Martin Ritz und Reinhard Behlert: Zwei ziemlich beste Fußball-Freunde

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Schon zum dritten Mal haben der TuS Ascheberg und der SC Capelle einen Testspiel-Doppelpack vereinbart. Der Grund dafür steht an der jeweiligen Seitenlinie.

von Nico Ebmeier

Capelle

, 10.08.2020, 11:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Platz getrennt, im Fußballerherzen vereint. Martin Ritz und Reinhard Behlert verbindet eine gemeinsame Trainerkarriere beim Fußball-Kreisligisten SC Capelle. Fünf Jahre lang war Ritz beim B-Ligisten der Trainer - mit Reinhard Behlert als Co-Trainer. 2018 ging er dann zum TuS Ascheberg - Behlert übernahm.

Doch auch neben dem SC Capelle gibt es Kontakte zwischen den beiden Coaches. „Wir telefonieren schon relativ häufig. Am Sonntagabend zuletzt. Das dauerte dann auch schon knapp ne halbe Stunde“, sagt Martin Ritz lachend. „Dazu sind wir ja auch noch im Blau-Weißen Fanclub des FC Schalke“, fügt Behlert hinzu. Am Dienstag und Freitag spielen beide Mannschaften nun gegeneinander. Erst in Ascheberg, dann in Capelle. Die Ergebnisse werden dann beide gewertet und am Ende nach Europapokalregeln der Gesamtsieger auserkoren. „So hat es noch etwas mehr Feuer“, erklärt Ascheberg-Trainer Martin Ritz.

Zum dritten Mal spielen Capelle und der TuS nun schon diesen Europapokal-Testspiel-Doppelpack aus. Bisher immer mit dem besseren Ende für die Behlert-Truppe. Im vergangenen Jahr gewann Capelle Hin- und Rückspiel mit einem Tor Unterschied. „Das darf man alles nicht zu hoch hängen. Es sind immer noch Testspiele“, erklärt Reinhard Behlert. „Aber dennoch sind solche Erfolgserlebnisse ja schon schön.“

Der aktuelle Capelle-Trainer Reinhard Behlert.

Der aktuelle Capelle-Trainer Reinhard Behlert. © Sebastian Reith

Der TuS Ascheberg hätte dabei sogar gar nichts gegen eine erneute Niederlage. „Das soll zwar nicht heißen, dass wir unbedingt verlieren wollen. In den letzten Jahren haben wir aber immer eine gute Saison danach gespielt. Da würde ich auch eine Niederlage akzeptieren, wenn das wieder so kommt“, scherzt Ritz.

Damit es bei Schlagabtausch der alten Trainerkollegen auch möglichst fair abläuft, gibt es für die Begegnungen auch klare Regeln. „Wir sprechen uns vorher genau ab, ob wir eher eine stärkere Mannschaft oder eine schwächere Mannschaft auf den Platz stellen. Es soll möglichst eng zu gehen“, so Ritz, der früher auch in Capelle Vorsitzender war.

Wenn die 90 beziehungsweise 180 Minuten dann allerdings rum sind, werden sich beide sicher auch noch auf das ein oder andere Kaltgetränk einfinden. „Das macht schon immer richtig Spaß mit ihm. Da wird es mit Sicherheit viel zu erzählen gehen“, so Behlert. Und auch das Thema ist bereits jetzt schon klar: „Zu 95 Prozent geht es um Fußball“, sagt er lachend.

Für Martin Ritz werden die Spiele dann nicht nur ein Wiedersehen mit seiner „Heimat“, so beschrieb es sein ehemalige Co-Trainer Reinhard Behlert, auch spielt er gegen höchstwahrscheinlich gegen seinen eigenen Sohn. Mit Patrick Ritz steht die eigene Familie auf der Gegenseite.

Wie viel Martin Ritz von seiner alten sportlichen Heimat hält, wird klar, als er über das Saisonziel des SCC spricht: „Sie werden ganz sicher aufsteigen. Spätestens im nächsten Jahr ist Reinhard auch mal dran. Er weiß genau, dass sie eine überdurchschnittliche Kreisliga-Mannschaft haben und in der B-Liga nichts zu suchen haben. Wäre Corona nicht gewesen, wären sie schon jetzt A-Ligist.“

Ganz so euphorisch ist der Capelle-Trainer selbst dann nicht: „Natürlich weiß ich, dass wir durchaus eine sehr gute Mannschaft haben. Aber man muss immer schauen, wie sich das alles entwickelt. Ob Corona wieder kommt oder wir viele Verletze haben. Das wird sich zeigen.“

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