Sollte der Spielbetrieb gestoppt werden? Standpunkte teils meilenweit voneinander entfernt

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Sollte die Saison im Amateurfußball unterbrochen werden? Die Politik könnte bald eine Entscheidung treffen. Die Meinungen dazu gehen auseinander - von Konsens ist keine Spur.

Lünen

, 28.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Soll der Spielbetrieb im Amateurfußball unterbrochen werden oder weiterlaufen - diese Frage ist in den vergangenen Wochen zum mit Abstand wichtigsten Diskussionsthema in der Szene aufgestiegen. Die Meinungen dazu liegen teils weiter auseinander als Auf- und Absteiger am Ende der Saison.

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Diese Redaktion hat am Dienstag die durchgesickerte Idee des „Lockdown light“ aufgegriffen und auf den Sozialen Netzwerken Facebook und Instagram die Frage gestellt: „Sollte die Saison auch hier unterbrochen werden?“ Einige Landesverbände haben die Amateurfußball-Saison bereits unterbrochen.

Die Reaktionen fielen sehr verschieden aus. Einige Facebook-User lehnten Maßnahmen, die das Fußballspielen im Training oder Wettkampf grundsätzlich einschränken, grundlegend ab.

Verantwortung Kindern und Jugendlichen gegenüber

„Die Sportanlagen dürfen nicht geschlossen werden. Alle Vereine haben eine wichtige Verantwortung den Kindern und Jugendlichen gegenüber. Unbedingt weiterspielen und trainieren lassen“, schreibt etwa Torsten Kcolb.

Andere User verweisen auf das angeblich geringe Infektionsrisiko auf dem Fußballplatz. „Fast null“, würde das betragen, schreibt ein Nutzer. Damit bezieht er sich auf die Aussagen des Vorsitzenden der Medizinischen Kommission des DFB, Prof. Dr. Tim Meyer, die Anfang des Monats viel Aufmerksamkeit erhalten haben.

Bei einigen User scheint sich die Ansicht durchgesetzt zu haben, dass ein geregelter Spielbetrieb ohnehin kaum noch möglich scheint. „Ein Saisonrhythmus wird nicht mehr funktionieren“, schreibt Christian Gössing.

Auch Nutzer „Manni Aus La“ hat diese Meinung. Er verweist zudem auf größere Unverhältnismäßigkeiten zwischen Profi- und Breitensport: „Wenn ein Spieler positiv ist, dann muss eine ganze Mannschaft in Quarantäne. In der Bundesliga müssen nur einzelne Spieler in Quarantäne und dürfen nach zwei negativen Tests wieder raus. Erklär das mal jemand den Kindern, die trotz zwei negativen Tests nicht wieder in die Schule durften?“

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Nadine Kuchinke äußert eine Ansicht, die in den vergangenen Wochen an Popularität gewonnen hat: „Es ist wichtig, dass den Kindern nicht wieder ihre sozialen Strukturen genommen werden. Die Kinder können für mich nichts dafür, dass einige Erwachsene zu dämlich sind.“

Deshalb sollte der Trainingsbetrieb für die Kinder und Jugendlichen aufrechterhalten werden. Einen ähnlichen Weg hat die Niederlande bereits eingeschlagen.

User diskutieren auf Instagram nicht nur sachlich

Auf Instagram entbrannte derweil sogar eine richtige Diskussion. „Soziale Kontakte sollen eingeschränkt werden und der Amateurfußball soll jetzt weiterlaufen, wo mindestens 15 verschiedene Haushalte aufeinandertreffen?“, stellte ein User infrage.

Doch ihm wehte schnell Gegenwind ins Gesicht. Ein Nutzer entgegnete ihm, dass die Infektionskette nach zwei Wochen wohl kaum unterbrochen und der Virus nicht weg sei. Danach wurde die Diskussion unsachlicher - ein Indiz dafür, wie viel weniger konsensual die Debatte und eine Saisonunterbrechung ist, als noch im Frühjahr.

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