Amos Pieper trainiert wieder - und richtet einen Appell an die Fans

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Amos Pieper stellte sich am Freitag den Fragen der Journalisten - aber nur in einer virtuellen Pressekonferenz. Bemerkenswert: Er stellte den Fußball hinter anderen Themen an.

Nordkirchen

, 03.04.2020, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit ein paar Minuten Verspätung kam dann auch endlich Amos Pieper zu der kleinen Arminia-Premiere. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte organisierte der Zweitligist am Freitag eine Video-Pressekonferenz für Journalisten mit einem Lizenzspieler. Und es ist ein bisschen die Ironie dieser Tage, dass ausgerechnet beim Protagonisten aus Nordkirchen die Einwahl zunächst nicht reibungslos klappte. Er konnte zuhören, aber nichts erzählen. Ein Techniker musste helfen. Die Sicherheitseinstellungen an Piepers Laptop waren zu hoch eingestellt.

Dann sah ein halbes Dutzend Journalisten Pieper endlich nach dessen Vormittagseinheit im Bild und mit Ton an einem Holztisch sitzen in seiner Bielefelder Mietwohnung, in der der 22-jährige Fußballprofi mit seiner Freundin lebt. Weiße Kopfhörer in den Ohren, Familienfotos an der Wand, mal nicht in Arminia-Kluft, sondern in einem graugestreiften T-Shirt - so privat gibt es den Innenverteidiger wohl nur selten zu sehen.

Amos Pieper sitzt zu Hause an seinem Laptop und beantwortet die Fragen der Journalisten.

Amos Pieper sitzt zu Hause an seinem Laptop und beantwortet die Fragen der Journalisten. © Amos Pieper

Amos Pieper ist wieder ins Training eingestiegen

Die erste Nachricht der Konferenz: Ab sofort steigt auch die Arminia in Kleingruppen wieder in das Training ein, geht damit aber defensiv um. Keine Fotos, keine Einzelheiten - noch nicht mal auf Vereinskanälen wie Instagram, Twitter oder Facebook. Auf keinen Fall will der Zweitliga-Tabellenführer den Eindruck erwecken, dass die Bedingungen für das Zusammenleben nun gelockert würden.

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Unter strengen Hygienemaßnahmen lief die erste Einheit am Freitagmorgen auch für Amos Pieper an. Er schilderte, dass er im Privatwagen alleine zum Trainingsgelände gefahren ist, Fußballschuhe angezogen hat, das Training absolvierte und dann wieder zurückfuhr und sogar erst zu Hause duschte. „Ich hatte zu keinem Spieler engen Kontakt - und wir waren eh schon in Kleingruppen. Es ist mit extremen Sicherheitsvorkehrungen abgelaufen. Trotzdem möchte ich den Appell an die Bevölkerung richten, dass es nicht heißt, dass sich niemand mehr an Regeln und Vorgaben halten sollte. Es ist immer noch extrem wichtig“, sagte Pieper.

Pieper meidet soziale Kontakte - er will kein Überträger sein

Angst vor einer Ansteckung habe Pieper nicht, sagt er: „Ich bin ein junger, gesunder Typ. Ich habe keine Angst, dass mir etwas droht, sondern jemand anderes zu infizieren. Das ist bei Leuten in unserem Alter eher das Problem, dass wir das Virus in uns tragen und es nicht wissen. Wir sollten nicht als Überträger fungieren. Angst vor dem Virus habe ich nicht, Respekt auf jeden Fall. Als die ersten Meldungen aus China kamen, habe ich auch gedacht: Was soll passieren? Jetzt haben wir eine Pandemie.“

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Unklar ist noch, wann die 2. Liga den Spielbetrieb fortsetzt, in der Arminia Bielefeld den Bundesliga-Aufstieg gerne schaffen würde und jäh ausgebremst wurde. „Über den Punkt, dass ich mich sehr geärgert habe, war ich schnell hinaus - aus zwei Gründen: Erstens bringt es nichts, darüber zu hadern. Wir haben unsere Trainingspläne und absolvieren die, damit wir auf den Punkt fit sind, wenn es wieder los geht. Der zweite Grund war: Wer Nachrichten guckt, dem ist bewusst geworden, dass es immer noch wichtigere Dinge gibt als Fußball, auch wenn er vielen Leuten fehlt“, sagte Pieper, „wenn man sieht, was in Spanien, Italien oder Amerika abläuft, sollte man sich darüber nicht ärgern, dass im Fußball Pause ist.“

Wann geht es endlich weiter mit Fußball?

Pieper ist sich aber sicher, dass es weitergeht, dann wahrscheinlich aber mit Spielen ohne Zuschauer, die Pieper als „alternativlos“ bezeichnete: „Es ist immer schöner, vor Fans zu spielen, weil sie uns weit getragen haben. Heimspiele in der SchücoArena sind immer ein Fest. An dem Tag, an dem wir wieder ein volles Stadion haben, wird uns bewusst, wie wichtig Fans für den Sport sind.“

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Gesprächs:

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