Max Schröder gewinnt durch sein Torwart-Tor nach langem Mannschaftsabend 100 Liter Bier

hzFußball-Bezirksliga

Eine lose Versprechung am Mannschaftsabend bringt am Sonntag viele Fässer Bier in Bewegung. Daran änderte auch eine nächtliche und später gelöschte Nachricht an Wethmars Trainer Steven Koch nichts.

Wethmar

, 04.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Florian Fischer und Sezgin Özdemir verfügt der TuS Westfalia Wethmar eigentlich über zwei etatmäßige Torhüter für seine Bezirksliga-Mannschaft. Weil die beiden Schlussmänner am Sonntag nicht zur Verfügung standen, griff der TWW auf die eigene U23 zurück - und brachte damit einige Fässer Bier in Bewegung.

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Im Testspiel gegen den SV Preußen am Sonntag stand Max Schröder im Kasten der Westfalia. Ein Spieler aus der eigenen Reserve hilft aus - soweit, so normal. Doch für Schröder entwickelte sich das Lüner Lokalduell trotzdem zu einer erinnerungswürdigen Partie.

Am Samstag stand bei der Wethmarer U23 nämlich ein Mannschaftsabend an. Schröder wusste schon im Vorfeld, dass er trotz der Feier am Samstag am nächsten Tag das Tor der ersten Mannschaft hüten solle. Schließlich fehlten Fischer und Özdemir. „Dann habe ich mich geopftert“, so Schröder.

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Die Vorzeichen für die gute Leistung und den hohen Sieg (8:0) waren zumindest bei Schröder nicht die besten. „Der Mannschaftsabend war relativ lang und alkoholhaltig“, berichtete Schröder.

So lang, dass im Wethmarer Lager Ideen aufkamen, die womöglich am nächsten Nachmittag bereut werden sollten. TWW-Betreuer Alexander Ali kam irgendwann auf die Idee, 100 Liter Bier zu spenden, sollte Torwart Schröder am Sonntag einen eigenen Treffer erzielen. „Die Wette ist mit ein paar Promille zustande gekommen, das muss man ehrlich sagen“, so Schröder.

Max Schröder löscht nächtliche Nachricht an Steven Koch

Von dieser Idee setzte Schröder unmittelbar Wethmars Trainer Steven Koch in Kenntnis. „Wenn ich morgen ein Tor mache, kriegen wir 100 Liter“, erinnerte sich Schröder an die Grundaussage der Nachricht, die er Koch gegen Mitternacht schrieb. Später löschte er die Kurzmitteilung allerdings.

Ganz verborgen blieb Koch die Kontaktaufnahme allerdings nicht. Als Schröder am Sonntag in die Kabine schlenderte, fragte ihn Koch: „Was gab‘s denn um 12 Uhr so wichtiges? Schröder setzte ihn über die Idee in Kenntnis. Koch reagierte zunächst aber nicht weiter. Zunächst.

Wethmars Trainer Steven Koch ebnete den Weg für einen weiteren Mannschaftsabend der U23.

Wethmars Trainer Steven Koch ebnete den Weg für einen weiteren Mannschaftsabend der U23. © Timo Janisch

In der Ansprache direkt vor dem Spiel ging es natürlich auch um die Standards. Als es um den Schützen eines möglichen Elfmeters ging, fiel plötzlich Schröders Name. „Die Elfmeter gehören Schröder“, gab der Torwart den Wortlaut Steven Kochs wieder. Vom Potenzial gehöre Schröder eigentlich in die erste Mannschaft, sagte Koch nach Abpfiff. Wegen seines Studiums zieht es den Brambaueraner allerdings nach Hamburg.

Auf große weitere Gedanken verzichtete Schröder zunächst. Schließlich gibt es ja nicht in jedem Spiel einen Strafstoß für das eigene Team. Als Schiedsrichter Yannick Iwersen der Westfalia nach 40 Minuten tatsächlich einen Elfmeter zusprach, wurde Schröder unsicher.

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„Da war ich relativ unentschlossen, ob ich wirklich nach vorne gehen darf“, sagte er. Zunächst griff sich auch Neuzugang Justin Schulze Weiling den Ball und transportierte ihn zumindest zum Elfmeterpunkt. Doch der Schuss gehörte Schröder.

Max Schröder: „Hatte ein bisschen Eierflattern“

Unter Anfeuerung von Teilen der U23 am Seitenrand schritt er nach vorne. „Da hatte ich ein bisschen Eierflattern“, so der junge Torwart. Doch vom Punkt zeigte er sich total souverän und verwandelte sicher zum zwischenzeitlichen 3:0.

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„Da gibt es jetzt einen neuen Mannschaftsabend“, stellte Schröder amüsiert fest. Wethmars Betreuer Alexander Ali muss sein Versprechen ja schließlich einhalten. „Das wird noch diese Saison passieren“, versichert Schröder.

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