So groß ist der Ärger bei Eltern und Vereinen über die Hitze-Stadtmeisterschaften

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Die Temperaturskala klettert in diesen Tagen erneut auf über 30 Grad. Die Spiele bei den Lüner Feldstadtmeisterschaften finden dennoch statt. Darüber ärgern sich jetzt auch viele Eltern.

Lünen

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Darf bei diesem Wetter Fußball gespielt werden? Der Stadtsportverband um Jugendfußball-Fachschaftsleiter Detlev Eppmann sagt ja. Sezer Yildiz, Jugendgeschäftsführer des BV Brambauer - in diesem Jahr Mit-Ausrichter, sagt nein. Sportmediziner Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel hält Sport bei diesen Temperaturen zumindest für bedenklich. Bei Kindern, gerade in noch jungen Jahren, sei besondere Vorsicht geboten. „Kinder trinken oft nicht so konsequent oder cremen sich nicht so konsequent ein“, sagt Predel (wir berichteten). Im Internet haben sich nun auch einige Eltern und User zu den Stellungnahmen geäußert.

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„Bei der Hitze ist es unverantwortlich, Kinder spielen zu lassen“, schreiben Conny Wagner und Adriana Koch bei Facebook. „Mal ehrlich, wer will sich diese Verantwortung aufbürden und im schlimmsten Fall den Kopf hinhalten?

Ich kann Sezer nur zustimmen“, äußert Thomas Bittner Bedenken und unterstützt damit auch die Aussagen von Sezer Yildiz.

„Es ist eine Frechheit“

Noch ausführlicher hat sich Nadine Kuchinke, zweifache Mutter aus Lünen, über Facebook mitgeteilt. „Ich bin da ganz auf der Seite des Mediziners. Mein Kleiner (4) und mein Großer (11) hatten am Sonntag Spiele. Ich frage mich, warum wurden die Minispiele nicht ganz abgesetzt? Es geht um nichts bei den Minis, außer, dass sie Spaß haben, da jeder eine Medaille bekommt. Es war eine Qual am Sonntag, denn nur ein Schiri hat auch später bei den D-Jugenden zu Trinkpausen gepfiffen, und das finde ich unverantwortlich. Ich finde es eine Frechheit zu sagen, das liegt im Ermessen des Schiris, da hätte die Fachschaft mehr drauf achten sollen. Es stand noch nicht mal ein Sani ersichtlich am Platz, bei den Temperaturen halte ich das aber für mehr als sinnvoll“, kommentierte Kuchinke unsere Berichterstattung und das Verhalten des Stadtsportverbands.

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Benedikt Kuhne ist nicht nur Sportlicher Leiter beim SV BW Alstedde, sondern auch Trainer der Minikicker der Blau-Weißen und bekam die Hitzeschlacht am vergangenen Wochenende live mit. Auch wenn er die Turnierleitung verstehen kann, hat er eine klare Meinung. „Natürlich hatten die Vereine auch Kosten. Ein Turnierausfall würde richtig in die Kasse hauen. Die Gesundheit der Kinder steht aber immer im Vordergrund. Ich finde, da hat sich die Stadt Lünen zu wenig Gedanken gemacht. Es muss wohl erst etwas passieren, bis das Turnier abgeschafft oder verlegt wird“, sagt Kuhne, der sich mit seinen Jungs bei den Minis den inoffiziellen Stadtmeistertitel geholt hat.

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Sezer Yildiz, der in den kommenden Tagen als Mit-Organisator für BV Brambauer noch einmal im Einsatz sein wird, eröffnet nun gar eine Grundsatzdebatte über die Zukunft der Feldstadtmeisterschaften. „Wir werden die Hitzewelle nun jedes Jahr immer intensiver mitbekommen. Bei einem Turnier, bei dem es nur um die goldene Ananas geht, sollte man bei diesem Wetter gar keinen Fußball mehr spielen“, sagt er und verspricht für die kommenden Tage: „Wir werden das Beste tun, damit die Kinder im Schatten sind. Ich appelliere aber auch an die Eltern und an den Menschenverstand, dass die Kinder sich nicht in der Sonne aufhalten“, so Yildiz weiter.

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