Bernhard Bußmann über das Coronavirus und seine Folgen

Coronavirus

Bernhard Bußmann setzt in seiner Funktion als Verbandsfunktionär hinter alle Leichtathletikwettkämpfe bis Mitte Mai ein Fragezeichen. Der Verband will aber zum Wohle von Athleten und Vereinen handeln.

Olfen

, 26.03.2020, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Läufer können sich mit Dauerlaufprogrammen, die sie aber auch nur einzeln durchführen dürfen, über Wasser halten. Für Techniker, wie Stabhochspringer oder Hammerwerfer, fehlt aber das Sportgerät“, sagt Bernhard Bußmann.

„Läufer können sich mit Dauerlaufprogrammen, die sie aber auch nur einzeln durchführen dürfen, über Wasser halten. Für Techniker, wie Stabhochspringer oder Hammerwerfer, fehlt aber das Sportgerät“, sagt Bernhard Bußmann. © Reith

Im Westfälischen Leichtathletikverband leitet der Olfener Bernhard Bußmann den Leichtathletikausschuss. In einem Interview hat der Funktionär und Vorsitzende des SuS Olfen gemeinsam mit Leichtathletik-Vizepräsident Peter Westermann die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio als richtige Entscheidung bezeichnet.

„Mit so einer schnellen Entscheidung war nicht zu rechnen, nachdem vor einem Tag noch eine Frist von vier Wochen gesetzt worden war. Allerdings ist der Druck für die Verantwortlichen dann doch so groß geworden, dass man schon jetzt reagiert hat. Das ist im Sinne der Gesundheit von Athleten und Zuschauern absolut richtig, zudem wäre auch eine Chancengleichheit für alle Sportlerinnen und Sportler nicht gegeben gewesen“, sagte Westermann auf der Internetseite des FLVW.

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Bußmann sagte, dass man bis zum NRW-Team-Finale am 9. Mai ein dickes Fragezeichen hinter alle Leichtathletikwettkämpfe infolge der Corona-Krise machen müsse. Der Verband könnte zudem bei Qualifikationsleistungen, die im Vorfeld der Wettkämpfe nicht erbracht werden können, entgegenkommen und versprach eine Regelung im Sinne der Athleten.

Werden Meisterschaften nachgeholt?

Ob Meisterschaften gestrichen und nachgeholt würden, sei noch offen, betonte Bußmann. „Das hängt sicherlich auch von der Anzahl der Meisterschaften ab, die ausfallen werden und ob es dann im Terminplan überhaupt noch Möglichkeiten gibt, diese unterzubringen. Es ist aber auch durchaus möglich, dass am Ende die eine oder andere Meisterschaft in diesem Jahr dann ersatzlos gestrichen werden muss“, sagte Bußmann.

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Auch ließ Bußmann durchblicken, dass Veranstalter ausgefallene Läufe zu einem anderen Zeitpunkt nachholen könne und der Verband den strengen Gebietsschutz lockern könnte. „In dieser besonderen Situation ist aber die Solidargemeinschaft der Leichtathletikvereine und -abteilungen gefordert, dass es auch hingenommen wird, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft dann eine Konkurrenzveranstaltung durchgeführt wird. Der FLVW wird natürlich die Koordination der Termine übernehmen und den Vereinen auch bei der Terminfindung helfen“, sagte Bußmann.

Athleten sind erstaunlich kreativ im Training

Zu der Trainingssituation sagte Bußmann: „Wir Leichtathleten sind es nicht gewohnt, ohne Ziele zu arbeiten, weder Athletinnen und Athleten noch Trainerinnen und Trainer. Insofern ist die derzeitige Motivationslage bei allen Beteiligten sehr schwierig. Gerade jetzt, wo der Feinschliff für die Saison nach einem langen Wintertraining beginnen sollte, wird die Leichtathletik auf Stand-By zurückgefahren. Läufer können sich mit Dauerlaufprogrammen, die sie aber auch nur einzeln durchführen dürfen, über Wasser halten. Für Techniker, wie Stabhochspringer oder Hammerwerfer, fehlt aber das Sportgerät.“

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Derzeit gelte es nur, sich noch einigermaßen fit zu halten, wobei es erstaunlich sei, welche Kreativität dabei Leichtathleten entwickeln, wenn sie Sprungtraining oder Circuit-Training im Garten oder Wohnzimmer machen. Es sei allerdings schon schlimm, wenn man derzeit an Leichtathletikanlagen vorbei kommt, die Sonne scheint und alles verwaist sieht. „Niemand ist dort derzeit aktiv. Im Sinne der Eindämmung der Verbreitung des Virus ist das aber unerlässlich und auch für jeden Leichtathleten nachvollziehbar“, sagte Bußmann.

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