Vierter Auswechselspieler: Warum sich ein Lüner Trainer darüber nicht freuen kann

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Über die neue Regelung im Amateurfußball, bis zu vier Spieler einwechseln zu dürfen, haben sich gefühlt alle Fußball-Trainer gefreut. Welche Erfahrungen machen die Lüner Trainer?

Lünen, Brambauer, Niederaden, Cappenberg

, 21.10.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeder Trainer kennt die Situation: Das Wechselkontingent ist erschöpft, dennoch verletzt sich ein Akteur und kann nicht mehr weiterspielen. In der Konsequenz heißt das: „Dann musst du zu zehnt das Spiel zu Ende spielen“, sagt Amel Mesic, Trainer beim TuS Niederaden. „So hast du jetzt drei Wechsel sicher und den vierten als Joker.“

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Über so einen Luxus kann der Lüner Pascal Harder nur lachen. Als Trainer bei GS Cappenberg kann er froh sein, überhaupt drei Reservespieler im Gepäck zu haben: „Seit sieben Wochen kämpfen wir mit sieben bis acht Mann aus der Ersten und holen uns den Rest dann aus der Zweiten hoch.“ Die neue Regelung fände Harder dennoch „cool“, er sei aber „leider bislang noch nicht in den Genuss gekommen“. Er selbst habe sich den dritten Wechsel, vor allem in engen Spielen, immer bis zum Schluss aufgehoben. „Von daher ist es eine gute Sache, jetzt noch ein viertes Mal wechseln zu können“, sagt Harder.

„Die Spiele werden attraktiver“

Im nordrhein-westfälischen Amateurfußball dürfen Vereine seit der aktuell laufenden Saison 2019/2020 insgesamt vier Auswechslungen vornehmen. Die Regel gilt für alle Mannschaften der Regionalliga West bis hinunter zur Kreisliga. Normalerweise durften Trainer bislang maximal drei Spieler ein- und auswechseln. Einen vierten Wechsel vornehmen zu dürfen, bietet den Mannschaften mehr Spielraum.

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Bei den heimischen Trainern ist die Regel nach den ersten Spieltagen positiv angenommen und bereits häufig umgesetzt worden. „Das bringt viel mehr Tempo rein, die Spiele werden attraktiver“, sagt Dennis Gerleve, Trainer beim B-Kreisligisten BV Lünen. „Man hat viel mehr Möglichkeiten, wenn es mal eng wird.“ Gerleve sieht nicht nur strategische Vorteile in der neuen Regelung. Seinen Spielern mehr Praxis garantieren zu können, sei ein ebenso hilfreicher Punkt. Gerleve: „Wir haben zum Beispiel mal hoch geführt und dann 20 Minuten vor Schluss unseren zweiten Torwart eingewechselt.“

Mehr Spielzeit macht Spieler glücklicher

In der Kreisliga A2 Dortmund freut sich der Coach Stefan Urban über die Änderung des Regelwerks. Beim SV Preußen Lünen stünden im schlechtesten Fall 16 Leute beim Training am Platz. „Wenn der Spielstand es zulässt, kannst du mal etwas probieren, um auch die Stimmung im Team hochzuhalten“, sagt Urban. Das sieht Jascha Keller vom Bezirksligisten BV Brambauer ähnlich: „Wir machen davon auch sehr regelmäßig Gebrauch, alle vier Wechsel vorzunehmen, insbesondere, weil man mehr Spielern Spielpraxis geben kann.“

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Für Urban hingegen sei der vierte Spieler aber eher als Joker zu betrachten. „Ich bin keiner, der acht Minuten vor Schluss dreimal wechselt.“ Urban sieht den größten Vorteil darin, seinen Torwart trotz dreier Wechsel noch ersetzen zu können.

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