TuS Niederaden schafft es nach Drama in die Relegation

hzFußball-Kreisliga A

Am letzten Spieltag schafft es der TuS Niederaden noch in die Relegation. GS Cappenberg schickt seinen Rivalen Bork durch die Pleite beim TuS direkt in die B–Liga. In der Nachspielzeit hielten in Niederaden nochmal alle die Luft an.

Niederaden

, 26.05.2019, 19:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

In der Winterpause hätte man das schon nicht mehr für möglich gehalten: Der TuS Niederaden ist dem direkten Abstieg in die Fußball-Kreisliga B entkommen – zumindest vorerst. Dafür brauchte der TuS am Sonntag unbedingt einen Sieg – und erledigte mit einem 3:2 gegen GS Cappenberg seine Pflicht. Weil der PSV Bork zeitgleich beim SV Bausenhagen verlor, steht Bork und nicht Niederaden unter dem Strich. Der TuS wahrt seine Restchance auf den Klassenerhalt nun in der vorsorglichen Abstiegsrelegation.

Kreisliga A2 Unna-Hamm

Niederaden – Cappenberg 3:2 (2:1)

Als die Spielzeit die 90 Minuten überschritten hatte, war der ganze Rasenplatz an der Kreisstraße in Stille gehüllt. Denn jetzt war Cappenberg am Drücker. Niederaden führte zwar mit 3:2 und die Niederlage Borks hatte längst den letzten Zuschauer in Niederaden erreicht – doch ein Gegentor – und der TuS wäre wieder abgestiegen.

Und genau jetzt kamen die Grün-Schwarzen zu ihren besten Chancen des Spiels. Kopfball Cappenberg, Torwart Gillner pariert. Dann taucht Fabian Holtze im Strafraum auf, zieht ab –und die Querlatte hält Niederaden in der Relegation. Noch eine Ecke verteidigt, einen Konter schlecht ausgespielt – dann ist Schluss. Der TuS wahrt die Minimalchance.

„Der Schiedsrichter wollte, glaube ich nicht, dass wir in die Relegation kommen“, sagte ein erschöpfter TuS-Kapitän Dean Williamson mit Blick auf die lange Nachspielzeit. Vor allem Holtzes Lattentreffer ließ die Herzen der Niederadener einen Schlag aussetzen.

„Im ersten Moment hatte ich da das Spiel gegen Bork im Kopf, wo wir in der letzten Minute den Ausgleich bekommen haben. Genauso wie da kommt der Torwart mit nach vorne, die haben viele Freistöße und Ecken“, sagte etwa Niederadens Robin Gastmeister. An das bittere 1:1 gegen Bork – vor zwei Wochen traf der PSV in 97. Minute – erinnerte sich auch Axel Schulze Beckinghausen nur zu gut: „Ich habe mir nur gedacht: Irgendwann muss das Glück auch mal bei uns sein.“

Übler Kaltstart

Das war es letztlich – auch wenn das Spiel wenig spielversprechend begann. Schon nach zwei Minuten brachte Abiola Farinde GSC in Führung. Ein früher Nackenschlag, der den TuS hätte entmutigen können. Doch davon war nie etwas zu sehen, der leidgeplagte TuS kämpfte sich mit seiner Jetzt-Erst-Recht-Mentalität in die Partie.

TuS Niederaden schafft es nach Drama in die Relegation

Nach nur zwei Minuten fand sich Tim Wiggers schon wieder am Anstoßkreis wieder. © Timo Janisch

Zum TuS-Erfolg dürfte auch beigetragen haben, dass er sich zügig für seinen Einsatz belohnte. Nach nur vier Minuten glich der starke Daniel Marona aus. Und die Blau-Weißen blieben anschließend am Drücker. Ecken und Freistöße hatten sich die Niederadener zum Mittel auserkoren, um die GSC-Defensive zu knacken. Ein Weg, der von Erfolg gekrönt war. Nach einem Standard klärte Cappenberg nur unzureichend, Kevin Vehring probierte es per riskantem Dropkick. Gästetorwart Philipp Grenigloh blieb nichts anderes übrig, als dem Ball hinterherzuschauen – 2:1 für Niederaden.

Bork-Rückstand macht die Runde

Aus der Kabine kam allerdings GS Cappenberg als die bessere Mannschaft. Fabian Holtze glich knapp zehn Minuten nach Wiederanpfiff aus. In der Folge hielt sich der TuS einige Minuten über Wasser – und schöpfte dann neue Kraft. Als die Nachricht vom 3:1-Treffer für Bausenhagen die TuS-Bank erreichte, spielte Niederaden fortan zielstrebiger. Jetzt war zunächst Grenigloh gefragt, der im Eins-gegen-eins Sieger gegen den auffälligen Robin Franke blieb. Anschließend sah er in Daniel Marona erneut Gefahr auf sich zukommen – doch der Winkel erwies sich als zu spitz für den Flügelstürmer. Das Problem hatte Marona einige Minuten später nicht: Gegen gleich drei GSC-Verteidiger behauptete sich der zierliche Angreifer, bis er alleine vor Grenigloh auftauchte – und den Torwart dieses Mal keine Abwehrchance ließ. Das 3:2 für den TuS ging in lautstarkem Jubel unter.

TuS Niederaden schafft es nach Drama in die Relegation

Daniel Marona schoss den TuS Niederaden in die Relegation. Hier gewinnt er den entscheidenden Zweikampf vor seinem 3:2. © Patrick Schröer

Mit seinem Treffer in der 81. Minute war der Abstiegskampf allerdings nicht entschieden. Denn auch Cappenberg vertrat trotz sicherer Lage auf Tabellenplatz fünf seine Interessen. Ein Abstieg des PSV spielt den Cappenberger nämlich nicht in die Karten, ist das Duell gegen den PSV doch das größte Derby in der Meisterschaft. Doch der TuS hielt durch. „Klar ist es für uns nicht schön, dass uns ein Derby wegfällt. Wir haben versucht, das Spiel zu gewinnen. Für alles andere können wir nicht mehr viel für“, sagte Cappenbergs Trainer Pascal Harder, der sich für Bork ärgere. „Niederaden hat um Leben und Tod gekämpft. Mal hast du Glück, mal hast du Pech“, so Harder.

„Wir waren tot“

Ob es letztlich den PSV oder irgendeine andere Mannschaft statt des TuS direkt erwischte, war den Niederadenern völlig egal. „Vor der Saison waren wir tot, in der Hinrunde waren wir tot und jetzt sind wir auf dem Relegationsplatz. Das ist Wahnsinn“, sagte Kapitän Williamson. Mitspieler Schulze Beckinghausen ergänzte: „Wir wollten mit Stolz vom Platz gehen.“ Das ist dem TuS am Sonntag gelungen. Damit trifft Niederaden am Sonntag, 2. Juni, auf die SG Bockum-Hövel II, Drittletzter der Staffel A1. Verliert der TuS, ist er doch abgestiegen. Und selbst im Falle eines Erfolges knallen an der Kreisstraße noch nicht die Sektkorken. Das ist erst der Fall, wenn die Meister beider A-Liga-Staffeln Unna-Hamm den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen – ebenfalls per Relegation, versteht sich.

TuS Niederaden: Gillner – Williamson, Gastmeister, Müller, Kese, Arman (75. Mesic), Vehring, Marona, Wiggers, Schulze Beckinghausen, Adam (53. Franke)

GS Cappenberg: Grenigloh – Holtze, Augustin, Nagel, Hane, Farinde (65. Lohölter), Jesella, Stasch (46. Stiens), Zentgraf (46. Markowski), Osterkemper, Klink

Tore: 0:1 Farinde (2.), 1:1 Marona (4.), 2:1 Vehring (30.), 2:2 Holtze (54.), 3:2 Marona (81.)

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