Neue Fußballregeln in der kommenden Spielzeit: Das sollten alle Kicker wissen

Fußballregeln

Trainer können mit Karten bestraft werden. Ausgewechselte Spieler müssen auf kürzestem Weg vom Platz und der Schiri ist nicht immer „Luft“. Hier sind die wichtigsten Regeländerungen.

Lünen

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Neue Fußballregeln in der kommenden Spielzeit: Das sollten alle Kicker wissen

Zur kommenden Spielzeit gibt es einige Regeländerungen für die Spieler im Fußballkreis Westfalen. © Patrick Schröer

Alle Jahre wieder tut sich etwas im Regelwerk der Fußballer. Auch zur neuen Saison hat der Fußball-“Gesetzgeber“ einige Änderungen vorgenommen, die für Kicker in allen Ligen interessant sind. Wir haben zusammen mit Daniel Fischer, Schiedsrichter-Lehrwart im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld, auf die wichtigsten Neuerungen geschaut. Sein Fazit vorab: „Im Sinne von Fairplay und Dynamisierung des Spiels finde ich die neuen Regelungen generell sinnvoll.“

Strafen für Offizielle: Meckerei oder gar Beleidigungen von der Seitenlinie wird es wohl auch weiterhin geben. Allerdings ändert sich die Bestrafung dafür. An die Stelle von mündlicher Verwarnung und Innenraumverweis treten jetzt Gelbe und Rote Karten. Kann der Übeltäter nicht identifiziert werden, trifft es immer den höchstrangigen Trainer in der Coaching Zone. „Für mich ist das die interessanteste Änderung“, sagt Daniel Fischer, der sie durchaus positiv sieht. Durch das Zeigen der Karte soll auch für Zuschauer im Vergleich zu einem Zwiegespräch zwischen Schiedsrichter und Trainer mehr Transparenz herrschen.

Spielerwechsel: Ein beliebtes Mittel, um Zeit zu schinden, war bisher, einen Spieler vor seiner Auswechslung zur anderen Seite des Spielfelds zu schicken, von wo er dann gemächlich zur Seite der Trainerbänke schlenderte. Das geht jetzt nicht mehr: Ausgewechselte Spieler müssen den Platz an der nächstgelegenen Außenlinie verlassen.

Schiedsrichterball: Der alte Satz „der Schiedsrichter ist Luft“ gilt ab sofort nicht mehr in jedem Fall. Zum Beispiel dann nicht, wenn durch seine Berührung ein Tor fällt, eine vielversprechende Angriffssituation entsteht oder der Ballbesitz wechselt. Dann gibt es künftig einen Schiedsrichterball. Ebenfalls neu: Den Schiedsrichterball darf nun immer die Mannschaft ausführen, die vor der Unterbrechung im Ballbesitz war. Im Strafraum erhält dann der Towart den Ball. „Ganz klar: Das sorgt für mehr Fairness“, sagt Daniel Fischer.

Handspiel: Beim leidigen Thema hat der Weltverband versucht, mehr Klarheit zu schaffen. So ist bei der Torerzielung künftig jede Handberührung – ob absichtlich oder nicht – strafbar und das Tor zählt nicht. Für Abwehrspieler gilt künftig verbindlich, dass das Abstützen beim Fallen als natürliche Handbewegung gilt und nicht strafbar ist. „Eine Berührung mit der Hand über Schulterhöhe ist dagegen zu bestrafen, es sei denn, der Abwehrspieler schießt sich selbst an“, erklärt Daniel Fischer. Dennoch gibt es weiterhin Diskussionspotenzial, wenn der Arm nicht komplett angelegt ist, Stichwort: „Unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche“.

Rückpass: Der Torwart darf den Ball künftig in die Hand nehmen, wenn er ihn nach einem Einwurf oder absichtlichen Rückpass eindeutig mit dem Fuß klären wollte.

Strafraum: Abstöße und Freistöße müssen nicht mehr wie bisher aus dem Sechzehner gespielt werden, sondern können auch kurz innerhalb des Strafraums ausgeführt werden.

Freistoß: In einer Mauer ab drei Spielern dürfen künftig keine gegnerischen Akteure stehen, sondern müssen mindestens einen Meter Abstand halten. Ein Freistoß darf neuerdings auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der Schiedsrichter eine Gelbe Karte zeigen will. Das kann er bei der nächsten Unterbrechung nachholen. Für Daniel Fischer ebenfalls positive Änderungen.

Elfmeter: Der Torwart muss nicht mehr mit beiden Füßen, sondern nur noch mit einem die Torlinie berühren. Er darf allerdings keine Bewegung des Tores, etwa durch einen Schlag an den Querbalken, mehr erzeugen. Verletzt sich bei einem elfmeterwürdigen Foul der Spieler, der den Strafstoß ausführen will, darf er ab sofort auf dem Platz behandelt werden.

Seitenwahl: In den vergangenen Jahren durfte der Mannschaftskapitän, der die Seitenwahl gewonnen hat, sich nur für eine Spielhälfte entscheiden. Ab sofort darf er sich auch – wie früher – für den Anstoß entscheiden und der Verlierer wählt die Seite.

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