SC Capelle darf träumen - aber dabei nicht überheblich werden

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5:0 gewonnen und dennoch unzufrieden sein? Für manch einen mag das arrogant klingen. „Völlig falsch“, findet unser Sportredakteur. Er findet diese Gier des SC Capelle nach Erfolg sogar richtig.

Capelle

, 09.12.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Unzufrieden nach einem 5:0-Erfolg – was Reinhard Behlert, Trainer des SC Capelle, am Sonntag da von sich gab, hört sich auf den ersten Blick weltfremd und auch ein bisschen arrogant an.

Auf den zweiten Blick fällt aber auf: Beides ist falsch und Capelles Einstellung zum Sport außerordentlich gesund. So entstehen Meistermannschaften. Wenn eine Mannschaft auch im Zeichen des Sieges nicht aufhört, hungrig zu sein. Wenn sie weiter arbeitet, um besser zu werden. Der Killer von erfolgreichen Teams werden irgendwann Selbstverständnis, Überheblichkeit und Bequemlichkeit.

Beim SC Capelle weist derzeit wenig darauf hin. Reinhard Behlert warnte im Vorfeld trotz klarer Favoritenrolle vor dem Gegner. Der SC Capelle sah sich zwar als Favorit, ging aber nicht mit der Einstellung ins Spiel, dass „wir die weghauen. Das wäre a) arrogant und b) nicht realistisch“, listete Behlert auf.

Mit dem 5:0 war der Sportclub am Ende nicht zufrieden. Die Spieler sagten es dem Trainer selbst. „Wir hätten Birati zweistellig abschießen müssen. Das haben wir aber nicht getan“, sagte Behlert. Er hätte es sich einfach machen können: Friede, Freude, Weihnachtskuchen – doch Behlert sonnte sich nicht auf Platz zwei, sprach die Probleme an. Und dass ein schlechter SCC noch 5:0 gewinnt, lässt für das Jahr 2020 und auf eine Rückkehr in die A-Liga hoffen.

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