Beim FC Nordkirchen tragen gleich zwei Spieler die Kapitänsbinde

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Kapitäne sind wichtige Bestandteile von Mannschaften. Diese Rolle füllt normalerweise nur der wichtigste Führungsspieler aus. Beim FC Nordkirchen haben sie aber gleich zwei Spielführer. Warum?

Nordkirchen

, 01.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spieler, die immer vorangehen, die ihr Team mitreißen, es aufbauen oder auch Fehler ansprechen sind für jede Fußball-Mannschaft von großer Bedeutung. Ohne sie geht es nicht. Oft führen sie ihr Team als Kapitän aufs Feld. Bei Bezirksligist FC Nordkirchen ist das nicht anders - mit einem kleinen Unterschied.

Denn in Florian Fricke und Nils Venneker hat der FCN gleich zwei Spieler, die die Kapitänsbinde tragen. „Bei Heimspielen ist Nils Kapitän, bei Auswärtsspielen ich“, sagt Fricke und fügt an: „Das hat sich der Trainer so gewünscht.“ FCN-Coach Mario Plechaty bestätigt das. „Ja, das habe ich so bestimmt. Die beiden wechseln sich ab.“ Auch Venneker trägt diese Entscheidung mit. „Das ist schon in Ordnung. Wir verstehen uns sowieso bestens“, meint der Innenverteidiger.

Nils Venneker geht nicht nur in den Zweikämpfen voran.

Nils Venneker geht nicht nur in den Zweikämpfen voran. © Jura Weitzel

Aber warum gibt es beim FC Nordkirchen gleich zwei Spielführer? Auch Fricke findet das ungewöhnlich: „Davon habe ich auch noch nicht gehört.“ Plechaty klärt auf: „Das habe ich immer schon so gemacht, schon damals, als ich Trainer beim Lüner SV war“, so der Nordkirchener Trainer. „Wenn man zwei Führungsspieler hat, warum sollte man sie auch nicht beide zum Kapitän machen?“

Verantwortung lastet auf mehreren Schultern beim FC Nordkirchen

Dabei gehe es darum die Führungslast auf möglichst viele Schultern zu verteilen - nicht nur auf die der Kapitäne. „Verantwortung“, betont Plechaty, „müssen alle tragen.“ Dem stimmt auch Fricke zu: „Marcel Stiepermann ist ein weiteres Sprachrohr. Es gibt zwar nur eine Binde, es brauch aber zehn oder sogar elf Kapitäne auf dem Platz.“ Aber: „Trotzdem wollen wir schon Säulen der Mannschaft sein“, so Fricke. „Mit dieser Aufgabe sind wir beide superzufrieden“, ergänzt Venneker.

Florian Fricke trägt ebenfalls die Kapitänsbinde beim FC Nordkirchen.

Florian Fricke trägt ebenfalls die Kapitänsbinde beim FC Nordkirchen. © Nico Ebmeier

Allerdings werden Fricke und Venneker ihre Mannschaft in nächster Zeit wegen der Aussetzung des Spielbetriebs erst einmal nicht anführen - zumindest nicht auf dem Feld. Das heißt aber nicht, dass das Team untätig sein wird. Die Mannschaft wird sich neben dem Platz fit halten müssen. Dass dann alle mitziehen, dafür will auch Venneker sorgen: „Ich werde versuchen, da alle zu animieren.“

Dass der Spielbetrieb jetzt erst einmal ruht, sehen Trainer und Kapitäne zwiespältig. Unisono betonen alle drei, dass jetzt erst einmal die Chance besteht, dass während der Pause wichtige Spieler zurückkehren könnten - schon seit Beginn der Saison plagen den FC Nordkirchen Personalprobleme. „Wir gehen seit Wochen auf dem Zahnfleisch“, sagt Plechaty.

Trainer und Kapitäne äußern Verständnis

Der Trainer und Venneker sehen aber auch, dass so der Rhythmus der Mannschaft unterbrochen ist - auch wenn das ein Problem ist, das alle Teams betrifft. Verständnis für die Maßnahmen zeigen Plechaty, Venneker und Fricker aber allesamt. Letzterer meint: „Ich denke, das ist das einzig Richtige. Es ist schwer vermittelbar, wenn Restaurants und Bars geschlossen werden und der Fußball weitermacht.“

Wenn es dann nach langer Pause weitergeht, dürfte Nils Venneker wieder Kapitän sein. Denn beim Spiel bei BW Huckarde führte Florian Fricke den FC Nordkirchen aufs Feld.

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