Tim Hermes feiert ein Bilderbuch-Comeback bei RW Oberhausen

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Seit Mai 2019 hat der Lüner Fußballer und Trainer dem Regionalligisten RW Oberhausen gefehlt. Nun feierte er sein Comeback - das hätte nicht besser laufen können.

Alstedde

, 10.02.2020, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tim Hermes schafft es nicht, sich ein kurzes Lachen zu verkneifen, als er sich an den ersten schönen Moment vom Samstag zurückerinnert. Nach neun Monaten Verletzungspause signalisierte ihm die Bank von Fußball-Regionalligist RW Oberhausen erstmals wieder, dass er gleich in ein Meisterschaftsspiel kommen würde. „Als der Trainer mich gerufen hat, war ich zu 100 Prozent motiviert, 25 Minuten lang alles rauszuhauen. Das hat ganz gut geklappt“, so Hermes.

Allerdings. Denn das Comeback von Hermes, der den Lüner A-Ligisten BW Alstedde als Trainer in dieser Saison an die Tabellenspitze der Kreisliga A2 Dortmund geführt hat, entwickelte sich zu einem vollen Erfolg.

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Nach 67 Minuten kam Hermes für Vincent Louis Stenzel - ebenfalls Lüner - in die Partie. RWO-Trainer Mike Terranova schenkte Hermes mit seinem vierten und damit letzten Wechsel das Vertrauen. Erst eine Minute zuvor hatte Oberhausen gegen den SV Bergisch Gladbach den 1:1-Ausgleich erzielt - es ging also noch um etwas.

Und vor 2227 Zuschauern im Oberhausener Niederrhein-Stadion war es tatsächlich Hermes, der in seinem Comeback den Siegtreffer für den Traditionsverein erzielte. Es lief die 84. Minute, Hermes - eigentlich Verteidiger - störte Gäste-Schlussmann Peter Stümer bei einer Flanke so, dass dem Torwart der Ball aus den Händen glitt. Hermes bedankte sich mit dem entscheidenden 2:1. „Von sowas träumt man. Das war schon ein schönes Gefühl“, so Hermes, der sonst eher zu den ruhigen und analytischen Typen zählt.

Nach einer so langen Verletzung seien Comeback, die mit einem Tor gekrönt werden, immer „etwas spezielles“, sagt Hermes. Zumal er gar nicht so der Typ sei, „der viele Tore schießt“, weiß der Lüner.

Tim Hermes: „Ich habe versucht, die Mannschaft wachzurütteln“

Wichtiger seien ihm ohnehin zwei andere Dinge. Zum einen der Mannschaftserfolg - RWO spielt als Tabellendritter eine gute Saison. „Ich war beim Warmmachen schon motiviert. Nach dem 0:1 habe ich versucht, die Mannschaft wachzurütteln“, so Hermes.

Zum anderen aber auch die mittelfristige persönliche Zukunft. Das Bilderbuch-Comeback ist schließlich nur eine Momentaufnahme. Hermes will daran arbeiten, in drei bis vier Wochen wieder eine Option für die erste Elf der Kleeblätter zu sein.

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Lange Zeit war an eine solche Traum-Rückkehr nicht zu denken. Eine komplizierte Schambeinentzündung hatte ihn monatelang außer Gefecht gesetzt. Die Ärzte sagten Hermes, dass eine vollständige Genesung „Ewigkeiten dauern könnte“. Bei jeder kleinen Bewegung verspürte Hermes Schmerzen. „Die ersten drei, vier Monate waren schon schwer“, sagt er. Ab November besserte sich die Lage, er begann eine Reha. Im Dezember folgten erste Laufeinheiten - und im Februar das Traum-Comeback.

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