Wilfried Hesse wird 75: „Wenn ich nicht daheim bin, bin ich am Platz“

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Knapp 500 Socken wäscht Wilfried Hesse jede Woche für seinen Verein BW Alstedde, dem er seit 62 Jahren die Treue schwört. Am Sonntag wird er 75 Jahre alt - ein Porträt des BWA-Jubilars.

Nordlünen, Lünen, Alstedde

, 26.09.2019, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 62 Jahren ist er hier, sagt Wilfried Hesse, der am kommenden Sonntag im Vereinsheim von BW Alstedde seinen 75. Ehrentag feiert. „Und ich habe den Verein auch nie gewechselt“. Hesse erinnert sich noch gut daran, wie er mit 13 Jahren mit dem Fußballspielen bei der damals noch DJK BW Alstedde begann. Der Verein formte sich damals nach dem Krieg, Jugendabteilungen entstanden. „Als einer der Ersten“, meldete er sich an - und nie wieder ab.

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„Unser Vater kam drei Jahre später nach“

Geboren wurde Hesse allerdings 1944 in Pila (deutsch: Schneidemühl) im heutigen Polen. Zusammen mit der Großmutter, Mutter und dem drei Jahre älteren Bruder flüchtete Hesse aus dem Osten. „Wir waren ein Jahr unterwegs und landeten letztendlich in Nord-Lünen“, sagt Hesse. Der Vater, der sich damals in Kriegsgefangenschaft befand, kehrte erst drei Jahre später zur Familie zurück. Kurz danach lernte Hesse die Liebe seines Lebens kennen: BW Alstedde.

„Die Jugend war damals noch gehorsam!“

Highlights hatte der Gladbach-Fan zur Genüge in seinem Leben. Als Trainer, Jugend- und Schülerleiter reiste er regelmäßig mit seinen B- und A-Jugenden um die Welt. Finnland, Rumänien, Frankreich, Spanien, Schweiz, Niederlande; die Liste und Hesses Geschichten drumherum scheinen unendlich. „Die sind noch heute begeistert von den ganzen Fahrten, die wir gemacht haben“, sagt Hesse. Probleme habe es damals kaum gegeben. Hesse sei zu der Zeit stets „respektiert“ worden. „Und war doch mal was, dann haben wir uns kurz zusammengesetzt und fertig“, sagt Hesse.

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Bis 2003 trainierte Hesse abwechselnd die Jugendmannschaften bis hoch zur A. Nostalgisch erinnert er sich an die Mitternachtssonne in Finnland 1977: „Die ging nicht unter: Das war ein besonderes Erlebnis“, sagt Hesse. Als Spieler bekleidete er die Libero-Position. Das Dreiersystem habe „genau meiner Spielweise“ entsprochen. In der Defensive habe Hesse „alles dicht gemacht“ und dann mit seiner Übersicht das Spiel eröffnet. Nach seiner aktiven Zeit diente Hesse seinem Verein als Kassierer, Jugendgeschäftsführer, schleppte den Platz, aber besonders viel Zeit und Engagement verlangt ihm das Waschen der Trikots ab.

Bis zu 25 Waschmaschinen-Ladungen pro Woche

„Seit 39 Jahren wasche ich die Kluften für alle Mannschaften“, sagt Hesse. Das entspricht in etwa 200 Hosen und 200 Trikots sowie knapp 500 Stutzen, die Hesse jede Woche in seinen beiden Maschinen wäscht. „Der Kollege Hesse hat sein ganzes Leben für den Verein geopfert“, sagt Joachim Knappmann, BWA-Vorstand, der im Namen von BW Alstedde Hesses Geburtstag ausrichtet.

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