Aus den Verbandsmaßnahmen der letzten Tage infolge der Corona-Krise ergeben sich auch Folgen für die Lüner Tennisclubs. Welche das sind, dazu haben wir uns in den Vorständen der Vereine umgehört.

Lünen

, 25.03.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Außenplätze der Lüner Tennisclubs bleiben verwaist. Nach dem vorzeitigen Ende der Winterhallenrunde und dem Verschieben des Starts der Sommersaion aufgrund des Coronavirus auf Anfang Juni ist weiterhin unklar, ob und wann der Betrieb letztendlich weitergehen kann. Das sagen die Lüner Vereinen zu den aktuellen Entwicklungen. Einer hat schon Maßnahmen getroffen, um seinem Vereinsgastronom unter die Arme zu greifen.

Die Regelung zur Wertung der Winterhallenrunde hält TG Gahmens Vorsitzender Karsten Schützner für richtig. Zur Erinnerung: Wer den Aufstieg rechnerisch sicher hat, steigt auf, wer ihn rechnerisch noch hätte erreichen können, wird vom Verband gefragt, ob er aufsteigen möchte, und es steigen nur Vereine ab, für die das rettende Ufer in den ausstehenden Spieltagen definitiv nicht mehr zu erreichen gewesen wäre. „Der Verband hat versucht, für alle Beteiligten die beste Lösung zu finden, und ich denke, das ist einigermaßen gut gelungen“, sagt Schützner. Für die Sommersaison sei die TG soweit bereits gerüstet. „Die Plätze sind fertig und warten darauf, bespielt zu werden.“

Kleine sportliche Hoffnung

Die unklare Lage zwingt den Verein aber zum Warten. „Wenn wir jetzt den Spielplan für den Juni festzurren und dann verschiebt sich das nochmal um drei Wochen, ist das alles umsonst.“ Für den Fall, dass sich die Ausnahmesituation der Corona-Krise noch länger hinzieht, hat er eine kleine sportliche Hoffnung: „Vielleicht findet man ja, wenn es wirklich noch Wochen oder Monate dauern würde, eine Lösung für einen eingeschränkten Trainingsbetrieb“, sagt Schützner.

Den TV Preußen 08 betrifft das vorzeitige Ende der Winterrunde nicht, wie Kassiererin Annette Maier erklärt: Der Verein trete nur in der Sommersaison im Ligabetrieb an. Da seien die Preußen aber eingeschränkt. „Uns wird es treffen“, berichtet Maier, die mit den Damen 50 bald in der Ruhr-Lippe-Liga hätte aufschlagen sollen. „Wir sind letztes Jahr aufgestiegen und können gar nicht feststellen, ob das die richtige Liga für uns ist. Wir wissen ja noch nichtmal, wann die Plätze öffnen können.“

Platzwart spritzt Wasser auf die Plätze

Dass die Sommersaison noch gespielt würde, wenn der Start noch einmal nach hinten verschoben würde, kann sie sich nicht vorstellen. Mehr Spiele in kürzerer Zeit bei gleichem Raumangebot: „So viele Plätze haben wir gar nicht“, sagt Maier. Es gelte nun, zu versuchen, „gesund da durchzukommen und alles so zu machen, wie das von uns erwartet wird“.

Beim TV Altlünen ist die Situation „schwierig“, wie der Vorsitzende Frank Kittel erklärt: „Wir sind ein Sommerverein und auf die Spielzeit von sechs Monaten in der warmen Jahreszeit angewiesen. Wir haben 18 Mannschaften gemeldet, die teilweise schon bald anfangen würden. Wir haben aber noch keine Krisensitzung einberufen anhand der Situation. Wir wissen selbst noch nicht, wie es weitergeht. Es gibt keinen Plan B.“ Die Handhabung von Auf- und Abstieg bei der Winterhallenrunde hält er für alternativlos. „Ich glaube das ist die einzige vernünftige Regelung, die man treffen konnte. Die Wertung ist sehr wohlwollend, es gibt ja quasi keine Abstiege und Aufstiege nur für die, die wollen. Ich wüsste nicht, wie man es anders hätte machen sollen“, erläutert Kittel.

Sorge um die Mitglieder

Der Verein hat zwei Ganzjahresplätze, die auch bereits fertiggemacht worden sind. „Wir könnten quasi loslegen.“ Doch der Vorsitzende sorgt sich um seine Mitmenschen und die künftige Entwicklung. „Wir haben noch keine Anfragen bekommen, aber die Zahlung der Mitgliedsbeiträge und sowas, auch wenn wir die Diskussion noch nicht haben, das wird sicherlich noch ein Thema.“

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Dramatisch sei die Lage auch für den Betreiber der Vereingsgastronomie, Gino Mandala. „Wir haben eine vollbewirtschaftete Gaststätte, wir unterstützen den Wirt, wir sind ja auch interessiert, dass er als Klubwirt weiter bleibt.“ Um den Gastronomen zu unterstützen, setzte der Verein die Pacht aus und strecke Energiekosten vor. „Er macht jetzt aus der Not eine Tugend und liefert, da hat er ganz schnell reagiert“, sagt Kittel, der das Angebot bereits mehrmals in Anspruch genommen hat.

Blick für gesamtgesellschaftliche Probleme

Auch Heike Kristen, Vorsitzende der Tennisabteilung BW Alsteddes, hat derzeit eher gesamtgesellschaftliche Probleme im Blick. Die Regelung zu Auf- und Abstieg der Winterhallenrunde? „Meine persönliche Meinung: Das ist nachrangig. Der WTV (Westfälische Tennis-Verband, Anm. d. Red.) konnte ja nicht mehr einfach weitermachen, es ging einfach nicht mehr“, erklärt Kristen.

Von der unsicheren Situation sei nun ja auch jeder andere Verein betroffen. „Es ist jetzt so. Wir können im Moment nichts anderes machen als abwarten, geduldig sein, und hoffen, dass es sich schnell positiv entwickelt für alle Menschen.“

Der Vorsitzende der Tennisabteilung des Lüner SV, André Grünke, kann „noch nicht so richtig sagen, wie sehr uns das beeinflusst“, sagt er. „Wir beginnen erst nach den Osterferien offiziell. Die Frage ist, wann wir die Plätze fertig bekommen und wann wir die dann nutzen können.“

Die gröbsten Arbeiten an der Anlage seien bereits erledigt worden, es fehlt noch der letzte Feinschliff, etwa das Anbringen des Sichtschutzes und die Grünpflege. „Wir warten, ab, wann es wieder losgeht und beeilen uns dann, die Anlage schneller hinzubekommen als sonst“, erklärt Grünke. „Es geht darum, dass hoffentlich alle gesund wiederkommen.“

Ob es mit Tennis eine Woche eher oder später wieder losgehe, sei da sekundär. „Viel mehr Menschen leiden unter der Problematik von Kurzarbeit oder einem möglichen Jobverlust, das ist viel tragischer, als seinem Hobby nicht nachgehen zu können“, so Grünke.

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