Spielabbruch und Polizei-Einsatz: Die Vereine müssen Konsequenzen spüren

hzFußball

Schon am zweiten Spieltag gibt es den zweiten Spielabbruch in dieser Saison im Fußballkreis Dortmund. Der Kreis ist nun gefordert, die Vereine müssen Konsequenzen spüren. Ein Kommentar.

Lünen

, 14.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mark Bördeling stellte eine Frage in den Raum: „Warum machen wir den ganzen Scheiß hier überhaupt noch?“

Der Trainer des VfB Lünen erlebte wenige Augenblicke zuvor den Spielabbruch seines Teams gegen den SC Osmanlispor. Ein Spieler des Gastes aus Dortmund streckte den Schiedsrichter mit einem Faustschlag und einem anschließenden Kniestoß nieder, nachdem er wegen Meckerns vom Platz gestellt worden war.

Der zweite Spielabbruch innerhalb weniger Tage

Schockstarre für alle vor Ort: Spieler, Zuschauer, selbst für unseren Reporter.

Sechs Polizeistreifen und ein Krankenwagen kamen zum Platz. Es sind widerliche Szenen, die so nirgends vorkommen sollen und nun schon so zum zweiten Mal im Fußballkreis Dortmund in dieser Spielzeit passieren. Vergangene Woche in der Kreisliga C beim Spiel zwischen TuRa Asseln II und dem DJK RW Obereving, nun beim Duell des VfB Lünen gegen Osmanlispor.

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Es ist der eine Abbruch, über den nun alle sprechen – so wie in der Woche zuvor. Traurige Tage für die Fußball-Community. Der Fußballkreis hat nun aber die Chance, mit harten Strafen ein Exempel zu statuieren, und muss die Vereine Konsequenzen spüren lassen.

Man darf dabei aber nicht vergessen: Mehr als 80 Spiele fanden in den Kreisligen des Fußballkreises Dortmund an diesem Sonntag statt – ohne Abbrüche, Polizei- und Krankenwagen-Einsätze. Spielabbrüche und brutale Attacken sind definitiv nicht die Regel, doch sie überschatten all die anderen fairen Partien. Ehrenamtliche Trainer, Schiedsrichter und Spieler, die einfach nur ihrer Leidenschaft nachgehen wollen, stellen sich dann berechtigterweise die Frage, warum sie sich das Ganze noch antun.

Warum spielte der Spieler?

Laut des Osmalispor-Trainers sei der auslösende Spieler eine „tickende Zeitbombe“. Doch warum spielt er dann noch? Hätte er nicht vorher aus dem Verkehr gezogen werden müssen? Vereine sind auch unter anderem dafür da, Werte zu vermitteln und auf ihre Fußballer einzuwirken.

Fußballplätze sind kein rechtsfreier Raum, wo Spieler ihre negativen Emotionen an ihren Mitmenschen auslassen können. Das muss spürbar werden – in Form von langen Sperren und deutlichen Strafen für die verantwortlichen Vereine.

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