Verständnis und Sorge: Lünens Tischtennis reagiert auf Saisonabbruch

hzCorona-Krise

Nach dem Saisonabbruch wegen der Ausbreitung des Coronavirus zeigen sich die Tischtennisklubs der Lippestadt verständnisvoll. Zumindest ein Verein hofft auf Entgegenkommen der Stadt und Verbände.

von Christian Schroer

Lünen

, 05.04.2020, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 13. März war die Tischtennis-Saison zunächst vorerst unterbrochen worden, seit wenigen Tagen steht mit dem Beschluss des Deutschen Tischtennis Bundes fest, dass die die Spielzeit nicht mehr fortgeführt werden kann. Wir haben bei den Lüner Klubs nachgehört.

Marco Erdelbruch, Vorsitzender der TTF Lünen, sagt: „Der Saisonabbruch im Tischtennis ist meiner Meinung nach die richtige Entscheidung gewesen. Aktuell ist noch nicht absehbar, dass die Ansteckungszahlen zurück gehen. Durch den Abbruch kann man schon jetzt die neue Saison planen und in die Zukunft schauen.“

Für die TTF Lünen bedeutet das, am Ende der Saison zwei große Erfolge verkünden zu können. Die erste Mannschaft ist nun vorzeitig Meister der Bezirksklasse und kann in der nächsten Saison in der Bezirksliga starten. Die vierte Mannschaft konnte sich auch schon früh in der Rückrunde den Meistertitel sichern und und wird kommende Saison in der zweiten Kreisklasse aufschlagen.

Heinz Potthoff, Vorsitzender der Tischtennisabteilung des VfB 08 Lünen, sieht die Lage wie folgt: „Nach den Ereignissen der letzten Tage ist der Saisonabbruch für den VfB Tischtennis keine Überraschung mehr, sondern eine Entscheidung, die wir mit allen Hallensportlern teilen. Die Gesundheit aller Sportlerinnen und Sportler steht im Vordergrund. Der große Zusammenhalt, der in Corona-Zeiten gepriesen wird, findet im Tischtennis-Kreis schon immer statt. Ich hoffe, dass alle gesund bleiben und wir uns in der neuen Saison wiedersehen.“

„Nun hat man Planungssicherheit“

Dirk Brandenburger aus der ersten Mannschaft der DJK SuS Brambauer findet, dass es „natürlich folgerichtig war, die Saison zu beenden. Die Wertung der Saison ist sicher diskussionswürdig, aber das wäre jede andere Entscheidung auch gewesen. Nun hat man Planungssicherheit in welcher Klasse man in der nächsten Saison startet“, so Brandenburger. „Allerdings sehe ich dem geplanten Saisonstart Ende August noch sehr kritisch entgegen. Meiner Meinung nach ist an Mannschaftssport erst frühestens Ende Oktober beziehungweise Anfang November zu denken.“

Christoph Eppich, Vorsitzender des TTV Preußen Lünen, sieht viele Punkte ähnlich, als einziger weist er aber auch auf entgangene Einnahmen hin und hofft auf ein Entgegenkommen der Stadt, unter anderem bei den Hallengebühren: „Die getroffene Entscheidung, die Saison zu beenden, ist richtig. Auch wenn es dadurch in der einen oder anderen Liga zu Härtefällen kommt, was den Auf- oder Abstieg angeht.“

TTV will Entscheidung des Verbands akzeptieren

Auch der TTV sei davon betroffen. „Die erste Mannschaft hätte durchaus noch Möglichkeiten gehabt, Meister in der Landesliga zu werden. Sie hatte nur einen Punkt Rückstand auf den Tabellenführer“, berichtet Eppich. Zudem steht die dritte Mannschaft auf einem Relegationsplatz gegen den Abstieg aus der Bezirksklasse in die Kreisliga. Hier wird der Verband über Nichtabstieg oder Abstieg entscheiden. „Wir nehmen die Entscheidung aber auf jeden Fall so hin, wie der Verband entscheidet“, sagt Eppich. Die anderen vier Mannschaften profitieren weder vom Abbruch, noch werden sie benachteiligt.

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„Ich hoffe, dass uns sowohl die Stadt Lünen mit den Hallengebühren sowie der Verband/Bezirk/Kreis mit den Abgaben entgegenkommt. Wir sind zwar finanziell stabil aufgestellt, aber uns fallen auch viele Einnahmen, wie zum Beispiel durch den Ausfall der geplanten Ando-WTTV-Cups, in Höhe eines vierstelligen Betrages weg“, erklärt Eppich.

„Bei uns werden keine Spieler, wie bei anderen Vereinen oder im Fußball ja teilweise schon in der Kreisliga, bezahlt“, sagt Eppich. „Lediglich die Nachwuchstrainer und Übungsleiter erhalten eine Aufwandsentschädigung, wenn sie helfen. Das hilft uns natürlich sehr, und dank der großen Weitsichtigkeit unserer Schatzmeisters, Dennis Unger, sind unsere Reserven ausreichend, um eine solche Krise zu überstehen.“

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