eine Gelegenheit ungenutzt. Auf der Gegenseite kam Sinsen nach einem Luftloch von Matthias Drees erstmals dem Ausgleich wieder näher.

Christian Hampel widerspricht Michael Schrank

Als der Regen wieder abnahm, kam Sinsen besser ins Spiel. Egzon Kadrija erzielte nach einer unübersichtlichen Situation den Anschlusstreffer (81.). Der LSV erreichte aber den Schlusspfiff, ohne richtig ins Schwimmen zu geraten. Wirklich die Luft anhalten mussten die Lüner nur in einer der letzten Szenen der Partie. Bei einer Flanke verschätzte sich die LSV-Abwehr, Patrick Goecke kam aus wenigen Metern frei zum Abschluss. Sein artistischer gelupfter Fallrückzieher ging allerdings über das Lüner Tor, das am Sonntag Alexander Ruscher hütete.

Auf der anschließenden Pressekonferenz waren sich beide Trainer uneinig, ob die Partie ihren verdienten Ausgang genommen hat. Sinsens Michael Schrank sah den LSV in der ersten und seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit stärker. „Unter dem Strich hätte man ein 2:2 erreichen können“, so Schrank.

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Lünens Trainer Christian Hampel war damit überhaupt nicht einverstanden, widersprach Schrank offen: „Der Sieg war hochverdient.“ Schrank war zudem der Meinung, dass unter den Witterungsbedingungen kaum ein Fußballspiel möglich gewesen sein und führte an, dass sein Team seit sieben Wochen nur auf Kunst- statt Naturrasen trainiere. „Wir trainieren auch die ganze Zeit auf Kunstrasen. Die Bedingungen waren für beide gleich. Wenn ich am Abend aus der Disko gehe, ist auch nicht der DJ schuld. Das finde ich nicht so o.k.“, entgegnete Hampel.

Westfalenliga 2

Lüner SV – TuS Sinsen 2:1 (2:0)

Lüner SV: Ruscher – Ernst, Rosenkranz, Rudolf (58. Göke), Reis, Lahr – Drees, Mikuljanac (79. Milosz), Friedberg (75. Pfennigstorf) – Sekulic (68. Deppe), Temur

Tore: 1:0 Drees (21.), 2:0 Ernst (34.), 2:1 Kadrija (81.)

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