Murat Büyükdere will mal wieder aufsteigen - und hat einen Rat für den Lüner SV

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Er ist einer der bekanntesten Knipser aus Lünen. Trotzdem verschlug es Murat Büyükdere vor einem Jahr in eine andere Stadt. Er erklärt, wie es dort läuft und welchen Rat er für den Lüner SV hat.

Lünen

, 09.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jahrelang gehörte er zu den treffsichersten Stürmern Lünens. Im vergangenen Jahr zerstritt sich Murat Büyükdere allerdings mit dem Vorstand des Lüner SV, für den er zu diesem Zeitpunkt spielte. Es folgte die Trennung, Büyükdere fand einen neuen Verein und verließ die Stadt.

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Fast auf den Tag ein Jahr ist es her, dass Büyükdere dem VfL Kamen seine Zusage gegeben hat. Am 7. November 2019 verkündete er dieser Redaktion, künftig für den A-Ligisten aus dem Fußballkreis Unna-Hamm auflaufen zu wollen - ein Schritt eine Liga tiefer und raus aus dem ihm so bekannten Fußballkreis Dortmund.

VfL Kamen schießt sich warm

Seinen Torriecher hat der Stürmer, den in Lünen alle nur „Bücky“ nennen, auf dem Weg gen Osten nicht verloren. Vier Tore waren es in der kurzen Zeit bis zum Saisonabbruch in der vergangenen, ebenfalls vier sind es bis dato in der laufenden Saison.

„Ich bin sehr gut angekommen. Sie haben mich sehr gut empfangen. Wir haben ein super kollegiales Verhältnis“, sagt Büyükdere. Mit dem VfL Kamen steht er auf Rang zwei der Tabelle, nur einen Punkt hinter der Tabellenspitze. Nach mäßigem Start drehte die ambitionierte Elf zuletzt auf, gewann ihre Spiele vor Inkrafttreten der Allgemeinverfügung des Kreises Unna mit 11:2, 3:0 und 11:0.

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Aktuell bremst den VfL und Büyükdere allerdings das Kontaktsportverbot im November aus. Fit hält sich der 37-Jährige trotzdem. Wir erreichen ihn, als er gerade von einer Laufrunde beendet hat. Zudem betreibt er im Keller eines Freundes regelmäßig Kraftsport.

„Das tut weh“, sagt er über den sogenannten „Lockdown light“. „Komplett ärgerlich“, sei es für ihn und den VfL Kamen, schließlich sei man zuletzt ja so gut reingekommen in die Saison. Am 7. Oktober haben die Kamener letztmals gespielt.

Murat Büyükdere: Aufstieg ist das Ziel des VfL Kamen

Büyükdere ist skeptisch, ob bereits im Dezember die Rückkehr zu den Punktspielen gelingt. Am liebsten würde er die gesamte Saison durchspielen. „Unfair“ sei es, womöglich nur die Hinrunde zu werten, so der Torjäger.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass beim VfL Kamen viel investiert wurde - sowohl vom Vorstand, als auch vom Trainerteam und den Spielern. Früher als die meisten anderen Mannschaften sei der VfL in die Saisonvorbereitung eingestiegen, so Büyükdere.

Sogar über ein eigenes Fitnessstudio verfügen die Kamener laut Büyükdere. „Für uns Spieler wurde viel gemacht, das wollen wir zurückzahlen, indem wir aufsteigen“, sagt er. Der Aufstieg - es ist das erklärte Ziel der Mannschaft, in der auch Mehmet Kara, wie Büyükdere ehemals beim Lüner SV, aktiv ist.

Wie zufrieden er in Kamen ist, hört man Büyükdere deutlich an. Er sagt sogar: „Manchmal ärgert man sich, dass man nicht früher gewechselt ist. Hier läuft es wirklich sehr gut.“

Einen Schwenk zum Lüner SV II, an dessen Aufstieg von der Kreisliga B bis in die Bezirksliga er einen großen Anteil gehabt hat, wagt Büyükdere dennoch.

Murat Büyükdere verließ den Lüner SV im Herbst 2019 nicht im Guten.

Murat Büyükdere verließ den Lüner SV im Herbst 2019 nicht im Guten. © Jürgen Weitzel

In der zurückliegenden Saison lag der LSV zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung abgeschlagen auf dem letzten Platz. Die Corona-Pandemie verhinderte den Abstieg. Viel besser sieht es auch in dieser Spielzeit nicht aus: Null Punkte, aber bereits zwei Spielabsagen wegen zu weniger Akteure stehen auf der Habenseite des Lüner SV II.

Eine „Katastrophe“, nennt Büyükdere das. Freunde von ihm hätten bereits gegen seine alte Mannschaft - deren Gesicht sich seit dem Aufstieg 2018 massiv verändert hat - und kaum ein gutes Wort an dem Team gelassen.

Murat Büyükdere: Lüner SV II sollte sich abmelden

Qualitativ könne die LSV-Reserve in der Liga nicht mithalten. „Das finde ich wirklich schade“, sagt Büykdere. Er habe das Team gemeinsam mit den Trainern Kadir und Fathi Kaya, die vor einem Jahr ebenfalls im Krach den Verein verließen, immer geführt. „Das tut schon weh“, sagt Büyükdere. Er rät den Rot-Weißen, sich vom Spielbetrieb abzumelden. „Du schadest deinem Ruf noch mehr“, sagt er mit Blick auf mögliche weitere hohe Pleiten oder Spielabsagen.

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