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Nach Horror-Unfall: So reagiert man, wenn ein Mensch seine Zunge verschluckt

hzUnfall von Johannes Zottl

Lünens Meris Memic hat dem Iserlohner Kicker Johannes Zottl nach seinem Unfall wohl das Leben gerettet. Eine Dortmunder Ärztin erklärt, wie man reagiert, wenn ein Mensch seine Zunge verschluckt.

Lünen

, 03.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Meris Memic, Fußballer beim Westfalenligisten Lüner SV, handelte blitzschnell. Nachdem der Iserlohner Fußballer Johannes Zottl am Freitag (26. April) im Ligaspiel gegen den Lüner SV mit seinem Kopf gegen eine Betonmauer im Iserlohner Hemberg-Stadion geknallt war, verlor Zottl das Bewusstsein. Seine Zunge rutschte in den Rachen, blockierte die Atemwege - ein Notfall. Memic leistete Ersthilfe, fischte die Zunge wieder heraus. Aber wie genau macht man das eigentlich? Eine Medizinerin aus Dortmund klärt auf.

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Schwerkraft ist Schuld

Nadia Schneider ist Chirugin im Johannes-Hospital in Dortmund. Die 27-jährige Ärztin macht klar, dass ein Mensch seine Zunge nicht direkt verschlucken könne. „Die Zunge ist ein riesiger Muskel - und damit sehr schwer - der am Unterkiefer klebt. Zum Verschlucken müsste sie schon abreißen. Schwere Dinge folgen aber nunmal besonders gerne der Schwerkraft. Das heißt, dass sie nach hinten sinkt, wenn man auf dem Rücken liegt und gewissermaßen gelähmt ist, sodass man sie nicht mehr vorne hält“, sagt die Medizinerin. Dieser Fall sei besonders gegeben, wenn ein Mensch das Bewusstsein verliere oder der Unterkiefer gebrochen sei. Beide Fälle treffen auf den 25-jährigen Zottl zu, dessen Atemwege durch das „Zurückrutschen“ der Zunge blockiert waren.

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Trockenes Stück Stoff hilft

Was macht man nun dagegen? Memic hat vorbildlich gehandelt. „Man muss die Zunge greifen und wieder nach vorne ziehen. Da Speichel ziemlich flutschig ist, nutzt man am besten ein trockenes Stück Stoff, wickelt das um zwei Finger und greift die Zunge, um sie herauszuziehen“, so Schneider. Außerdem könne es helfen, die Schwerkraft aufzuheben. Der Helfende müsse also dafür sorgen, dass die Zunge nicht mehr über dem Rachen hängt. Das gelingt, indem man den Geschädigten auf die Seite dreht - mit dem Gesicht nach unten. Der Schwerkraft folgend müsse die Zunge dann wieder nach vorne rutschen. Außerdem könne es helfen, wenn man den Kopf nach hinten überstrecke, da die Luftröhre dann gerade sei.

Unmittelbar nach der Erstversorgung solle man dann den Notarzt rufen. „So etwas kann nämlich Folgen haben“, sagt Schneider. Am schlimmsten Fall droht ein Tod durch Erstickung.

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