Unbekannte Westfalenliga 1: Das sind die neuen Gegner des Lüner SV (1)

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Im ersten Teil unseres Westfalenliga-Checks schauen wir uns die ostwestfälischen Vereine der Staffel 1 an.

von Nico Ebmeier, Dirk Buschmann

Lünen

, 17.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit dem Wechsel aus der Westfalenliga 2 in die Staffel 1 gingen die Fußballer des Lüner SV einen gewagten Schritt. Viele neue Gesichter, neue Plätze und ein völlig anderer Fußball als im Ruhrgebiet. Im ersten Teil unseres Checks schauen wir uns die Gegner aus dem Raum Ostwestfalen an.

Delbrücker SC - mit dem Abstieg längst nichts mehr zu tun
Der Delbrücker SC ist der einzige Vertreter aus dem Kreis Paderborn in der diesjährigen Staffel 1. Seine glorreichste Zeit hatte der DSC dabei in den späten 2010ern. 2005 gewann man die Westfalenliga und qualifizierte sich sogar für den DFB-Pokal, wo Delbrück trotz Führung mit 2:4 am SC Freiburg scheiterte. In der Folge spielten die Paderborner vier Jahre lang in der Oberliga und stiegen 2009 wieder in die Westfalenliga ab. Seitdem spielt der DSC ununterbrochen in der zweithöchsten westfälischen Spielklasse und hatte mit dem Abstieg noch nie wirklich etwas zu tun. 2016 und 2017 wäre sogar beinahe wieder der Aufstieg in die Oberliga gelungen. Zum Corona-Abbruch war Delbrück im vergangenen Jahr Sechster.

Preußen Espelkamp - der finanzstarke Adler sorgt für Furore
Es ist noch gar nicht lange her, da spielte der nördlichste Westfalenligaclub Ostwestfalens noch in der Bezirksliga. 2017 übernahm dann aber die Glücksspielfirma „Gauselmann“ das Sponsoring des Vereins und schaffte den doppelten Aufstieg in die Verbandsliga. Durch eine mittlerweile längst überkreislich spielende Jugendabteilung, lizenzierte Trainer und eine gute Marketing-Politik gehören die Mindener auch in diesem Jahr zu den großen Favoriten um den Oberliga-Aufstieg. Mittelfristig soll der Weg sogar bis in den höchsten Amateur-Bereich gehen.

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SC Herford - seit Jahren mit unerfüllten Aufstiegsträumen

Die Träume beim SC Herford waren stets grenzenlos. Nach Zeiten (1970er Jahre), in denen man in der zweiten Bundesliga kickte und auch der rivalisierende Frauenverein Borussia Friedenstal in der höchsten Spielklasse spielte (zuletzt 2009), ging es beim SCH stets bergab. 2006 ging es sogar runter bis in die Bezirksliga. Seit ein paar Jahren gibt es aber nun wieder Westfalenliga-Fußball im Jahn-Stadion und längst auch den Wunsch, die höchste Spielklasse Westfalens zu erreichen. Viele Rückschläge und ein unruhiges Umfeld ließen die Träume aber zumeist zerplatzen. In diesem Sommer angelte man sich mit Sergej Bartel nun einen der begehrtesten Trainer Ostwestfalens und setzte auch bei den weiteren Transfers auf viel Klasse. Mit dem Ex-Zweitligisten wird wohl zu rechnen sein.

SC Peckeloh - das große Abenteuer Westfalenliga

Die Gütersloher vom SC Peckeloh stehen vor ihrer ersten Westfalenliga-Saison der jüngeren Vereinsgeschichte. Auch deshalb wird es beim SCP nur um den Klassenerhalt gehen. Eigentlich war die Mannschaft aus dem Vorort Versmold ein souveränes und langjähriges Landesliga-Team, durch den Abbruch der vergangenen Saison und den Aufstieg für viele Zweit- und Drittplatzierte durfte Peckeloh aber plötzlich hinter Preußen Espelkamp aufsteigen. Hier möchte man sich nun auf Dauer etablieren, was allerdings durchaus schwierig werden könnte.

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SV Rödinghausen II - eine Saison voller Fragezeichen

Der SV Rödinghausen sorgte im letzten Jahr für Furore. In der Regionalliga West holte man eindrucksvoll den Titel, verzichtete aber dann freiwillig auf den Aufstieg. Ein größeres Stadion war der Knackpunkt. Der Unterbau der Elf aus dem Wiehengebirge hat sich längst in der Westfalenliga etabliert, steht aber genau wie die erste Mannschaft vor einem großen Umbruch. Im vergangenen Jahr stand der SVR II sogar lange an der Tabellenspitze dieser Liga, verpasste aber den Aufstieg durch einige unnötige Niederlagen. Für die Regionalliga-Reserve könnte es deshalb in diesem Jahr durchaus wieder ganz nach oben gehen, eine Saison im Mittelfeld wäre aber auch denkbar.

TuS Tengern - Absteiger Nummer eins?

Der Lübbecker Club vom TuS Tengern dürfte in den meisten Prognosen den Platz ganz hinten in der diesjährigen Westfalenliga-Tabelle einnehmen. Schon im vergangenen Jahr hätte mit nur sieben Pünktchen der Abstieg in die Landesliga folgen müssen. Doch das Coronavirus rettete den TuS. Im modernen Stadion an der Schulstraße müsste aber wohl schon viel passieren, dass sich auch in diesem Jahr kein Abstiegsfrust zusammen findet.

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VfL Theesen - Jugendabteilung als Trumpf
Die Bielefelder vom VfL Theesen waren in den vergangenen Jahren immer eine große Wundertüte. Während sich die Jugendabteilung teilweise in der Bundesliga hielt, schafften es die Senioren nicht, diesen Trend fortzusetzen. Drei Auf- und Abstiege gab es allein in den letzten zehn Jahren. Und auch die hochgelobte Jugendabteilung war zuletzt maximal Landesliga-Mittelmaß. Der Verein, der unbedingt die Nummer zwei in Bielefeld sein möchte, ist deshalb auf der Suche nach der Form der Vergangenheit.

VfB Fichte Bielefeld - lange Geschichte, schwache Gegenwart

Die Rot-Grünen aus Bielefeld sind Tradition pur. Der Ursprungsverein VfB Bielefeld kämpfte in den 1960er Jahren zum Beispiel mit dem LSV um die Westdeutsche Amateurmeisterschaft und auch das Stadion an der Rußheide strotzt nur so von Geschichte. In den vergangenen Jahren versank der „Mythos Fichte“ aber mehr und mehr in seinen Ansprüchen und musste den Platz zwei in Bielefeld sogar an den VfL Theesen abgeben. Auch in der Corona-Saison hätte nach teilweise unterirdischen Leistungen eigentlich der verdiente Gang in die Landesliga angestanden.

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