Trotz Corona: Westfalia Wethmars Kader für nächste Saison steht - größtenteils

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Die unsichere Lage in der Corona-Krise erschwert die Planungen für den Fußball-Bezirksligisten besonders, denn Wethmar steht auf einem Abstiegsplatz. Trotzdem steht der Kader schon - fast vollständig.

Wethmar

, 10.04.2020, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wann und wie der Fußball nach der Corona-Zwangspause in Lünen wieder rollt, ist weiter nicht geklärt. Fußball-Bezirksligist Westfalia Wethmar hat jetzt dennoch bereits den Großteil seines Kaders für die nächste Saison verkündet - der bis zum Start der kommenden Spielzeit nur noch punktuell verstärkt werden soll.

Für die Wethmarer ist die aktuelle Lage besonders schwierig: Zum Zeitpunkt der Unterbrechung des Spielbetriebs liegt der Klub auf dem vorletzten Rang, hat bereits sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Ob die Saison letztendlich weitergespielt werden kann, oder wie sie gewertet wird, wenn nicht, ist weiterhin nicht entschieden, auch wenn die Verbände erste Schritte eingeleitet haben. „Die Verhandlungssituation war und ist natürlich nicht sehr komfortabel“, gibt Wethmars Sportlicher Leiter Rolf Nehling zu.

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Dennoch verlassen nur zwei Spieler den Bezirksligisten: Die beiden bereits bekannten Abgänge Dominik Dupke (FC Nordkirchen) und Nico Stork (BW Alstedde). Doch diese beiden hinterlassen Lücken. „Das sind beides gute Spieler, keine Frage“, sagt Nehling. „Da müssen wir sehen, wie wir das innerhalb der Mannschaft kompensieren. Wir haben viele junge Leute, die in der letzten Saison Schwierigkeiten hatten. Für die Zukunft sind die aber richtig, richtig gut! Es dauert aber meistens zwei, drei Jahre, bis der Sprung aus der A-Jugend in den Senioren-Bereich richtig klappt. Da müssen wir jetzt geduldig bleiben und abwarten.“

Ausnahmslos alle weiteren Akteure der Ersten wollen der Westfalia erhalten bleiben - unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit der kommenden Saison. „Wir gucken, ob wir vielleicht noch extern zwei Leute für den offensiven Bereich dazubekommen“, sagt Nehling. „Aber durch Corona ist das schon schwierig. Wir können nur mit dem Telefon arbeiten und wissen auch noch nicht, wo die Reise hingeht, was das nächste Problem ist. Deshalb sind wir auch froh, dass die Jungs bleiben und zugesagt haben.“

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Wichtig ist Nehling auch das Konzept seines Klubs - Wethmar setzt auf Nachwuchsarbeit. „Im letzten Sommer sind bei uns 34 Jungs aus der A1 und A2 hochgekommen“, so Nehling, „für uns ist die Aufgabe ja auch, die Jungs zu integrieren.“ Arne Wilberg, Ismael Simsek und Jonas Osterholze sind nur einige der vielversprechenden jungen Garde, die in Wethmar weiter gemeinsam wachsen soll.

Einer der vielversprechenden jungen Akteure bei Westfalia Wethmar: Arne Wilberg (in Schwarz).

Einer der vielversprechenden jungen Akteure bei Westfalia Wethmar: Arne Wilberg (in Schwarz). © Günther Goldstein

Das sei allerdings immer schwieriger, denn: „Mittlerweile stecken auch in der Bezirksliga Mannschaften da so viel Kohle rein, mal ganz abgesehen von Türkspor Dortmund, auch andere Vereine“, sagt Nehling. „Wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die hat sechs, sieben Oberliga-Spieler drin, und wenn es ehemalige sind, dann siehst du schlecht aus, da brauchen wir uns nichts vormachen.“

Er könne nicht nachvollziehen, dass der finanzielle Aspekt im Amateurbereich mittlerweile eine so große Rolle einnehme, gerade im unteren Bereich. „Das ist ja auch so eine Sache - ist es das wert? Das muss man mittlerweile auch hinterfragen“, meint Nehling.

Diese Spieler gehören zum vorläufigen Kader von Westfalia Wethmar: Florian Fischer, Niklas Dvorak, Max Schröder, Bastian Pöhlker, Lukas Nagel, Arne Wilberg, Lennart Pinnekämper, Jonas Osterholz, Nico Voigt, Dennis Wagner, Kai Schinck, Arne Neuhäuser, Lukas Jankort, Ismail Simsek, Andreas Kahlkopf, Lennard Langenkämper, Nicolas Jansen, Nico Sonnen, Tim Cillien, Dennis Löhrke, Alex Podszuck, Benjamin Fasse, Dominik Nitsche, Dennis Markowski, Bastian Quiering, Raphael Mark, Niklas Rogge, Dennis Anderson, Dominik Voß, Robin Jaszmann

Die Westfalia habe im Jugendbereich knapp 400 Kinder. „Es gibt viele Vereine, die nur noch aus Seniorenmannschaften bestehen. Das kann ich nicht nachvollziehen, wir haben ja auch eine soziale Aufgabe als Verein, da geht es nicht nur darum, Leute zu kaufen. Ich sehe immer das ganze Bild, und das wird immer verrückter“, erklärt Nehling. Das Wethmarer Konzept mag kurzfristig nicht die schnellsten Erfolge einbringen. Doch der Nachwuchs dankt‘s - und die Planungen für die kommende Saison stehen auch deshalb bereits jetzt auf sicheren Füßen.

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