Late-Season mit optimalem Ende für Nordkirchener Stabhochspringer Alfred Achtelik

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Es war ein voller Kalender im Oktober für den Nordkirchener Stabhochspringer. Und so richtig klappen wollte es mit einer zufriedenstellenden Höhe nicht. Doch das Ausharren in der „Late-Season“ hat sich gelohnt.

Nordkirchen

, 05.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange hatte Alfred Achtelik gehofft, noch ein paar Wettkämpfe in dieser ungewöhnlichen Sommersaison zu bestreiten. Eine Saison, die normalerweise schon im Mai losgeht. Durch Corona wurde der Start jedoch um zwei Monate nach hinten verschoben. Und somit war es für den Stabhochspringer vom FC Nordkirchen eine ziemliche „Late-Season“. Doch das Ausharren hat sich für Achtelik gelohnt.

Durch seine langwierige Verletzung sind 2019 einige Wettkämpfe für den Sportler verloren gegangen. Und durch Corona in diesem Jahr ebenfalls. „Ich hatte einfach richtig Lust, jetzt loszulegen. Und meine Form war Ende September da. Natürlich ein blöder Zeitpunkt, wenn die Saison eigentlich vorbei ist.“ Vier Wettkämpfe standen für den Nordkirchener deswegen im Oktober noch in der näheren Umgebung auf dem Plan, unter anderem im niedersächsischen Bad Bentheim.

Keine optimalen Bedingungen für gute Sprünge

Durch ziemlich schlechtes Wetter sprang er zwei Mal „nur“ 3,80 bis 3,90 Meter. Einmal trat er wegen Nebel, Seitenwind und 8 Grad überhaupt nicht an. Alles ausbaufähig fand der Stabhochspringer. „Ich wusste da geht noch einiges und so wollte ich die Saison nicht beenden.“ Körperlich habe er die späten Wettkämpfe nämlich gut verkraftet und sich selbst gewundert, wie fit er auch nach den Events mit suboptimalen Bedingungen sei.

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Am letzten Oktoberwochenende, ein Tag bevor durch die Bundesregierung eine Sportpause verhängt wurde, wollte er nochmal in Bad Bentheim springen. Doch schon bei einem vergangenen Wettkampf merkte man vor Ort, dass die Ständer der Stabhochsprunganlage nicht höher als vier Meter sind. Also hätte Achtelik dort nicht zu Ende springen können. Als Alternative wurde zunächst ein Platz in Osnabrück vorgeschlagen, der aber durch ein Heimspiel der Fußballer belegt war. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion verlegte man dann alles kurzfristig nach Nordkirchen. Und dort klappte es bei guten Bedingungen mit dem Sprung über die vier Meter. 4,03 waren nochmal Westfalenrekord und Weltjahresbestleistung. „Das war ein richtiges Highlight zuhause auf der eigenen Anlage“, so Achtelik.

Eigene Highlights setzen für kommende Saison

Den November nutzt der Stabhochspringer nun als Übergangsphase, um seinen Körper zu regenerieren und runterzufahren. Die Zeit nach der Pause im Amateursport hat er noch nicht mit speziellen Trainingseinheiten geplant. „Ob und unter welchen Bedingungen man überhaupt wieder in die Hallen zurückdarf, weiß aktuell ja noch niemand.“

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Wenn der Nordkirchener über den Jahreswechsel hinaus blickt, ständen theoretisch einige internationale Wettkämpfe für ihn im Kalender, wie beispielsweise die Weltmeisterschaft in finnischen Tampere. Doch die Umsetzung sei noch extrem ungewiss. „Man kann sich eigentlich nur eigene Saison-Highlights setzen“, so Achtelik. Er selbst hat noch ein ganz großes Ziel im Hinterkopf: den Weltrekord, der aktuell in der Altersklasse Ü60 bei 4,16 Meter liegt. Also noch einmal 13 Zentimeter höher als am vergangenen Wochenende in Nordkirchen.

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