Seit vier Monaten nur noch gewonnen - Wohin geht die Reise des SC Capelle?

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Anfang Oktober holte die Behlert-Mannschaft das letzte Mal nicht die volle Punkteausbeute in der Liga. Seitdem ist Aufstiegsstimmung in Capelle - auch trotz einer „muscheligen Vorbereitung“.

von Nico Ebmeier

Capelle

, 25.02.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Acht Spiele, acht Siege. Der Hinrundenendspurt des SC Capelle war beeindruckend. Der Lohn: Platz zwei in der Kreisliga B3 Münster. Da darf schon einmal die Frage gestellt werden, wohin die Reise der Schwarz-Gelben noch geht.

So ein wenig erinnert der SC Capelle schon an die großen Borussen aus Dortmund. Nicht nur aufgrund der gleichen Trikotfarbe, sondern viel mehr wegen des famosen Offensivspiels. Vor dem Winter schoss die Mannschaft von der Gorfeldstraße in den letzten vier Spielen ganze 19 Tore und auch in der Vorbereitung scheint die Sturmmaschine wieder ordentlich heißgelaufen zu sein. Ebenfalls 19 Treffer erzielte Capelle in den fünf Testspielen.

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Trotzdem ist Trainer Reinhard Behlert mit der Vorbereitung nicht wirklich zufrieden: „Es war alles sehr durchwachsen. Irgendwie alles sehr muschelig.“ Auch wenn „muschelig“ vielleicht nicht ganz dem typischen Fußball-Jargon entspricht, ist klar, was der Coach meint. Zwei geplante Testspiele fielen dem Wetter zum Opfer, nicht einmal konnten die Schwarz-Gelben auf den eigenen Plätzen spielen und haben deshalb auch einmal wöchentlich auf dem neuen Kunstrasen in Südkirchen trainiert. „Das ist eben Jahr für Jahr das Problem, aber das haben andere Mannschaften bekanntlich auch. Deswegen bringt es nichts, da wirklich drüber zu meckern“, sagt Behlert.

Die ausgefallene Generalprobe gegen den PSV Bork ärgert den Trainer aber dennoch weiter: „Das hat Bork abgesagt, weil einen Tag später das Nachholspiel gegen Billmerich stattfinden sollte. Dann wurde das auch abgesagt, also hätten wir doch testen können. Das ist etwas ärgerlich.“

So wurde also das Freundschaftsspiel gegen die Zweite des SV Herbern zur ungewollten Generalprobe und die gelang - 5:3 hieß es am Ende gegen den klassenhöheren A-Ligisten. „Das war ein überragendes Spiel. Da haben wir gezeigt, dass wir schon richtig gut in Form sind“, so Reinhard Behlert. Besonders weil Herbern wirklich alles in das Spiel hineinlegte: „Die haben gespielt, als ginge es um die Weltmeisterschaft. Da hatten einige richtig Schaum vor dem Mund. Also haben wir das in der Kabine kurz belächelt und den Kampf angenommen.“

Davor verlor Capelle allerdings gegen Aasee II (4:1), Cappenberg II (6:5) sowie Fortuna Dortmund (4:2) und gewann nur den Test gegen Wacker Mecklenbeck II mit 6:4.

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Doch was ist der Grund den plötzlichen Aufschwung der Schwarz-Gelben? Reinhard Behlert hat eine klare Antwort: „Wir haben uns jede Woche weiterentwickelt und speziell nach der Derby-Niederlage gegen Nordkirchen schien es bei einigen Spielern Klick gemacht zu haben. Jetzt scheint es endlich richtig gut zu funktionieren.“

Eine große Hiobsbotschaft gab es dennoch: Mit Sinan Kixmöller verletzte sich der womöglich bester SC-Spieler der Vorbereitung. „Es ist irgendwie ganz komisch. Er spielt zwei überragende Partien gegen Aasee und Cappenberg und hat sich dann irgendwo am Fuß verletzt. Keiner weiß so richtig, wobei.“ Dafür ist der Langzeitverletzte Andreas Winkler wieder zurück im Kader. „Das freut mich sehr für ihn. Er hat uns sehr gefehlt und wird uns sicher nun weiterhelfen können“, sagt Behlert.

Wo geht die Reise für den SC Capelle hin?

Aber dennoch bleibt die Frage vom Anfang bestehen: Wohin geht denn nun die Reise für den SC Capelle? „Das ist wirklich schwer zu sagen. Wir hatten einen super Lauf und stehen verdient auf Platz zwei, aber die Liga ist so eng, dass wir uns keine Patzer erlauben dürfen.“ Tatsächlich trennen den Erstplatzierten aus Senden und den Tabellenneunten aus Südkirchen gerade mal sechs Pünktchen. „Wir wollen mit jedem Gegner mithalten und ihm unser Spiel aufdrücken. Es gibt hier und da noch ein paar Dellen, die müssen wir noch ablegen“, sagt der Coach. Am Sonntag steht dann mit der Partie gegen Saxonia Münster direkt die erste schwierige Aufgabe auf dem Capeller Fahrplan. „Das ist ein echter Kracher zum Start“, weiß auch Behlert. „Saxonia ist für mich einer der großen Aufstiegsfavoriten. Da sehen wir sofort, wo wir hin gehören.“

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