Spektakel und Bierduschen: FC Nordkirchen ballert sich an Tabellenspitze

hzFußball-Bezirksliga

In einem völlig verrückten Topspiel siegt der FCN bei RW Germania und springt erstmals in dieser Saison auf Platz Eins. Mario Plechaty konnte nach der Partie kaum aufhören zu strahlen.

Nordkirchen

, 28.09.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sonntagnachmittag hätte für den Fußball-Bezirksligisten FC Nordkirchen kaum besser laufen können. Nach einem überragenden Spiel schlug der FCN im Topspiel die Dortmunder von RW Germania und durch die überraschende Niederlage des FC Roj darf sich die Mannschaft von Mario Plechaty jetzt erstmals in dieser Saison Spitzenreiter nennen.

Am Ende kannte die Glückseligkeit im Nordkirchener Mannschaftskreis überhaupt keine Grenzen mehr. Auch wenn der eigene Trainer noch mahnte, dass „noch viele Punkte zu vergeben sind“, flossen die ersten Bierduschen. Denn das Team von Mario Plechaty zeigte gegen RW Germania ein nahezu perfektes Spiel und darf nun von ganz oben grüßen.

FC Nordkirchen kann sich bei Philipp Sandhowe bedanken

„Heute hat einfach alles gepasst. Das muss man ganz ehrlich so sagen“, sagte der stolze Coach nach der Partie. „Wir haben gegen einen sehr starken Gegner eine super Leistung gezeigt. Ich bin sehr froh, dass wir hier gewonnen haben.“

Besonders in der ersten halben Stunde zeigte der mutig spielende Underdog,

wieso er bis zum letzten Spieltag noch Tabellenführer war. Besonders einem starken Philipp Sandhowe im Tor konnte der FCN danken, dass es nicht schon früh 0:1 stand. Nach 30 Minuten wachte der neue Spitzenreiter dann aber auf und drückte auf die Führung. Nach 35 Minuten war es dann auch soweit: Lars Rustige sah den startenden Daniel Krüger, der quer auf Joachim Mrowiec spielte, welcher nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Mario Plechaty findet Elfmeter-Entscheidung „merkwürdig“

Zehn Minuten später wurde es dann allerdings richtig kurios: Zunächst foulte Florian Siemerling einen Westerfilder Zentimeter vor dem eigenen Strafraum. Schiedsrichter Dominik Niesel pfiff auch folgerichtig Freistoß, doch wurde schnell von seinem Linienrichter umgestimmt. Elfmeter Germania und Ausgleich Marcel Herzog. „Merkwürdig“, fand diese Entscheidung nicht nur Mario Plechaty.

Nur knappe 15 Sekunden klingelte es dann schon wieder auf der anderen Seite. Ein langer Ball aus der Nordkirchener Abwehr landete bei Daniel Krüger, der erst zwei Verteidiger und dann RW-Schlussmann Fabien Leppert sehenswert aussteigen ließ – 2:1. Doch es wurde noch verrückter. Zwei Minuten später bekam Joachim Mrowiec auf der linken Seite den Ball und flankte auf Krüger in der Mitte.

Die Flanke war allerdings etwas zu hoch, sodass Germania eigentlich ganz entspannt hätte klären können. Stattdessen traf Dennis Schmidt den Ball aber so, dass er seinen Mitspieler Giacomo Schulz abschoss. Der Abpraller flog sogar so unglücklich, dass Torwart Leppert keine Chance hatte, den Ball zu entschärfen (45.+1).

FC Nordkirchen lässt wenig gegen RW Germania anbrennen

Etwas ruhiger verlief dann die zweite Hälfte. Nordkirchen ließ von Beginn an wenig anbrennen und erhöhte sogar noch durch Doppelpacker Krüger, der sehenswert mit der Picke aus knapp 20 Metern in den Winkel traf (67.). Kurz vor dem Ende wurde dann noch Lars Rustige mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt (77.), doch mehr passierte nicht. Auch Rustige konnte nach dem Spiel darüber lachen und ärgerte sich nur noch über den fälligen Strafbetrag für die Mannschaftskasse.

Stattdessen sorgte noch ein Ergebnis aus Huckarde für großen Nordkirchener Jubel. Mit dem FC Roj verlor nun auch das letzte - abgesehen vom FCN - punktverlustfreie Team seine erste Partie (1:2 bei Westfalia Huckarde), sodass Nordkirchen nun ganz ungestört den Platz an der Bezirksliga-Sonne genießen kann. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir hier gewonnen haben. Germania hat gezeigt, dass sie absolut zurecht da oben stehen. Hier werden noch einige Mannschaften Punkte liegen lassen“, lautete das abschließende Plechaty-Fazit.

FCN: Sandhowe - Rustige, Fricke, Krüger (85. Mangels), Ekincier (83. Tüns), von der Ley (69. Manfredi), Bröer, Siemerling, Mrowiec (77. Wanningmann), Stiepermann, Humenscheimer

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