Nach Streit mit dem Trainer verlässt Nico Stork Westfalia Wethmar

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Nico Stork war eines der bekanntesten Gesichter im Kader von Westfalia Wethmar. Zur neuen Saison wechselt er zum Lokalrivalen BW Alstedde. Zwischen Stork und dem Trainerteam knatschte es.

Lünen

, 03.04.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dass Westfalia Wethmars Defensivmann Nico Stork zur kommenden Saison zum Lokalrivalen BW Alstedde wechselt, war bereits bekannt. Doch nun hat sich der 25-Jährige zu den genauen Hintergründen geäußert - und die Gründe für den Wechsel liegen nicht bloß am großen Interesse der Alstedder.

Denn das war schon länger verbrieft. Durch BW-Co-Trainer Thomas Westrup sei der Kontakt zustande gekommen. „Und die haben einfach nicht locker gelassen, auch der Benedikt Kuhne (Sportlicher Leiter von BWA, Anm. d. Red.) hat nicht locker gelassen und ständig angerufen. Das fing schon vor zweieinhalb Jahren an“, erzählt Stork. Weil er sich in Wethmar aber „sehr wohlgefühlt“ habe, habe er nie zugesagt.

„Aber jetzt, mit dem Trainerwechsel und dem Neujahrsumschwung, dass der Trainer meinte, ich würde mir den Abstiegskampf mit dem Verein nicht zutrauen - da habe ich gesagt, ich ziehe die Reißleine und gehe den Schritt nach Alstedde“, erklärt Stork. Zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung wegen des Coronavirus liegt Wethmar in der Bezirksliga auf dem vorletzten Rang und damit einem Abstiegsplatz, zum rettenden Ufer fehlen sechs Punkte.

Doch zurückgespult: Kurz vor der Winterpause war Stork, seit viereinhalb Jahren bei Wethmars erster Mannschaft, in die zweite verbannt worden - seiner Aussage nach zunächst für zwei Wochen. Doch es war wohl der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

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„Ich war schon unter Przybilla und Bolte immer mit einer der Sündenböcke und musste mal den Kopf freikriegen, war aber immer beim Training da und wollte Leistung bringen“, berichtet Stork. „Ich habe dann mal gemeckert, weil wir nur gelaufen sind“, gibt er zu. „Ich habe gesagt: ‚Es bringt nichts, wenn wir jeder 20 Kilometer laufen können im Spiel, aber keine vernünftigen Ballstafetten hinbekommen. Man kann so viele Übungen mit dem Ball machen.‘“

Das sei allerdings nicht angenommen worden; ihm sei gesagt worden, dass er die Mannschaft herunterziehe. „Dann hat der Kochi (Trainer Steven Koch, Anm. d. Red.) mir gesagt, dass die Trainer entschieden haben, dass ich zwei Wochen runtergehen soll in die Zweite, ohne vernünftige Begründung“, so Stork. „Dann habe ich gesagt, dass ich komplett runtergehe und direkt in der U23 bleibe.“

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Es passte nicht mehr zwischen Stork und dem neuen Trainerteam um Steven Koch und dessen Assistenten Christian Kinder. „Der Trainer hat gesagt, meine Einstellung würde nicht passen, dann habe ich ihn gefragt, wie er das meint, und da sagte er, ich wäre nur am rummeckern und würde den Abstiegskampf nicht annehmen. Die Trainer meinten, ich würde den Weg nicht mitgehen“, sagt Stork.

Ab kommender Saison gemeinsam in Alstedde: Nico Stork (M.), BW-Co-Trainer Thomas Westrup (l.) und Andreas Grundmann, der die Sportliche Leitung unterstützt.

Ab kommender Saison gemeinsam in Alstedde: Nico Stork (M.), BW-Co-Trainer Thomas Westrup (l.) und Andreas Grundmann, der die Sportliche Leitung unterstützt. © Bernd Warnecke

„Das ist totaler Quatsch! Das ist meine dritte Saison gegen den Abstieg. Ich glaube, ich war der, der am längsten im Kader der Ersten war. Ich kenne den Abstiegskampf und komme damit klar“, unterstreicht er.

Und wenn er sein letztes Spiel für die Westfalia wegen der Entwicklungen um das Coronavirus bereits hinter sich hätte? „Das wäre jetzt nicht so schade, so wie der Verlauf war. Ich habe mir das komplett anders vorgestellt“, erzählt Stork enttäuscht. „Dass ich der Mannschaft helfen kann gegen den Abstieg, dass ich mich mit gutem Gewissen auch von der Mannschaft und den Zuschauern verabschieden kann. Ich habe die Entscheidung selbst getroffen, aber durch fehlende Kommunikation seitens des Trainerteams...“ Den Abschied habe er sich anders vorgestellt.

Anders vorgestellt hat sich auch Westfalia-Trainer Steven Koch den Umgang mit Stork. „Wir haben ihn für ein, zwei Wochen in die Zweite schicken wollen, damit er wieder zu sich und seinen Stärken zurückfindet. Er war sehr negativ“, erklärt Koch, angesprochen auf Storks Aussagen. „Komischerweise haben die beiden anderen Trainer vor mir genau das Gleiche gesagt. Wenn jemand sich jetzt darstellt wie der Messias und sagt ‚Ich bin am längsten da‘, schön und gut. Es gab auch andere Trainer, die meinten, dass er weg muss. Es hat einfach nicht gepasst, dann ist er den Weg gegangen.“

Einen Weg, der einem möglichen Aufeinandertreffen beider Lokalrivalen in der kommenden Saison noch mehr Zündstoff verleiht: Denn während die Westfalia in der Bezirksliga gegen den Abstieg kämpft, führt Alstedde zum Zeitpunkt der Corona-Zwangspause die Tabelle der Kreisliga A souverän an. Ob und wie die Fußballverbände über einen potenziellen Abbruch und eine Wertung der aktuellen Spielzeit entscheiden, ist weiter unklar.

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