„Musste nur noch Leistung abrufen“: Kanutin Jule Hake zeigt sich nach Pause topfit

hzKanu

Eigentlich sollte das Jahr für Kanutin Jule Hake anders verlaufen. Nach Tokio zu Olympia sollte es gehen. Doch die Olfenerin steckt den Kopf nicht in den Sand - sondern guckt aufs nächste Jahr.

Lünen, Olfen

, 21.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Olfener Kanutin Jule Hake hat sich stark aus der Corona-Pause zurückgemeldet. Bei den Deutschen Meisterschaften sicherte sie sich bekanntlich zwei Titel. Nun geht die Vorbereitung auf Olympia wieder los.

„Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagt die 20-Jährige, die für den KSC Lünen startet. Obwohl es eine neue Erfahrung gewesen sei, so gar keinen Zuschauer zu haben, der einen nach vorne peitscht. Dass sie nach der langen Zwangspause durch die Pandemie direkt so eine starke Leistung abrufen kann, hat Hake ein bisschen geahnt. „Wir hatten vorher schon zwei Leistungsüberprüfungen und da hat sich das rauskristallisiert, dass ich eine gute Leistung abrufen kann“, so Jule Hake.

Hinzu kam, dass vor den Meisterschaften die eigentliche Favoritin Sabrina Hering-Pradler abgesagt hatte. „Da musste ich nur noch meine Leistung abrufen. Ich habe dann versucht, alles zu geben.“ Der Vorlauf lief allerdings noch nicht so, wie Hake es eigentlich geplant hatte: „Da kam ich zeitgleich mit einer weiteren Kanutin ins Ziel. Danach habe ich mir ein bisschen Gedanken gemacht, ich war wohl nicht konzentriert genug“, glaubt die Kanutin. Dafür waren die beiden Endläufe in der Einer-Bootsklasse über 200 und 500 Meter dann souverän: „Ich bin da mein Rennen runtergefahren und hab mir wenig Gedanken gemacht, weswegen ich mit deutlichem Abstand gewinnen konnte.“

„Haben versucht, fit zu bleiben“

Dass sich Jule Hake nach der Corona-Pause direkt so stark präsentieren konnte, lag daran, dass sie trotz Pandemie weitertrainieren konnte - im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten. „Das Trainingszentrum in Essen war nur eine kurze Zeit geschlossen, wir konnten eigentlich weitertrainieren wie gewohnt“, erklärt die Olfenerin. Nur zwei Wochen musste sie vor allem auf das Krafttraining verzichten: „Paddeln konnten wir auch so, am Anfang war Krafttraining nicht erlaubt, aber wir haben dann eine Sondererlaubnis bekommen“, erklärt sie.

Trotzdem war es eine Herausforderung, die Spannung in der ungewissen Zeit hochzuhalten: „Wir haben nicht viele intensive Sachen gemacht, sondern versucht, fit zu bleiben und an den Grundlagen zu arbeiten. Weil wir wussten ja auch nicht, wann der nächste Wettkampf ist. Wir konnten nur abwarten, wie die Lage sich entwickelt.“

Jetzt lesen

Dementsprechend waren die Deutschen Meisterschaften auch erst Hakes dritter Wettkampf in dieser Saison. Nun geht es für die 20-Jährige aber wie schon im vergangenen Jahr wieder in die Vorbereitung für die um ein Jahr verschobenen Olympischen Spiele in Tokio. Auch wenn es für die Qualifikation dafür noch keinen festen Termin gibt: „Aber die werden auch in dem Zeitraum von diesem Jahr sein. Also können wir nach einem Zeitplan trainieren“, erklärt sie.

Nur einen Wermutstropfen gibt es: Das übliche Trainingslager der deutschen Olympiakanuten im US-Bundesstaat Florida wurde bereits abgesagt: „Das ist das einzig Doofe, weil wir sonst im Winter dorthin für vier Wochen ins Trainingslager fliegen.“ Dafür müsse jetzt noch eine Lösung gefunden werden. Angedacht ist aber, dass die Kanuten stattdessen in ein Trainingslager in den Süden von Europa fliegen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt