Corona-Angst: Die ersten Vereine reagieren - Konsequenzen für´s Derby

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Die Klubs der Region treffen erste Vorkehrungen, auch der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen zeigt erste Reaktion auf das neuartige Virus.

von Nico Ebmeier

Nordkirchen, Olfen, Cappenberg

, 11.03.2020, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Revierderby? Ohne Zuschauer. Die italienische Serie A? Bis April ausgesetzt. Die Playoffs der Deutschen-Eishockey-Liga? Gar komplett abgesagt. Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus zieht über Deutschland und ist auch längst in Selm, Olfen und Nordkirchen angekommen.

Die Meinungen der hiesigen Trainer über den Umgang mit dem neuartigen Corona-Virus sind geteilt. „Es ist ein sehr ernstes Thema, welches man nicht zu sehr auf die leichte Schulte nehmen sollte“, sagt beispielsweise Issam Jaber, Trainer des FC Nordkirchen. „Dennoch wird da überall mehr draus gemacht, als es eigentlich ist. Im Prinzip ist es nur eine Grippe, die sich eben momentan sehr schnell ausbreitet.“

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Eine andere Meinung hat da schon Pascal Harder, Trainer des A-Ligisten Grün-Schwarz Cappenberg: „Klar sollte man darauf achten, sich immer die Hände zu waschen. Aber so wie es aktuell aufgespielt wird, ist völlig übertrieben.“ Harder erkenne Parallelen zu der Schweinegrippe 2009, die die Gesellschaft ähnlich in Atem gehalten habe. „Ich meine Händewaschen und nicht einfach so mit fremden Leuten rumknutschen, sollte eigentlich ganz normal sein.“

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Der Cappenberg-Coach hat sogar einen persönlichen Bezug zu der Grippewelle: „Meine Tochter liegt aktuell krank im Bett und darf in keine Kinderpraxis mehr, weil alle Angst vor ihr haben. Das ist doch wahnsinnig.“

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Michael Krajczy, Trainer des Fußball-Bezirksligisten aus Olfen, ist da schon etwas vorsichtiger: „Natürlich passt jeder von uns ein bisschen mehr auf. Wir waschen vielleicht einmal mehr die Hände als sonst und man gibt sich nur die Ellenbogen zur Begrüßung. Man sollte das ganze präventiv verhindern und nicht hysterisch losschreien.“ In Olfen sind schließlich auch schon zwei Bürger am neuartigen Virus erkrankt.

Am Sonntag treffen sich der SuS und Nordkirchen in der Schlossgemeinde zum Bezirksliga-Derby. Großer Besucherandrang inklusive. „Wir bereiten uns schon etwas intensiver darauf vor. Auf jeden Fall wird genug Seife überall stehen“, erklärt David Handrup, Fußball-Vorsitzender der gastgebenden Nordkirchener.

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Vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen kam derweil auch die erste Reaktion. „Aufgrund der Tatsache, dass die Zahl der Amateurspiele mit einem Zuschaueraufkommen in Höhe von 1000 Zuschauern überschaubar ist, gilt hier das Vorgehen zur Prüfung des Einzelfalls in Absprache mit den zuständigen Behörden“, schreibt der FLVW in seiner Pressemitteilung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will alle Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern absagen. Der Verband plane aber weiterhin, die laufende Saison auf jeden Fall bis Sommer zu Ende zu spielen.

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Der Staffelleiter der Bezirksliga 11, Horst Dastig, scheint sogar von der Ausbreitung des Corona-Virus völlig unbeeindruckt: „Ja, das Spiel wird auf jeden Fall stattfinden. Und genau so sicher ist, dass alle Zuschauer zur Partie kommen dürfen. Wir denken nicht, dass es in irgendeiner Art und Weise Einschränkungen gibt.“

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