„Stärke, die uns ausmacht“: Anna Lieneke brennt auf Oberliga-Handball mit LSV

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Seit sechs Jahren spielt die 23-jährige Anna Lieneke für die Handballerinnen des Lüner SV. Sie berichtet von Highlights und Perspektiven - und einem Aufstieg auf der Couch, sowie einem am Küchentisch.

Lünen

, 20.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie ist gerade einmal 23 Jahre alt und zählt bei den Oberliga-Aufsteigerinnen des Lüner SV zu den wichtigen Säulen des Teams: Anna Lieneke erlebte mit dem LSV schon einiges. Der jetzige Oberliga-Aufstieg, der am Sonntag-Nachmittag durch den Beschluss des Handballverband Westfalens mit der Beendigung der aktuellen Saison durch das Corona-Virus dank einer Wildcard gefestigt wurde, zählt definitiv zu ihren Highlights.

„Um ehrlich zu sein, ist das alles noch unglaublich. Ich war am Sonntag-Nachmittag so geschockt. Positiv geschockt“, erzählt Lieneke. Die Nachricht übermittelte Trainer Marcel Mai übers Handy. Am Abend folgte prompt eine Videokonferenz mit allen Spielerinnen samt Coach. „Da wurde etliche Male nachgefragt, ob das jetzt wirklich so ist. Wir konnten es alle irgendwie gar nicht begreifen“, so Lieneke.

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Die LSV-Frauen sind durch den Oberliga-Aufstieg das klassenhöchste Damenhandball-Team in Lünen und somit auch das Aushängeschild der Stadt an der Lippe. Auch sportlich gesehen könnte dieser wichtige Schritt bald Früchte tragen. „Es kann ja wirklich sein, dass wir dadurch einen kleinen Meilenstein gelegt haben und dass wir dadurch Jugendspielerinnen auch bei uns halten können. Gute Nachwuchsspielerinnen gehen ja meist nach Dortmund. Jetzt haben wir aber auch etwas zu bieten“, sagt Lieneke.

Mit 17 Jahren und Doppelspielrecht zu den Frauen des Lüner SV

Die LSV-Kreisläuferin spielt schon seitdem sie 17 Jahre alt ist bei den Frauen des LSV. Damals bereits mit Doppelspielrecht. Sie hat mit Lünen bereits einiges erlebt, auch den Aufstieg in die Verbandsliga vor zwei Jahren: „Damals saß ich auf der Couch und bei diesem Aufstieg saß ich am Küchentisch. Irgendwie lustig“, sagt sie. Der Verbandsliga-Aufstieg wurde dank der gewonnen Relegation gepackt. Damals musste der LSV auf ein letztes Ergebnis der Konkurrenz warten, das dann positiv für Lünen ausfiel. „Das habe ich auf der Couch per Liveticker verfolgt“, so Lieneke.

Jetzt war die Überraschung aber noch größer. „Damit habe ich, um ehrlich zu sein, gar nicht so gerechnet. Das ist noch so surreal. Aber wir haben total Bock auf diese neue Herausforderung. Wir haben bereits in dieser Saison gesagt, dass wir alles mitnehmen, was geht. Zwischenzeitlich waren wir ja wochenlang auf Platz eins“, so Lieneke.

Aufstieg wäre für LSV sportlich aus eigener Kraft machbar gewesen

Rein sportlich gesehen - wenn die Saison hätte fortgesetzt werden können - hätte Lünen den Aufstieg theoretisch noch aus eigener Kraft packen können. „Das ist jetzt aber egal. Fakt ist, dass wir aufgestiegen sind. Ich freue mich darauf, dass wir uns sportlich gegen größere Mannschaften messen können und da gucken können was drin ist“, erklärt Lieneke. „Wir haben uns aber immer gesagt, dass wir ohne Druck spielen wollen, und genau das soll jetzt auch weiter fortgeführt werden.“

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Die Herausforderung Oberliga wollen die LSV-Frauen gemeinsam mit ihrem starken Teamgeist meistern. Fast alle Spielerinnen kennen sich seit Jahrzehnten und spielen bereits lange zusammen. „Das ist eine Stärke, die uns auch ausmacht und die wir künftig auch abrufen wollen. Wir sind als Mannschaft stark und genau das wollen wir den anderen Teams beweisen“, so Lieneke.

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