SG Gahmen hat die Trainerfrage für die kommende Saison beantwortet

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Den Aufstieg in die Bezirksliga muss die SG Gahmen in diesem Jahr wohl abschreiben. Doch in der nächsten Saison soll der nächste Angriff folgen - mit dem passenden Personal an der Seitenlinie.

Gahmen

, 14.05.2020, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Coronavirus-Pandemie hat den Aufstiegs-Ambitionen der SG Gahmen (k)einen herben Dämpfer verpasst. Einerseits bleibt dem A-Ligisten wohl durch den bevorstehenden Saisonabbruch und die vorgeschlagene Regelung zur Wertung der Saison die Möglichkeit verwehrt, bereits in der nächsten Saison eine Klasse höher starten zu können. Andererseits sorgen die Gahmener bereits vor, wie dieses Vorhaben in der nächsten Saison umgesetzt werden soll - inklusive des Postens an der Seitenlinie.

Den soll auch in der kommenden Spielzeit Bülent Kara besetzen. Der B-Lizenz-Trainer hatte die SGG nach dem zehnten Spieltag auf Rang sechs übernommen und bis zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auf den zweiten Tabellenplatz geführt. „Ich bin hier für mich selbst, gerade am Anfang. Ich will jetzt mit dem Verein zusammen etwas aufbauen“, erklärt Kara. Und an Motivation mangelt es nicht. „Ich habe mein Ziel, das ich mit dem Verein gesteckt hatte, wegen Corona nicht erreicht, also habe ich noch was vor“, erklärt er. „Mir macht es Spaß hier, ich freue mich, dass ich in einem Verein bin, der mir Rückendeckung gibt.“

Der stellvertretende Geschäftsführer Musa Sagculu (l.) und die SG Gahmen freuen sich auf eine weitere Spielzeit mit Trainer Bülent Kara (r.).

Der stellvertretende Geschäftsführer Musa Sagculu (l.) und die SG Gahmen freuen sich auf eine weitere Spielzeit mit Trainer Bülent Kara (r.). © Oliver Schaper

Die bekommt SGG-Coach Kara auch, was seine Spielphilosophie angeht. Auch wenn diese wohl bei Fans und Spielern fast aller Fußballvereine gut ankommen würde. „Ich liebe den Angriffsfußball! Wir werden uns vor keiner Mannschaft verstecken“, erklärt er. „Wir wollen Vollgas-Fußball spielen. Darauf freue ich mich, egal in welcher Liga.“

Spieler sollen bei der SG Gahmen „Spaß und Selbstvertrauen haben“

Zu seiner Philosophie gehört auch, mit vielen jungen Kräften zu arbeiten. Der aktuelle Kader sei „sehr gut, den werden wir nur punktuell verstärken“, sagt der Coach. Gahmens Sportlicher Leiter Hüseyin Tekin kündigt die Vorstellung von Neuzugängen für die nächste Spielzeit für die nächsten Tage an.

Für ihn sei wichtig, dass „die Jungs Spaß und Selbstvertrauen haben und wir den Erfolg dann gemeinsam erreichen“, so Kara: „Anders geht es nicht.“

Um jeden Preis möglichst schnell aufsteigen, wollen die Gahmener aber nicht. Die sportliche Entwicklung soll nachhaltig sein. „Wir planen nicht, jedes Jahr aufzusteigen, sondern wollen lieber stabil aufsteigen“, erklärt Kara. „In dieser Saison hat sich das so entwickelt, und wenn man an die Chance glaubt, dann sollte man die auch wahrnehmen.“

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Kara plant bei der SG Gahmen auf lange Sicht. „Das Ziel ist, mit dem Verein langfristig gesehen nicht nur Bezirksliga, sondern vielleicht auch irgendwann Landesliga zu spielen. Der Vorstand und alle sind fleißig, wir werden von vielen Zuschauern unterstützt - wer weiß, wo der Weg hingeht“, so Kara.

Dafür ist die Infrastruktur des Klubs allerdings nicht ideal. „Wir würden uns freuen, wenn am Sportplatz im Bereich Kunstrasen was passieren würde“, sagt Kara. Die Gahmener spielen immer noch auf einem Ascheplatz. „Schade, dass da keine Unterstützung von außen kommt. Aber auch da ist der Vorstand fleißig in Kommunikation mit den Behörden.“

Eine verrückte Spielzeit für Bülent Kara

Wird die Saison, wie von den Verbänden geplant, bald endgültig abgebrochen, geht für Bülent Kara damit eine verrückte Spielzeit zu Ende. Angefangen hatte das Jahr für ihn bei Türkspor Dortmund in der Bezirksliga, in die er mit dem Klub gerade als Kreisliga-Meister aufgestiegen war. Nach dem sechsten Spieltag (Bilanz: fünf Siege, eine Niederlage, Tabellenführer) trennte sich der Klub aber von Kara, um das Trainerduo aus Reza Hassani und Ex-BVB-Profi Kevin Großkreutz einzusetzen. Danach war Kara drei Wochen lang Sportlicher Leiter des Bezirksligisten Lüner SV II, ehe er bei der SG Gahmen als Trainer an die Seitenlinie zurückkehrte.

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„Das war für mich ein turbulentes Jahr“, erklärt der Coach. „Bei Türkspor angefangen, dann Sportlicher Leiter bei der Zweiten des LSV, dann Trainer bei der SG Gahmen und noch Corona obendrauf. Ich fühle mich jetzt in Gahmen sehr wohl und verfolge auch Türkspor weiter. Denen wünsche ich auch alles Gute, da gibt es nichts Negatives mehr.“

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